Oberpfalznetz.de > Themenwelten > Magazin > „Der Christbaum blieb ein Jahr lang ’frisch’!“

CD-Tipp
Zum Artikel: Die dunkle Seite

Die dunkle Seite

"Little broken Hearts": Norah Jones besingt ihren Trennungsschmerz

Zehn Jahre nach ihrem großen Debüt mit "Come Away With Me" kann man jetzt auch die dunkle Seite der Norah Jones kennenlernen. Das neue Album "Little Broken Hearts" versinkt stilvoll in Trennungsschmerz. mehr...
Medienwelt
Zum Artikel: Nerven behalten, sachlich bleiben

München

Nerven behalten, sachlich bleiben

Interview mit dem RTL-Nachrichtenchef Peter Kloeppel - Preis für Film über den 11. September

Peter Kloeppel, seit 2004 Chefredakteur von RTL, erhielt gerade den Bayerischen Fernsehpreis für seine Reportage "Der 11. September - Wie ein Tag unser Leben veränderte". mehr...
Medienwelt
Zum Artikel: Alter Name, neue Serie

Potsdam/Mainz

Alter Name, neue Serie

Gefühle, Gefühle, Gefühle: Telenovela "Wege zum Glück - Spuren im Sand" ab Montag im ZDF

Das ZDF schickt die erste in Deutschland produzierte Telenovela "Wege zum Glück" wieder ins Rennen - mit neuem Inhalt und modernem Aussehen. mehr...
Wer's mag...
Zum Artikel: Eine Band in der 80. Spielminute

Eine Band in der 80. Spielminute

"Ballast der Republik": Neues Album der Toten Hosen

Mit "Ballast der Republik" kehren die Toten Hosen um Frontmann Campino (Bild) zu ihren Ursprüngen zurück. Und als Extra gibt es ein zweites Album mit Cover-Versionen deutschsprachiger Lieder und mehr...
Buch aktuell
Zum Artikel: "Hoppe" als Wunschbiografie

Frankfurt/Main

"Hoppe" als Wunschbiografie

Felicitas Hoppes biografisches Vexierspiel

Man kann auf Reisen gehen mit diesem Buch, hinauf ins eiskalte Kanada, übers Meer bis hinunter in die Wüste Australiens, und vor allem zum riesigen Kontinent der Wünsche, Träume und Obsessionen. Zu mehr...
Von Peter Tamme  |  01.10.2010  | Netzcode: 2515442  |  921 Mal gelesen.

„Der Christbaum blieb ein Jahr lang ’frisch’!“

Wanderung auf den Spuren der Fluss-Spatwerke bei Nabburg

Schon aus der Entfernung signalisiert dieser von
Schon aus der Entfernung signalisiert dieser von der Grube "Hermine" hierher transportierte Förderturm den Eingang zum Besucher-Museum "Reichart-Schacht".
Unsere Wanderung zu ehemaligen Fluss-Spat-Werken im Raum westlich Nabburg beginnt bei der Häusergruppe Geiselhof. Der asphaltierte Weg führt zunächst durch unspektakuläre Maisfelder und brachliegende Flächen mit dem Blick auf das Weiherholz. Der Lanzenweiher linker Hand existiert nicht mehr. Nur die vielen Erlen bezeugen, dass hier früher ein Gewässer war. Es herrscht absolute Stille, die Vögel haben ihr Morgenkonzert beendet. Wenn die Herbstsonne durch die Wolken bricht, wirkt ihre Wärme verspätet und verschwenderisch.

Beim Eintritt in den Wald stoßen wir auf das erste ehemalige Fluss-Spatwerk. Neben einem Haufen für den Laien rätselhaften Schrotts sammelt sich vor einem leerstehenden Haus lärmend eine große Gruppe von Motorradfahrern. Sie bilden den Kontrast zu der Fassade eines anderen verlassenen Hauses mit dem Namen "Waldfrieden". Am Ende steht dann das Ferienhaus "Grube Erika", vor dem zwei Autos aus Niedersachsen und aus dem thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis parken. Ihre Besitzer rufen uns schon wohlgeübt "Grüß Gott" zu.


