Weiden. (rdo) Rudi Assauer ist wohl der derzeit bekannteste Betroffene von Demenz. Jedes Jahr erkranken in Deutschland aber mehr als 230 000 Menschen neu daran. Mehr als andere Erkrankungen konfrontiert die Demenz Betroffene und Angehörige mit Veränderungen, die vor allem das Verhalten und die Persönlichkeit betreffen. Doch wie damit umgehen?
Seniorenbeauftragter Alfons Heidingsfelder dankte Sabine Kroy-Leci für ihren Vortrag. Bild: Dobmeier
Genau dieses Themas nahm sich Sabine Kroy-Lecimit ihrem Referat zur Vortragsreihe "Alt werden und dann?" im Maria-Seltmann-Haus an. Der Seniorenbeauftragte der Stadt Weiden, Alfons Heidingsfelder, begrüßte die Leiterin des ambulanten Pflegedienstes Sonnenschein und der Tagespflege Waldheim.
Die Referentin schöpft aus 28 Jahren Erfahrungsschatz im Pflegeberuf und erklärte den Zuhörern, dass Demenz das schwerste neuropsychiatrische Syndrom des alten Menschen ist. "Die Demenz raubt dem Patienten nach und nach die Fähigkeit verstehend an der Welt teilzunehmen und handelnd auf sie einzuwirken. Sie führt in die Abhängigkeit mit anderen Personen."
Die häufigste Form der Demenz sei Morbus Alzheimer. Hier erkrankt nicht nur der Betroffene, sondern mit ihm die ganze Familie. Eine 24 Stunden Betreuung ist bei dieser Form nötig. Die Krankheit beginnt immer schleichend, sagt Sabine Kroy-Leci und erklärt, wie die ersten Warnzeichen aussehen können: Zum Beispiel stellt einer immer wieder die gleichen Fragen oder vergisst alltägliche Routinen wie das Kochen oder Bügeln. Der Betroffene verlegt Gegenstände und verdächtigt andere Personen. Häufig wird auch das Äußere vernachlässigt.
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Von (rdo) |
03.02.2012
| Netzcode: 3126944 | 211 Mal gelesen.
Morbus Alzheimer ist noch nicht heilbar, aber man kann durch bestimmte Reize und Training das Gehirn länger fit halten, weiß Kroy-Leci. Diese Therapieübungen würden täglich mit den Gästen ihrer Einrichtungen durchgeführt. Seltenere Demenzformen seien Morbus Pick und Morbus Creutzfeldt-Jakob.
In der anschließenden Diskussion stellte sich dank einer Frau, die einen dementen Angehörigen betreut, heraus: Der Gesetzgeber gibt im Fall einer Demenz Geld dazu: Zum Pflegegeld erhält der Patient eine Extrazahlung beim Besuch der Tagespflege. 225 bis 775 Euro, je nach Pflegestufe, sind das. Die Betreuung müssen aber Einrichtungen mit entsprechenden Zulassungen, wie eine Tagespflegeeinrichtung, erbringen.
Erleichterung bringt auch der Fahrdienst, der den Patienten von zu Hause abholt und ihn bei Vollpension für einen Tag bis 16 Uhr zur Gruppe im Waldheim bringt. Das verschafft pflegenden Angehörigen ein wenig Zeit zum Durchatmen.
Der demente Patient kann auch zu Hause betreut werden. Auch hier bliebe das Pflegegeld unberührt, ein Extrageld bis 200 Euro kann genehmigt werden.
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