Schadstoffe im Grundwasser
Bohrungen bestätigen: Boden verseucht
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| Das Grundwasser im Bereich der Auerbacher Helmut-Ott-Halle ist von Schadstoffen belastet. Bild: hfz |
Die Bohrung hinter der Helmut Ott-Halle zur Einrichtung einer Messstelle fördert "Unangenehmes" zutage. Das Grundwasser ist belastet, wie jetzt bekannt wurde. "Die gemessenen Werte liegen im oberen Bereich des Grundwasserleiters, also Gestein, in dem das Grundwasser zirkuliert, deutlich über dem Stufenwert 2 des Altlastenleitfadens und im unteren Teil etwa im Bereich des Stufenwertes 2. Nach dem Merkblatt des Landesamts für Umweltschutz in Bayern sind damit die Sanierungsgrenzwerte überschritten", heißt es von der N-Ergie Nürnberg, auf Anfrage der SRZ.
Sanierungsbedarf besteht
"Die Eingruppierung der Ergebnisse in Stufe 2 bedeutet, dass Sanierungsbedarf besteht. Es geht dabei darum, das Grundwasser zu reinigen, damit das in Ranna gefasste Trinkwasser auf lange Sicht nicht beeinträchtigt wird", so der Wasserversorger aus der Frankenmetropole weiter.
Die dauerhafte Messstelle für das Grundwasser wurde im Oktober hinter der Helmut-Ott-Halle eingerichtet. Hintergrund waren die entdeckten Schadstoffe im Boden auf dem Bulag-Gelände und der ehemaligen Reinigung Novetta an der Bahnhofsstraße. Dort wird seit 2009 der Boden bereits saniert, anliegende Grundstücke in privater Hand wurden ebenso schon untersucht. Diese Untersuchungen gingen vom Landratsamt Amberg-Sulzbach aus, im Herbst 2011 hat sich die N-Ergie Nürnberg als zuständiger Wasserversorger gut 200 Meter vom Bulag-Gelände entfernt dazu entschlossen, die Verhältnisse auch im tiefen Grundwasserbereich zu untersuchen.
Mehrere Untersuchungen
Nachdem im Umfeld bereits Schadstoffe festgestellt wurden, bohrten die Techniker etwa 150 bis 180 Meter in die Tiefe, um das dortige Karstgelände zu untersuchen. Die erste Etappe umfasste eine Bohrung von etwa 60 Metern Tiefe, um die dortigen Kreideschichten aus Sanden und Tonen zu untersuchen. Rund um die Uhr bohrten die Arbeiter, um in dem lockeren Gelände kein Nachfallen zu verursachen.
Weitere Bohrungen in tieferen Schichten folgten. Eine Pumpe holte dann in regelmäßigen Abständen das Wasser herauf, dieses wurde auf Schadstoffe, bzw. Lösungsmittel untersucht. Bis dato habe es keinen Grund zur Besorgnis gegeben, so Bürgermeister Joachim Neuß im Oktober. Auch in den Trinkwasserbrunnen in Ranna waren bislang keine Schadstoffe aufgetaucht", ergänzte ein Sprecher der N-Ergie im Oktober.
Nach den neuesten Erkenntnissen ist nun das Wasser doch gefährdet. So muss eventuell zur Bodenluftsanierung nun auch eine Reinigung des Grundwassers erfolgen.
Das Landratsamt nimmt bereits seit 2004 intensive Erkundungsmaßnahmen rund um das verseuchte Bulag-Gelände vor. Ein großes Netz an Messstellen ist bislang installiert worden, darunter auch sechzehn Grundwassermessstellen. Seit 2009 werden bereits Sanierungsmaßnahmen gemacht, so wurde eine Boden-Luft-Absauganlage in Betrieb genommen, die die Schadstoffe aus der Bodenluft filtert. Knapp 4000 Kilogramm Schadstoffe sind so schon mit Aktivkohlefiltern entsorgt worden. Insgesamt haben die bisherigen Maßnahmen mehr als eine halbe Million an Kosten verschlungen. Für 2012 sind weitere 160 000 Euro eingeplant. Positiv ist zu vermerken, dass auf den angrenzenden Privatanwesen keine Schadstoffe festgestellt wurden.
Die Vertreter des Landratsamtes und der N-Ergie hatten im Oktober noch einmal betont, dass die Einrichtung der Grundwassermessstelle eine reine Vorsichtsmaßnahme sei. "Das Ziel ist, dass etwaige Schadstoffe im Boden nie ins Grundwasser gelangen." Dies könnte sich nun als Irrtum erweisen. Mittlerweile wurden die Bohrarbeiten beendet. Es handelt sich dabei um eine Bohrung, die eine Tiefe von 171 Metern erreicht hat.
"Wir haben die grundwasserstauenden Schichten der Ornatenton-Formation erreicht und damit die von uns vorgesehene Tiefe. Der Karstgrundwasserleiter wurde mit der Bohrung vollständig erschlossen." Die Wasserproben wurden bei einem siebentägigen Pumpversuch entnommen und stammen aus zwei verschiedenen Tiefenbereichen. Der obere Bereich liegt bei ca. 111 Metern und der tiefere Bereich bei ca. 140 Metern. Erste Ergebnisse liegen bereits vor, der Abschlussbericht ist jedoch noch in Bearbeitung. "Nach seiner Fertigstellung werden wir Ende März die Ergebnisse mit dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt besprechen", so N-Ergie.
Die Behörden entscheiden
Die Entscheidung über Sanierungsmaßnahmen treffen die zuständigen Behörden Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt auf Grundlage der Ergebnisse des Abschlussberichts. Die N-Ergie wird bei den Besprechungen die Belange der Trinkwasserversorgung für Auerbach und Nürnberg vertreten, so heißt es weiter aus Nürnberg.
Anfragen an das Landratsamt Amberg-Sulzbach über die weitere Vorgehensweise blieben bis Redaktionsschluss unbeantwortet.
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