Bilder mit großen Blüten, Naturrelikten, grandiosen Landschaften und reduzierter Architektur - mit diesen Themen beschäftigte sich Georgia O'Keeffe ein Leben lang (1887 - 1986) Sie gilt heute als Ikone der amerikanischen Malerei. Die Ausstellung in der Hypo-Kulturstiftung ist Teil einer europaweiten Konzeption, nach Rom jetzt in München und danach noch in Helsinki zu sehen. Präsentiert werden 75 Gemälde, Fotografien und vereinzelten Skulpturen und zusätzlich Fotografien ihres Förderers und späteren Ehemanns, dem weltbekannten Fotografen Stieglitz.
Von Zeichnungen begeistert
Offen bekennt die Künstlerin, dass sie vom Leben privilegiert war. Erst durch die Bekanntschaft mit Alfred Stieglitz wurde die gebürtige Texanerin in der New Yorker Künstlerwelt ein Begriff. Alfred Stieglitz (1864- 1949) war von ihren Kohlezeichnungen derart begeistert, dass er eine Ausstellung bei einem New Yorker Galeristen für sie organisierte. Immer schon von der Idee besessen, ein "composite portrait" zu kreieren, ein fotografisches Tagebuch über ein Leben hinweg, wurde ihm die 24 Jahre jüngere Georgia O'Keeffe zum Model und über seine geschickte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zur berühmten, auch vermögenden Künstlerin. Nicht zuletzt beeinflusste die fotografische Technik ihre Malweise. Wie Nahaufnahmen wirken die Bilder. Weiße Linien, Lichthöfe schaffen atmosphärische Spannung.
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Von Michaela Schabel |
11.02.2012
| Netzcode: 3136447 | 177 Mal gelesen.
München
Eine Frau, die im Leben Glück hatte
Münchner Hypo-Kulturstiftung zeigt die erste Retrospektive der amerikanischen Malerin Georgia O'Keeffe
Das Werk Georgia O'Keeffes spiegelt zugleich ihre Lebensgeschichte. Chronologisch folgt die Ausstellung den Lebensabschnitten der Künstlerin. Zwei Filme zeigen die enge Verflechtung von Lebensorten und künstlerischen Schaffen, wodurch Georgia O'Keeffe zur ersten berühmten Malerin der USA avancierte und ihrer Bilder als Ikonen der amerikanischen Moderne gelten.
Von Erotik zur Landschaft
Die akademische Ausbildung brach Georgia O'Keeffe ab. Sie wollte nicht wie alle malen, sondern ihren eigenen Stil entwickeln, revolutionierte die Blumenmalerei, indem sie die Motive gleichsam heranzoomte und sie in detaillierter Nahsicht großformatig, sehr plastisch und farbintensiv malte. Ihre New Yorker Bilder wurden genauso wie Stieglitz New-York-Fotografien image-bildend für die Metropole, wirken allerdings aus heutiger Sicht nicht mehr so beeindruckend.
Nicht zuletzt durch die von Stieglitz veröffentlichen privaten Aktfotografien wurde O'Keeffe in der Öffentlichkeit durch ihre Sinnlichkeit und Weiblichkeit wahrgenommen, entsprechend interpretierte man ihre Bilder im Sinne Freuds nur als Ausdruck latenter Sexualität. Sieht man Georgia O'Keeffe Bilder heute ohne dieses Vorwissen, ist diese Rezeption allerdings nicht von der Hand zu weisen. Offene und geschlossene Muscheln vermitteln Erotik pur. Maiskolbenblätter lassen durchaus weibliche Körperlichkeit assoziieren, die Blütenstände der Stechäpfel lassen an Phallussymbole denken.
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11.02.2012
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München
Eine Frau, die im Leben Glück hatte
Münchner Hypo-Kulturstiftung zeigt die erste Retrospektive der amerikanischen Malerin Georgia O'Keeffe
Immer öfter und immer länger reiste O'Keeffe nach New Mexiko. Die Tür einer altern Ranch im Adobe-Stil der indianischen Lehmhäuser faszinierte sie derart, dass sie die Ranch schließlich kaufte, übersiedelte. In dieser Einsamkeit erfand sie sich neu nach eigenen Kriterien als "eine lebensfrohe, witzige, sehr menschliche Frau".
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Zu sehen ist Ausstellung noch bis 13. Mai in der Münchner Hypo-Kulturstiftung, täglich von 10 - 20 Uhr, Faschingsdienstag nur bis 14 Uhr.
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