Rostige Schranke



Weiter geht es auf schmalen unmarkierten Wegen durch den Wald nach Norden, während wir über uns zwei ultraleichte Flugzeuge erblicken. Am Waldrand liegt linker Hand ein weiteres ehemaliges Bergwerk. Die rostige Schranke weist wie ein warnender Finger senkrecht nach oben. Dann stoßen wir auf den von Nabburg nach Freiung mit dem typischen Bergwerks-Kreuz bestens markierten Wanderweg. Hier begegnet uns Sepp, der sich vor fünfzig Jahren als Student in der Grube "Hermine" sein Studium finanziert hat. Er erzählt: "Der Christbaum hat wegen der klimatischen Bedingungen unter Tage ein ganzes Jahr "gehalten". Und bis vor wenigen Jahren haben sich viele Ehemalige in der Vorweihnachtszeit zur 'Mettenschicht' getroffen." Vor allem aber klärt er uns darüber auf, wie begehrt Fluss-Spat früher für die Hütten- und Glasindustrie gewesen ist.
In den Teichen bei Geiselhof hört und sieht man
In den Teichen bei Geiselhof hört und sieht man die Fische nach Insekten schnappen. Bilder: Tamme (3)


Der Bergwerks-Weg zeigt sich zunächst nach Regenfällen von seiner schlammigen Seite. Dafür ist er weicher als der später folgende asphaltierte Abschnitt. Im lichten Kiefernwald wartet schon eine Futterraufe auf den kommenden Winter. Schwammerln finden sich hier, ohne dass man sie suchen muss. Sogar eine krause Glucke ist dabei. Im dämmrigen Wald leuchten die himbeerfarbenen Blüten der amerikanischen Springkraut-Büsche besonders intensiv. Das laute Plätschern zweier Bäche übertönt die aus der Ferne hörbaren Fahrgeräusche der neuen Autobahn. Beim Verlassen des Waldes sehen wir rechter Hand die Häuser von Freiung und vor uns viele Autos aus nah und fern, einen Bus aus Augsburg und etliche Camping-Zelte. Entsprechend lebhaft ist der Betrieb im überdachten Biergarten des "Steigerhäusls" mit seiner umfangreichen Speisekarte. Hier kann man verschnaufen und warten, bis die nächste Führung im Besucher-Bergwerk "Reichhart-Schacht" beginnt.

Dabei kommen wir mit einem Einheimischen ins Gespräch, der sieben Jahre lang im nahegelegenen Spatwerk Lissenthan als Hauer gearbeitet hat. Inzwischen ist er Landwirt und verkauft seine hervorragenden Erdäpfel auf dem Weidener Markt.

Diese "Glückwunsch-Lore", die sich auch an
Diese "Glückwunsch-Lore", die sich auch an Fußwanderer richtet, erinnert an die "Fluss-Spat-Blütezeit" in den 50er Jahren.
Ein Bericht über den Besuch des Museums würde den Rahmen dieser Wander-Notizen sprengen. Feststeht, dass nach der Rückkehr ins sonnige Tageslicht auch etwas müde Füße wieder munter werden. Beim Abschied werfen wir einen Blick auf den imposanten Förderturm. Er ist von der Grube "Hermine" hierher transportiert worden und erinnert uns an die Begegnung mit dem Wanderer Sepp.

Tiefschwarze Hagebutten



Der letzte Streckenabschnitt vergeht wie im Flug beim Plaudern über das Gesehene. Rechter Hand erblicken wir eine einmotorige Propeller-Maschine bei der Landung auf einem kleinen Flugplatz, während am Wegrand knallrote und tiefschwarze Hagebutten leuchten. In einem der Teiche von Geiselhof blühen die letzten Seerosen, in einem anderen hört und sieht man Fische nach Insekten schnappen und nahe dem letzten Teich steht unser Auto.

Unsere erste Herbstwanderung endet hier mit der Erinnerung an eine Epoche, in der in der Oberpfalz siebzehn Prozent der Weltförderung an Flussspat erfolgte. Sie stand damals in einem erfolgreichen Konkurrenzkampf mit Produzenten in den USA, Großbritannien und Russland.

Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen

Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.


zum Thema

Tipps zur Route

Auf der A 93 bis zur Abfahrt Nabburg, weiter in Richtung Amberg; nach knapp fünf Kilometern kurz vor Schmidgaden auf freier Strecke Kreuzung mit dem braunen "Museums"-Schild, mehr...

