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Von Barbara Munker, dpa  |  19.01.2012  | Netzcode: 3110281  |  103 Mal gelesen.

Hinter der Fassade des Machtmenschen

"J. Edgar": Regisseur Clint Eastwood und sein Star Leonardo DiCaprio durchleuchten den FBI-Chef Hoover

Leonardo DiCaprio als J. Edgar Hoover, Direktor
Leonardo DiCaprio als J. Edgar Hoover, Direktor und Begründer des FBI. Bild: dpa/Warner Bros.
Der mittlerweile 81 Jahre alte Clint Eastwood macht als Regisseur aus dem 37-jährigen Leonardo DiCaprio einen der mächtigsten Männer Amerikas. Eine dicke Portion Make-up und DiCaprios feine Verwandlungskunst bringen den FBI-Chef J. Edgar Hoover auf der Leinwand zum Leben. "J. Edgar" ist keine gewöhnliche Filmbiographie über die Karriere und die Macht des legendären und gefürchteten Gründers der amerikanischen Bundespolizei. Es ist vielmehr das sensible Porträt eines Mannes mit vielen Schwächen, die Hoover sein Leben lang verbergen wollte. Das Bild des Muttersöhnchens, von Selbstzweifeln zerrissen, ein verkappter Homosexueller, der sich nie offen zu einer Liebe bekannte. Das ist die andere Seite, die Eastwood mit Fingerspitzengefühl enthüllt. Das Drama beginnt mit Hoover als altem Mann am Ende seiner knapp 50-jährigen FBI-Karriere. Er diktiert Sekretären seine Lebensgeschichte, eine Mischung aus Fakten und Selbstverherrlichung. In Rückblenden führt Eastwood die Zuschauer in Hoovers Leben zurück. Hoover geht akribisch und skrupellos gegen alles vor, was er für staatsfeindlich hält: Verbrecher, Kommunisten, Radikale, Freidenker. Er führte Spurensicherung, Wanzen und Bespitzelung ein.

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