Von Karl Scheuerer |
09.02.2012
| Netzcode: 3133434 | 606 Mal gelesen.
Weiden
"Verantwortung für unsere Kinder"
Kultusminister Ludwig Spaenle: In Bayern gibt es viele Wege zur Hochschulreife
Weiden. Die Kritik am bayerischen Schul- und Bildungsystem ist wahrlich nicht neu. Aber bei allem Verständnis dafür ist Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) doch der Meinung, dass es für junge Menschen im Freistaat so viele Wege gibt, um sogar von der Hauptschule aus noch einen Abschluss zur Hochschulreife zu schaffen. "Das ist der bayerische Weg, um manchmal auch ohne Gymnasium auf einer Universität zu landen", sagte der Minister am Mittwoch in einem Gespräch mit unserer Zeitung.
"Die Nachfrage nach Ganztagssschulen steigt. Und glauben Sie mir, ich bin unersättlich, was die erforderlichen Planstellen betrifft", so Kultusminister Ludwig Spaenle.
So haben zum zweiten Mal im Schuljahr 2011/2012 knapp 120 000 Schüler der 4. Jahrgangsstufe der Grundschulen in Bayern gemeinsam mit ihren Eltern auf der Basis der Neuregelung des Übertritts eine Entscheidung zur Schullaufbahn getroffen und besuchen nun eine weiterführende Schule. "Wir haben das Übertrittsverfahren verändert, dabei die Verantwortung der Eltern gestärkt und die Durchlässigkeit erhöht", so Spaenle.
Die aufnehmende Schule müsse die Begabung prüfen, unter Begleitung der Eltern. Für die Grundschulen stünden genügend Lehrkräfte zur Verfügung, allerdings würden auch die Kinder immer weniger. Bei den Ganztagsschulen steigt laut Spaenle die Nachfrage: "Dafür zahlen wir erheblich, aber glauben Sie mir, ich bin unersättlich, was die Besetzung von Planstellen anbelangt." Die Debatte über mehr Lehrerstellen insgesamt scheint für den Minister beendet: "Wir haben mehr eingestellt, auch im Nachtragshaushalt sind noch Stellen vorgesehen."
G8 erfolgreich
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Weiden
"Verantwortung für unsere Kinder"
Kultusminister Ludwig Spaenle: In Bayern gibt es viele Wege zur Hochschulreife
Auch der Streit um das G8 verliert an Schärfe. Spaenle verweist darauf, dass es im März dazu einen Bericht geben wird. Jetzt schon steht für ihn fest, dass es viele gute Abschlüsse gegeben hat, die im Schnitt sogar besser waren als beim früheren G9. Und er betont, dass die Anforderungen an das Abitur in Bayern nach wie vor höher sind als in anderen Bundesländern. Was die Lehrpläne betrifft, so hebt der Minister hervor: "Wir werden diese nochmals überprüfen, mit den Schulen und den Eltern erneut darüber sprechen." Nach der kurz bevorstehenden Austeilung der Zwischenzeugnisse werde an den Realschulen und Gymnasien Bilanz gezogen und überprüft, welche Lehrerstellen noch gebraucht würden: "Denn ich werde auf jeden Fall dem Unterrichtausfall massiv zu Leibe rücken."
Um die Schüler auf ihrem weiteren Lebensweg noch stärker zu unterstützen, plant der Minister einen Runden Tisch mit Schulen, Kommune, Verbänden, Kammern und Sportvereinen: "Es geht darum, die Bildungslandschaft vor Ort zu organisieren, die ja regional unterschiedlich ist. Und schließlich ist unser Ministerium ein Dienstleistungsbetrieb, der den Kindern in unserem Land dient. Wir sind dafür verantwortlich, dass die 1,8 Millionen Kinder im Freistaat gut vorwärtskommen."
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"Verantwortung für unsere Kinder"
Kultusminister Ludwig Spaenle: In Bayern gibt es viele Wege zur Hochschulreife
Kein Maulkorb für Lehrer
Spaenle versteht deshalb auch die Vorwürfe nicht, das Kultusministerium verpasse unliebsamen und kritischen Lehrern einen Maulkorb. Diese hätten zwar Beamtenstatus und seien zu einem loyalen Verhältnis gegenüber dem Staat verpflichtet. "Darauf bestehe ich. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich mir die Kritik nicht anhöre." Zufrieden zeigt sich Spaenle über den Plan der Staatsregierung, die Zahl der Schulsozialarbeiter bis 2019 auf 1000 zu erhöhen.
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