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben:

Ihre E-Mail-Adresse:
Ihr Kennwort:

Noch nicht Mitglied im Oberpfalznetz?

Dann registrieren Sie sich hier!
zum Thema

Tipps zur Route

Auf der A 93 bis zur Abfahrt Nabburg, weiter in Richtung Amberg; nach knapp fünf Kilometern kurz vor Schmidgaden auf freier Strecke Kreuzung mit dem braunen "Museums"-Schild, mehr...
Computer
Zum Artikel: Pimpen für die volle Pixelpracht

Berlin/Dresden

Pimpen für die volle Pixelpracht

Aufrüsten lohnt sich, aber beim Kauf einer Grafikkarte gibt es mehr zu beachten als die Leistung

AMD oder Nvidia? Im Grunde teilen sich zwei Hersteller den Markt für Grafikkarten. Übersichtlicher wird es dadurch aber nicht. Denn im Dschungel der Produktnamen bleibt oft unklar, welche Karte was kann. Verzicht ist aber auch keine Alternative - zumindest für Spieler. Denn mit den Anforderungen moderner Actionspiele kommt eine Onboard-Grafik, also die Ausstattung ab Werk, noch nicht klar. mehr...
Mensch und Gesellschaft
Zum Artikel: Immer den roten Faden entlang

Immer den roten Faden entlang

Landesgartenschau Bamberg: Geschichte der Baumwollspinnerei mit der Natur verwoben

Wer seinem alten und etwas ausgewaschenen T-Shirt wieder Farbe verleihen möchte, kann es noch bis 23. Mai einfärben - ganz wie zu alten Erba-Zeiten. Denn einst stand auf dem Gelände eine große mehr...
Medizin und Gesundheit
Zum Artikel: Kleiner Wächter in der Brust

Berlin

Kleiner Wächter in der Brust

Herzschrittmacher kontrollieren die Regelmäßigkeit der Pumpfunktion

(dpa/tmn) Das Herz ist der Antriebsmotor des Körper- und Lungenkreislaufs: Wie eine Pumpe versorgt es den Organismus ständig mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen. Es sorgt dafür, dass Kohlendioxid und Abfallprodukte abtransportiert werden. mehr...
Garten und Zierpflanzen
Zum Artikel: Viel Platz für Blumenkinder

Viel Platz für Blumenkinder

Rosa Dirscherl zieht sich ihre Rosen selber

Die Rosen zieht Rosa Dirscherl im Gewächshaus selber und ihre Stockrosen hat sie aus Frankreich "importiert": Bei einem Pfarrausflug wurde sie auf die attraktiven Blüten aufmerksam und nahm sich mehr...
Landwirtschaft, Forst und Jagd
Zum Artikel: Strategie sichert Rotwild-Bestand

Vilseck

Strategie sichert Rotwild-Bestand

Forstdirektor Maushake zu Grafenwöhrer Anfängen

Wenn es etwas Bedeutendes zu vermelden gibt, dann versteckt der Forstdirektor das nicht: Bei der Rotwildschau der Oberpfalz in Heringnohe bekannte Ulrich Maushake klar Farbe: "Für das abgelaufene Jagdjahr hatte sich die Hegegemeinschaft Oberpfalz Nord ein Abschussziel gesetzt, mehr...
Natur und Umwelt
Zum Artikel: Verhängnisvolle Fischernetze

Wellington

Verhängnisvolle Fischernetze

Seltenster Delfin der Welt vom Aussterben bedroht - Nur noch rund 50 Exemplare

Er ist etwa 1,7 Meter lang, nur fünfzig Kilogramm schwer, hat eine charakteristische grau-weiß-schwarze Zeichnung und eine schwarze Rückenflosse. Der Maui-Delfin ist die seltenste Delfinart der Welt: Nur noch etwa 55 Exemplare soll es geben. mehr...
Glaube und Kirche
Zum Artikel: Glaubensfest und neuer Aufbruch

Freiburg/Mannheim

Glaubensfest und neuer Aufbruch

Erzbischof Robert Zollitsch blickt auf den 98. Katholikentag in Mannheim

In neun Tagen beginnt in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag. Der gastgebende Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch erläutert im Interview, was er sich von dem Christentreffen zwischen dem 16. und 20. Mai erwartet. mehr...