02.02.2012
| Netzcode: 3125804 | 1752 Mal gelesen.
Weiden
"Melde dich doch mal bitte"
Ein Mord und das Internet: Freunde und Verwandte reagieren in "Facebook" auf die Fahndung
Weiden. (mte/ca) Was ist passiert am letzten Mittwochabend, als auf einem stockdunklen Feldweg auf der Konradshöhe in Weiden der 66-jährige Rentner Wolfgang B. auf die jungen Leute Florian Klöber und Katja Röder traf? Fakt ist, dass Wolfgang B. an über einem Dutzend Stichverletzungen in den Rücken starb. Außerdem sah ein Zeuge ein Pärchen in einem Honda HR-V flüchten. Am Tatort zurück blieben das Tatwerkzeug (ein Survival-Messer) und eine Billig-Armbrust samt Pfeil.
Mit Waffen kennt sich Florian Klöber aus. Das zeigt auch sein Eintrag bei einem Online-Shop, der die Erlaubnis für den Handel mit Schusswaffen und Munition gemäß dem Waffengesetz hat. Hier bewertet Klöber als Kunde ein Zielfernrohr. Der Soldat erklärt, wie leicht der Anbau sei, wie gut sich das 70 Euro teure Zielfernrohr optisch mache, und dass es aber nur für Langwaffen geeignet wäre.
Im gleichen Shop gibt es Armbrüste und Messer der Marke Herbertz zu kaufen. Eine Armbrust fanden die Ermittler am Tatort. Mit einem Herbertz-Messer erstach der Täter den Weidener Wolfgang B.
Florian Klöber ist als Soldat beim Panzergrenadierbataillon 112 in der Bayerwaldkaserne in Regen stationiert. Der 22-Jährige stammt aus Schweinfurt, hatte seinen Wohnsitz aber fest in Regen angemeldet. Erst wenige Tage vor der Tat wird sein Auto, ein Honda HR-V, entstempelt, weil der Versicherungsschutz fehlte. Dabei wird der graue Stempel auf dem Kennzeichen abgekratzt. Damit ist ersichtlich, dass das Auto nicht im Straßenverkehr geführt werden darf.
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Weiden
"Melde dich doch mal bitte"
Ein Mord und das Internet: Freunde und Verwandte reagieren in "Facebook" auf die Fahndung
Katja Röder hat sich bis heute nicht mehr bei ihrer Familie in Hütten gemeldet. Die arbeitslose Altenpflegerin ist in ihrer Wohnung seit 25. Januar nicht mehr aufgetaucht. Die Polizei schreibt von Katja Röder als "seine (Florian Klöbers) Freundin". Die 23-Jährige, gebürtig in Plauen, stand aber eigentlich mit einem anderen Soldaten aus Regen in einer Beziehung. Wie viele junge Leute nutzt sie die Internet-Plattform "Facebook", um Privates mit Freunden auszutauschen. Nach ihren eigenen Angaben auf ihrer "Pinnwand" ist sie seit 21. Januar "in einer Beziehung". Zuvor, am 12. Januar, schickte sie noch einem anderen Soldaten namens Kai Liebesgrüße: "Ja mein Schatz, ich bin dein Mädchen und ich liebe dich über alles."
Inzwischen äußern sich per Internet ihre Angehörigen und Freunde sehr besorgt. Ihre Facebook-Pinnwand läuft voll. Bereits am Freitag, zwei Tage nach der Bluttat, postet eine enge Verwandte: "Melde dich doch mal bitte." Am Mittwoch, 25. Januar, hatte die Polizei den Twingo der jungen Frau in einem Straßengraben bei Grafenwöhr gefunden: verlassen und ohne Kennzeichen. Der Wagen war gegen einen Baum gesteuert worden.
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Weiden
"Melde dich doch mal bitte"
Ein Mord und das Internet: Freunde und Verwandte reagieren in "Facebook" auf die Fahndung
Gestern Abend, kurz nachdem die Fahndung nach der jungen Frau über die Medien läuft, schreibt eine Freundin: "Polizei sucht nach ihr". "Was ist los mit dir? Stimmt das oder was?", fragt eine andere Bekannte nach dem Fahndungsaufruf. Die Freunde tauschen sich virtuell aus: "Mach mir Sorgen um sie." Auch über ihren Aufenthaltsort wird spekuliert. Ein Freund tippt auf Erfurt.
Zumindest erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Armbrust-Attacke auf einen Hund am Mittwoch, 25. Januar, in Hütten. Gegen 17.30 Uhr wurde der Hund einer 73-Jährigen von einem 16 Zentimeter langen Pfeil einer Armbrust getroffen. Am gleichen Abend wird am Tatort in Weiden eine Armbrust der Marke "Mini Cross Bow" gefunden.
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