Von Frank Werner |
18.01.2012
| Netzcode: 3108641 | 826 Mal gelesen.
Weiden
Kampf gegen Verödung der Ortskerne
Brigitta Brunner: "Es muss einen Lernprozess bei den Bürgermeistern gegen die Ghettoisierung geben"
Die Oberpfalz wird in den nächsten 15 Jahren rund 3,4 Prozent ihrer Bevölkerung verlieren. Der Norden des Bezirks wird davon besonders betroffen sein. Die Folgen des demografischen Wandels zu bekämpfen gehört zu den Hauptanliegen von Brigitta Brunner. Im Gespräch mit unserer Zeitung stellt die Regierungspräsidentin am Dienstag fest: "Wir leben in einer Zeit, in der urbane Räume unheimlich attraktiv sind." Zugleich veröden viele Ortskerne auf dem Land, dagegen würden immer neue Baugebiete ausgewiesen. Brunner: "Es muss einen Lernprozess bei den Bürgermeistern gegen die Ghettoisierung geben."
Gebot der Stunde
Mit Argumenten wie niedrigen Lebenshaltungskosten, Familienfreundlichkeit oder dem leichteren Erwerb von Wohneigentum allein sei die Bevölkerung nicht zu halten. Interkommunale Zusammenarbeit wie zum Beispiel bei den Mittelschulen ist nach Brunners Überzeugung das Gebot der Stunde. Außerdem müssten mehr Frauen für technische Berufe gewonnen werden. Beim Ausbau der Kinderkrippen sei besonders der Norden der Oberpfalz sehr aktiv.
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Weiden
Kampf gegen Verödung der Ortskerne
Brigitta Brunner: "Es muss einen Lernprozess bei den Bürgermeistern gegen die Ghettoisierung geben"
Weitere Behördenverlagerungen hält die Regierungspräsidentin dagegen für kein probates Mittel im Kampf gegen die Ausdünnung der Regionen. "Das war vielleicht das Gebot der Stunde bei hoher Arbeitslosigkeit", meint die gebürtige Oberviechtacherin. Jetzt gehe es vor allem darum, Facharbeiter für innovative Firmen zu halten. Die Staatsregierung ist nach Ansicht der 49-Jährigen mit dem im November 2011 verabschiedeten "Aktionsplan Demografischer Wandel" auf dem richtigen Weg. In den nächsten fünf Jahren sollen rund 1,3 Milliarden Euro investiert werden. "Wir haben mehr Sterbefälle als Geburten", macht Brunner deutlich. Das Problem in der Oberpfalz sei nicht die Abwanderung.
Brunner meldet seit einiger Zeit eine Zunahme der Zahl der Asylbewerber im Bezirk. Die Zahl sei mit 1050 Ende des Jahres 2011 aber immer noch deutlich niedriger als in den 90er Jahren. 60 Prozent der Personen seien in Regensburg, Amberg und Weiden untergebracht. Bei der Suche nach Unterkünften für die Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien oder dem Irak hat sie viel Lob für die Bevölkerung übrig: "Die Oberpfalz geht sehr tolerant mit dem Thema Asylbewerber um. Darauf können wir stolz sein." Es gehe schließlich um die Wahrung eines Grundrechts. Brunner: "Das ist eine moralische Aufgabe von uns." Fakt sei: Der Ausländeranteil in der Oberpfalz liege nur bei vier Prozent. In Oberbayern betrage er zum Beispiel 13 Prozent.
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Weiden
Kampf gegen Verödung der Ortskerne
Brigitta Brunner: "Es muss einen Lernprozess bei den Bürgermeistern gegen die Ghettoisierung geben"
Warnung vor Hysterie
Bei einem anderen - oft sehr emotionalen - Thema, bleibt die Regierungspräsidentin sehr nüchtern: "Bei der Windkraft bedarf es komplexer Abstimmungsprozesse." Brunner macht deutlich, dass es durch die Energiewende zu Veränderungen auch in der Landschaft kommen werde: "Das ist unvermeidlich." Gleichzeitig warnt sie aber auch vor Hysterie: "Niemand hat vor, neben der Kappl ein Windrad aufzustellen."
