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Von Hans-Jürgen Krehl |
10.10.2009
| Netzcode: 2035528 | 1858 Mal gelesen.
Wandern ins Böhmische hinein
Aus der Stille nahe der Grenze bei Georgenberg einmal von Tschechien in der Westen schauen
Ort der Stille: Die Mariengrotte nahe der bayrisch-böhmischen Grenze. Bild: Krehl
Ins westliche Böhmen hinein soll uns eine Oktober-Wanderung führen. Die unberührte Natur dort und die Stille sollen uns das Wirken des Herbstes mit - hoffentlich - milder Sonne und reichlich Farbe auf den Blättern bescheren. Aber auch den Blick in die Oberpfalz hinein, einmal von der anderen Seite. Den wenigen, die damals in diese Region entlang der Westgrenze der damaligen Tschechoslowakei überhaupt hinein durften, hielt er vor Augen, was sich damals entgegen der Propagandamärchen der Machthaber im Osten wirklich tat. Ein kleiner Blick wenigstens war möglich auf die dörflichen Strukturen.
Gut und gerne als Schmugglerpfad könnte der schmale Waldsteig gleich hinter dem Grenzstein mit der Zwei unter dem Querstrich und der Zahl 25 drüber durchgehen. Ein roter, aufgesprühter Punkt führt hinein ins Fichten-Unterholz und schon bald einen Hang mit lichtem Hochwald hinab. Erst wenn man näher dran ist, zieht den Wanderer die Mariengrotte in den Bann. Die Jahreszahl 1927 ist in den Stein gemeißelt. Eine Pyramide aus Gneis-Feldsteinen umrahmt ein Marienbild, auch ein von Bergkristall besetzter Brocken ist dabei.
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10.10.2009
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Wandern ins Böhmische hinein
Aus der Stille nahe der Grenze bei Georgenberg einmal von Tschechien in der Westen schauen
Weidevieh im Grenzgebiet auf tschechischer Seite zwischen Reichenthal und Neulosimthal.
Gläubige Menschen haben sie aufgeschichtet und gefügt - das Datum weist auf die Zeit vor der Vertreibung der Deutschen hin. "St. Maria im Wald" ist ein Gebet überschrieben, auch in tschechischer Sprache flankiert es, auf eine Porzellantafel gedruckt, die Maria in der künstlichen Grotte. In seiner Waldeinsamkeit weist es hin auf Menschen, auf deren Heimatdörfer nur noch Reste, vor allem aber Gefallenendenkmäler und ein Friedhof gar über dem später passierten Neulosimthal hinweisen.
Uns aber führt der Forstweg rechts an der Mariengrotte vorbei erst noch einmal tiefer in den böhmischen Wald hinein. Vergangenen Stürme haben auch hier gehaust - und auch der Forst mit schwerem Gerät. Schwierige Weg- und Zeitbegleiter hier wie dort.
Immer diesem Wege folgend, vorbei an altem und lichtem Buchenbestand und an zwei mächtigen Holzstößen, ist bald der Waldrand erreicht - und es tut sich ein weiter Blick auf nach Westen: Hinterbrünst, Leßlohe, Lösselberg, Neukirchen St. Christoph und Neudorf sind die Dörfer oder Häuser davon, die - weit verstreut liegend - herüber grüßen.
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Wandern ins Böhmische hinein
Aus der Stille nahe der Grenze bei Georgenberg einmal von Tschechien in der Westen schauen
Kleiner Fliegenpilz mit großer Kraft.
Dazwischen aber das von Buschwerk überzogene Gebiet des Flurteils Hagenweiher. Es ist Teilstück eines Naturschutzgebietes und ragt aus Böhmen hinein ans Bayrische. Einige Hundert Meter weiter, wo unser Forstweg auf den holprigen, aber asphaltierten ehemaligen Fahrweg der tschechischen Grenztruppen trifft, steht eine mächtige Kastanie, an deren Fuß eine Tafel auf Deutsch und Tschechisch erläutert, was in dem Feuchtwiesengebiet wächst, blüht, kreucht und fleucht.
Immer mit weitem Blick hinüber in die Oberpfalz führt der Weg am Kriegerdenkmal des ehemaligen Neulosimthal vorbei nach Westen, bevor es am trocken liegenden Neuweiher links hinab wieder zum Fußgänger-Grenzübergang in Bayrisch-Waldheim zurück in die Oberpfalz geht.
Wenn wir dort die gelb-rot-gelbe Markierung des Europawander- oder auch Nurtschwegs aufnehmen, kommen wir sicher wieder an Lösselberg und Hagenhaus vorbei und durch Leßlohe mit dem begehrten Ausflüglerziel Kastanienhhof zurück zum Auto, das wir in der Waldabteilung "Am Bankerl" geparkt hatten.
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Wandern ins Böhmische hinein
Aus der Stille nahe der Grenze bei Georgenberg einmal von Tschechien in der Westen schauen
Davor aber streift der Blick noch einmal ausgiebig über die ins Land gestreuten Häuser am Nordwesthang eines Bergrückens, auf dessen anderer, südwestlicher Seite Pleystein liegt. Besonders auf dem von Wiese und Acker bedeckten Rücken nahe Lösselberg und über Lösselmühle gelegen, öffnet sich der ganze Reiz des Landstrichs rund um die Gemeinde Georgenberg mit dem ebenfalls hoch über dem Land liegenden Ortsteil Neukirchen St. Christoph. Wer vor der Heimfahrt noch einen Abstecher dort hinauf macht, der findet einen weiten Aussichtspunkt ins Böhmische hinein an der Ostmauer des Friedhofs.
Vorbildliche Weise
Auf andere, vorbildliche Weise hat der OWV Georgenberg an einigen Stationen unserer Wanderung den Blick dorthin geleitet. Mit Hinweisen und Daten auf Informationstafeln weist der OWV hin auf jene Orte jenseits der ehemaligen Grenze, die nur noch in Resten existieren. Waldheim und Neulosimthal sind nur zwei von vielen. Sie sind Heimwehstationen auch für viele ältere Menschen, die wenigstens noch hinschauen wollen, wo sie einst lebten...
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Anreise
Auf der Autobahn Via Carolina (A 6) die Ausfahrt Waidhaus wählen und dort nach Georgenberg abbiegen. Nach etwa sieben Kilometern auf das Hinweisschild "Am Bankerl" achten und mehr...
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Auf der Autobahn Via Carolina (A 6) die Ausfahrt Waidhaus wählen und dort nach Georgenberg abbiegen. Nach etwa sieben Kilometern auf das Hinweisschild "Am Bankerl" achten und mehr...
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