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"Ballast der Republik": Neues Album der Toten Hosen
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Von Philipp Laage, dpa |
22.02.2012
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Ein Land im Dämmerzustand
Eine Rundreise durch Simbabwe
Die gewaltigen Wassermassen des Sambesi-Flusses stürzen in die Schlucht. Aus der Gischt erwächst ein Regenbogen. Die Victoriafälle sind das beliebteste Reiseziel in Simbabwe. Bilder: dpa (4)
Die Händler auf der Livingstone Bridge an der Grenze zu Sambia lächeln freundlich in die Mittagssonne. In ihren Händen halten sie dicke Bündel mit Geldscheinen - als Souvenir für die Touristen. Wer sich die bunten Banknoten mit den vielen Nullen anschaut, ahnt, dass etwas falsch gelaufen sein muss in Simbabwe. Hier an den Victoriafällen, in Sichtweite der mächtigen Wasserstürze, betreten Reisende ein Land, das für viele nicht mehr ist als eine düstere Ahnung, ein afrikanisches Schreckgespenst.
Simbabwe war einmal ein Vorzeigestaat, bis Präsident Robert Mugabe mehr und mehr Macht und Besitz an sich riss. Seit der Enteignung der weißen Farmer ab 1990 stürzte das Land immer tiefer ab. 2008 kollabierte die Währung, eine Hyperinflation machte den Simbabwe-Dollar wertlos. Die aus der Not heraus gebildete Koalitionsregierung blieb brüchig. So kommen die meisten Touristen nur kurz über die Grenze in den Ort Victoria Falls. Das Wasser des viertlängsten Stroms in Afrika stürzt hier über eine 1700 Meter breite Bruchkante in die Tiefe.
Der Überlandbus von Masvingo nach Harare transportiert einige Möbel auf dem Dach. Die Versorgung außerhalb der großen Städte ist in Simbabwe eher dürftig.
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Von Philipp Laage, dpa |
22.02.2012
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Ein Land im Dämmerzustand
Eine Rundreise durch Simbabwe
Ein Elefant kommt zum Trinken an das Ufer der Kariba-Stausees. Im Nordwesten von Simbabwe bekommen Reisende viele Wildtiere zu sehen - ohne einen Nationalpark betreten zu müssen.
Kaum jemand reist ins Landesinnere. Dabei ist der Staat für Touristen relativ sicher. Der Minibus fährt noch vor Morgengrauen los, er braucht für die 440 Kilometer nach Bulawayo sieben Stunden. In der Stadt im Zentrum des Landes verschwimmt der Blick auf die instabile politische Lage. Viktorianische Häuser säumen die Straßen, es gibt Shopping-Malls, Internetcafés und Restaurants.
Zwei Welterbestätten
Am Gehweg parken teure Geländewagen aus Europa. Fast schizophren erscheinen einem solche Eindrücke beim Flanieren durch die Straßen - Simbabwe belegt den sechsten Platz auf dem "Failed States Index 2011" der US-Organisation The Fund For Peace. Das Risiko, dass der Staat zerfällt, ist höher als im Irak.
Von Bulawayo aus können Reisende zwei Unesco-Welterbestätten besichtigen: die Ruinen von Khami und die Höhlenmalereien im Matopo-Gebirge, in dem der britische Kolonialpolitiker Cecil John Rhodes begraben liegt. Nach ihm war Süd-Rhodesien benannt, das heutige Simbabwe. Auf dem Marktplatz der Stadt klagt eine Händlerin über die desolate wirtschaftliche Situation: "Das hier sind doch die wahren Ruinen von Simbabwe", sagt sie und spielt auf die bedeutendste archäologische Fundstätte des Landes an, rund 280 Kilometer weiter im Osten nahe der Stadt Masvingo.
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22.02.2012
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Ein Land im Dämmerzustand
Eine Rundreise durch Simbabwe
Die Ruinen der ehemaligen Königsstadt Groß-Simbabwe sind heute Unesco-Welterbe. Vor mehr als 500 Jahren war hier die Hauptstadt des mächtigen Mutapa-Reiches.
500 Jahre alte Stadt
Die sandfarbenen Ruinen von Groß-Simbabwe sind am Nachmittag warm von der Sonne. Eidechsen sitzen auf den Felsen, durch den Eukalyptus und die Muhacha-Bäume mit ihren süßlichen Früchten klettern Affen. In dem Park sind fast keine Touristen unterwegs. Ein Wächter döst im Schatten. Die verfallene Stadt, die er bewachen soll, ist mehr als 500 Jahre alt. Bevor die ersten Europäer ins heutige Simbabwe kamen, existierte dort bereits das mächtige Mutapa-Reich.
Groß-Simbabwe war Hauptstadt und Sitz seiner Könige. Ein Pfad führt nun hinauf zur Burgruine, von der man auf die große Einfriedung und die Hügelruine sehen kann. Die Erbauer schichteten die Granitblöcke ohne Mörtel aufeinander. Am Abend fällt der Blick von Groß-Simbabwe über die Ebene. Die untergehende Sonne verpasst den Konturen der Landschaft einen warmen Rotstich. Stille liegt über dem Land, nur ein leichter Wind geht.
Am Kariba-Stausee, der letzten Reisestation, liegt abends noch die tropisch-heiße Luft des Tages über der kleinen Buschbar direkt am Ufer. Stacey und Dale, zwei Simbabwer, bieten eine Bleibe für die Nacht an. Von der Veranda ihres Hauses fällt der Blick auf den schwarzen See. Plötzlich ist da ein Schnauben im Garten - ein Nilpferd bewegt sich im Schatten und trabt fort in die Dunkelheit. "Nilpferde töten mehr Menschen als Krokodile", erzählt Dale. Erst spät in der Nacht sperrt er ab - und die Geräusche der Nacht aus.
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Ein Land im Dämmerzustand
Eine Rundreise durch Simbabwe
Unsichere Zukunft
Am nächsten Morgen geht es mit den Gästen noch einmal mit einem Motorboot auf den See. Elefanten, Zebras und Giraffen grasen am Ufer. Nilpferde gucken aus dem Wasser, manchmal auch ein Krokodilpanzer. Kariba liegt an der Grenze, der Abschied ist nicht ohne Wehmut. Viele in Simbabwe wären froh, wenn der Despot Mugabe endlich verschwindet, aus der Politik und aus den Köpfen der Menschen im Westen. Doch die Zukunft ist unsicher: Simbabwe ist ein Land im Dämmerzustand. Noch ist nicht klar, ob es bald hell wird oder sich endgültig verfinstert.
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• Anreise
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