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Bürgermeister aus dem Landkreis Tirschenreuth: Behördenverlagerungen sehr sinnvoll
Kräftigen Gegenwind erhält Regierungspräsidentin Brigitta Brunner für ihre Aussagen, die sie am Dienstag beim Gespräch mit unserer Zeitung getroffen hatte. Drei Bürgermeister aus dem Landkreis mehr...
Kommentare
Johann Baier | 20.01.2012 12:36 Uhr
Die Zeitung „Der neue Tag“ berichtete in ihrer Ausgabe vom Donnerstag, 19.Januar von dem Protest der Bürgermeister im Ldkr. Tir. gegen die Aussage von Fr. Präsidentin Brunner, welche Behördenverlagerungen als strukturpolitisch sinnlos bezeichnet hatte.
Fr. Brunner die als Regierungspräsidentin zweifellos eine Persönlichkeit mit Kompetenz für alle Belange in der Oberpfalz darstellt, hat zurecht auf die Sinnlosigkeit der Verlagerung des ALE-OPF hingewiesen. Sinnlos in dem Zusammenhang das durch die Verlagerung 16 Lehrlinge eingestellt werden und sonst keinerlei positive Impulse für die nördliche Oberpfalz entstehen. Laut einer internen Umfrage im ALE wollen ganze 7 Mitarbeiter in den Norden umziehen. 36 Mitarbeiter werden gerade für 3-4 Tage in Tir. Wohnen und zurück nach Regensburg pendeln. Der Rest wird jeden Tag pendeln. Am ALE herrscht Einstellungsstopp. Frei werdende Arbeitsplätze werden nicht mehr besetzt. Laut einer internen Mitteilung vom Landwirtschaftsministerium wird die Anstellung von den 16 Lehrlingen die „einzige“ strukturpolitische Maßnahme für viele Jahre sein.
Die Verlagerung kostet den Steuerzahler 20 Mio. € und das Resultat sind 16 Arbeitsplätze.
Sie ist ein Feigenblatt der Staatsregierung um die strukturpolitischen Versäumnisse der letzten 30 Jahre im Landkreis Tir. zu kaschieren. Das ganze als sinnvoll für den Arbeitsmarkt in Tir. darzustellen entspricht nicht der Wahrheit. Die Leidtragenden sind die Mitarbeiter des ALE und ihre Familien.
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Bürgermeister aus dem Landkreis Tirschenreuth: Behördenverlagerungen sehr sinnvoll
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Fr. Brunner die als Regierungspräsidentin zweifellos eine Persönlichkeit mit Kompetenz für alle Belange in der Oberpfalz darstellt, hat zurecht auf die Sinnlosigkeit der Verlagerung des ALE-OPF hingewiesen. Sinnlos in dem Zusammenhang das durch die Verlagerung 16 Lehrlinge eingestellt werden und sonst keinerlei positive Impulse für die nördliche Oberpfalz entstehen. Laut einer internen Umfrage im ALE wollen ganze 7 Mitarbeiter in den Norden umziehen. 36 Mitarbeiter werden gerade für 3-4 Tage in Tir. Wohnen und zurück nach Regensburg pendeln. Der Rest wird jeden Tag pendeln. Am ALE herrscht Einstellungsstopp. Frei werdende Arbeitsplätze werden nicht mehr besetzt. Laut einer internen Mitteilung vom Landwirtschaftsministerium wird die Anstellung von den 16 Lehrlingen die „einzige“ strukturpolitische Maßnahme für viele Jahre sein.
Die Verlagerung kostet den Steuerzahler 20 Mio. € und das Resultat sind 16 Arbeitsplätze.
Sie ist ein Feigenblatt der Staatsregierung um die strukturpolitischen Versäumnisse der letzten 30 Jahre im Landkreis Tir. zu kaschieren. Das ganze als sinnvoll für den Arbeitsmarkt in Tir. darzustellen entspricht nicht der Wahrheit. Die Leidtragenden sind die Mitarbeiter des ALE und ihre Familien.
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