Von Hanna Duft |
03.02.2012
| Netzcode: 3127106 | 384 Mal gelesen.
Regensburg
Bilder voller Kraft und Fantasie
Kunstpreis für Menschen mit geistiger Behinderung geht in die zweite Runde
Franz Buchner (vorne, Mitte) hat es mit seinem Mohnblumenbild 2010 geschafft, in den Katalog aufgenommen zu werden. Wie er will auch Christl Primbs (links neben ihm) heuer wieder am Wettbewerb teilnehmen. Die Jury, hier mit im Bild, ist gespannt auf die Einsendungen. Bild: duf
Allen Zweiflern zum Trotz hatte sich die Premiere vor zwei Jahren als Erfolg erwiesen: 173 Künstler reichten 460 Arbeiten beim ersten Kunstpreis für Menschen mit geistiger Behinderung in Niederbayern und der Oberpfalz ein. Die Ausstellung der besten Bilder in den Räumen des Kunst- und Gewerbevereins (KGV) Regensburg fand große Beachtung. Jetzt geht der Kunstpreis in die zweite Runde.
"Ist das richtige Kunst?"
Die Entscheidung, einen Kunstpreis für geistig Behinderte zu organisieren, sei im KGV anfangs durchaus kontrovers diskutiert worden, berichtete Vereinsvorsitzender Alfred Böschl bei der Auftaktveranstaltung des Kunstpreises. "Ist das richtige Kunst?" - die Frage stand im Raum. Doch die überwältigende Resonanz und die hohe Qualität der Bilder beim ersten Kunstpreis gaben Böschl recht.
Ganz bewusst habe man "neben dem ganzen Kunstmarktgesülze" eine Kombination gesucht, die es so noch nicht gab, sagte Böschl. Wichtig sei es, nicht immer nur über Inklusion zu reden, sondern auch etwas zu tun. Die Ernsthaftigkeit unterstreiche, dass auch heuer wieder ein professioneller Katalog aus den besten Werken erstellt wird. Die Jury sei mit Künstlern und Kennern hochkarätig besetzt. "Wir hängen nicht einfach ein paar Bilder an die Wand", sagte Böschl.
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Regensburg
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Kunstpreis für Menschen mit geistiger Behinderung geht in die zweite Runde
Organisationspartner ist die Katholische Jugendfürsorge (KJF) der Diözese Regensburg. Deren Direktor Michael Eibl betonte: "Das ist keine Gefälligkeitsjury, das sind Profis." Neu sei in diesem Jahr, dass die österreichische Galerie Kulturforum Hartheim, eine "Drehscheibe für Kunst im Kontext mit Behinderung" (Eibl), eine Gastausstellung in den Räumen des KGV zeige.
Bereits beim ersten Kunstpreis teilgenommen hatten die beiden Straubinger Christl Primbs und Franz Buchner. Mit seinem Mohnblumenbild schaffte Buchner es sogar in den Katalog der besten Bilder. Seit seiner Kindheit malt er - am liebsten alleine und in Ruhe, erzählte er. Sein größter Erfolg war, als sein Bild beim Kunstpreis 2010 ausgewählt wurde - und er bei der Ausstellung sogar einige seiner Werke verkaufen konnte. "Der Kunstpreis vermittelt, welche Kraft hinter Bildern von geistig Behinderten steckt", sagte Jury-Mitglied Martin van Bracht, Künstler und Kunsttherapeut. Welch großes Potenzial behinderte Menschen haben, werde in der Gesellschaft zu wenig wahrgenommen. Und Galeristin Wilma Rapf-Karikari, ebenfalls Mitglied der Jury, ergänzte, sie sei sehr glücklich über den Kunstpreis: "Ohne ihn bekäme man diese Bilder gar nicht zu sehen."
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Kunstpreis für Menschen mit geistiger Behinderung geht in die zweite Runde
Vernissage am 22. Juni
Gezeigt werden die besten Arbeiten vom 23. Juni bis 15. Juli in den Räumen des KGV in Regensburg. Die Preise werden bei der Vernissage am 22. Juni von der Schirmherrin, Schriftstellerin Eva Demski, verliehen. Am Kunstpreis können Volljährige teilnehmen, die in Niederbayern oder der Oberpfalz wohnen, sich künstlerisch betätigen und nach den gesetzlichen Regelungen als geistig behindert gelten.
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Weitere Informationen unter Telefon 0941/79887220 oder E-Mail presse@kjf-regensburg.de.
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