Von Anja Gebhard |
29.03.2011
| Netzcode: 2742136 | 213 Mal gelesen.
Wir sind keine "Hooligans"
Graffiti: bunte Botschaften an Wänden - Johannes und Simon aus Amberg haben's drauf
Künstler bei der Arbeit: Gutes Graffiti erfordert ernsthafte Anstrengung. Bilder: agb (2)
Seit es Wände und Gebäude gibt, gibt es auch Graffiti. Sei es auf ägyptischen Pyramiden, Maya-Tempeln oder im 79 nach Christus beim Vesuv-Ausbruch verschütteten Pompeji. Bereits damals haben Jugendliche "inoffizielle Botschaften im öffentlichen Raum hinterlassen", berichtet das Wiener Institut für Graffiti-Forschung.
Ist Graffiti Kunst?
Die Beweggründe hierfür sind sehr unterschiedlich und reichen von der Lust an der Grenzerfahrung bis hin zum künstlerischen Ausdruck. Allen gemeinsam ist jedoch der Spaß daran, Spuren zu hinterlassen. Und so ist auch die moderne Graffiti-Bewegung entstanden.
1971 veröffentlichte die New York Times einen Artikel über einen Fahrradboten, der überall auf seinem Weg sein Kürzel ("tag") hinterlassen hatte. Daraus entstand ein kreativer Wettbewerb unter Jugendlichen.
Heute gibt es im wesentlichen zwei Stilrichtungen: Die "Styles", also stilisierte Buchstaben, und die "Characters", also Figuren bis hin zur fotorealistischen Darstellung.
Von Anja Gebhard |
29.03.2011
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Wir sind keine "Hooligans"
Graffiti: bunte Botschaften an Wänden - Johannes und Simon aus Amberg haben's drauf
Vereinzelt stellen auch Kommunen oder Privatpersonen und Firmen Wände zur Verfügung, auf denen offiziell gesprüht bzw. mit Streichfarbe, Pinsel oder Farbroller gearbeitet werden kann. Denn die Strafen für unerlaubtes Sprühen sind streng und wurden vor einigen Jahren nochmals verschärft.
Johannes und Simon, zwei Mitglieder der Amberger Graffiti-Szene, beschreiben für "Kind & Kegel", was einen guten Graffiti-Sprüher ausmacht: "Das Bild kommt zum Publikum", sagen sie. Folglich sei es wichtig, die Bilder in die Umgebung einzupassen, das Flair zu erfassen und die eigene Kreativität zu nutzen.
Wände erwünscht: Die Graffiti-Künstler freuen sich über neues "Material" für ihre Werke.
Graffiti ist eine Lebenseinstellung für die beiden. In der Welt der Graffiti gibt es strenge Regeln und ungeschriebene Gesetze. Wichtig ist der Respekt vor der Sache.
Das heißt, nie sollen bessere Bilder übermalt werden. Auch die Wände von Kirchen, Kunstwerken, privaten und öffentlichen Gebäuden sind tabu.
Hier distanzieren sich die beiden ausdrücklich von den "Hooligans", die mit ihren Parolen die Hauswände beschmieren und dem Ruf der Graffiti sehr schaden.
Von Anja Gebhard |
29.03.2011
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Wir sind keine "Hooligans"
Graffiti: bunte Botschaften an Wänden - Johannes und Simon aus Amberg haben's drauf
Positives Beispiel
Dass es auch anders laufen kann, zeigt sich an einer Wand, die ein Amberger Unternehmer zur Verfügung gestellt hat. "Wenn wir dort arbeiten, sind wir willkommen und die Bewohner der gegenüberliegenden Häuser haben uns sogar schon Kaffee angeboten".
Wichtig ist außerdem der Respekt untereinander. Man trifft Absprachen, wenn eine Wand zur Verfügung gestellt wird - und oft gibt es gemeinschaftliche Konzepte und Projekte. So entstehen enge Freundschaften und soziale Netzwerke.
Kontakt durch Graffiti
Man motiviert sich gegenseitig und die Wände, an denen gearbeitet wird, werden zu Treffpunkten. Persönliche Kontakte und Vorbilder spielen in der Graffiti-Szene eine große Rolle.
Ein großer Wunsch der beiden ist es, dass mehr Flächen zur Verfügung gestellt werden, auf denen legal gearbeitet werden kann. Wer hier weiterhelfen kann oder selbst Interesse am Graffiti hat, kann sich an das Amberger Jugendzentrum im alten Klärwerk wenden. Dort stellt man gerne Kontakte zur Amberger Graffiti-Szene her. Workshops finden dort ebenfalls statt.
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