Neuhauser Kulturbühne stellt Programm vor: von Beasley bis Springer - Jam-Session mit Jenny Boneja und Al Jones
So eine "Begleitband" hat nicht jeder: Sängerin Jenny Boneja jammt mit Al Jones (rechts) und seiner Band sowie "Ballroomshaker"-Saxophonist Stefan Scholz. Bild: T.Schwarzmeier
Als Jenny Boneja den ersten Ton singt, staunen die Zuhörer nicht schlecht. Die eher grazile Frontfrau legt mit unerwartet tiefer, einschneidender Stimme los und lässt den Schafferhof beben. Die Deutsch-Amerikanerin ist einer der Höhepunkte einer außergewöhnlichen Jam-Session. In der liebgewordenen Tradition der "Pressekonzerte" gibt die Kulturbühne wieder einen musikalischen Vorgeschmack auf das Jahresprogramm im Schafferhof.
Der geballte Blues-Sound von R-&-B-Größe Al Jones (wunderbar: "Bittersweet"), die frivol-hintersinnigen Chansons Peter Wittmanns ("Klonen kann sich lohnen") oder die stilistisch variablen Bayerisch-Böhmischen Musikanten (mit einer Blasmusikvariante von Abbas "S.O.S.") sind einzeln für sich schon musikalische Leckerbissen. Als die Künstler aber am Donnerstag schließlich alle gemeinsam auf der Bühne stehen und Rock-Standards mit seltener Soundtiefe erfüllen, elektrisieren sie das Publikum förmlich.
Warten auf Jenny und Al
Auf die "normalen" Schafferhof-Konzerte der spielfreudigen Session-Musiker müssen die Fans aber noch etwas warten: Al Jones kommt mit zwei Saxofonisten am 23. November, Ballhaus-Bariton Peter Wittmann mit seinem Programm "Salonlöwe herzt Tastentigerin" am 21. September nach Neuhaus. Jenny Boneja , die im Stil eines Glamour-Girls der 40er Jahre die Vertreter der regionalen Medien und Tourismusverbände auch optisch in den Bann zieht, eröffnet mit den "Ballroomshakers" am 25. Januar erst das Konzertjahr 2013.
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Die Band "Mezcaleros" mit ihrer "Rockin' Rumba Revue" kommen am 30. März auf den Schafferhof. Bild: hfz
Doch Schafferhof-Wirt Reinhard Fütterer und Konzert-Manager Werner Schick versüßen die "Wartezeit" mit einer gewohnt vielschichtigen musikalischen Bandbreite zwischen Folk, Soul, Blues und Rock. Dazu gehören auch nicht-massenkompatible Stilrichtungen wie der Jazz von Pianist John Beasley , der unter anderem mit Miles Davis zusammenarbeitete, am 22. März oder der Tex-Mex-Sound der Band "Mezcaleros" am 30. März. Ein Geheimtipp ist "Shakra's Aida" , eine Blues-Rock-Formation aus Toronto, deren Auftritt im April/Mai aber noch nicht endgültig terminiert ist.
Absolute Publikumsmagneten sind dagegen Allroundmusiker Stefan Dettl , der nach seinem starken Auftritt im vergangenen Jahr am 8. Juni erneut ein Gastspiel gibt, und die Schafferhof-Veteranen "Herbert und die Pfuscher" am 25. Mai. Volksmusikfans freuen sich auf die traditionelle "Bayerische Nacht" am 21. April. Die lokale Musikszene ist durch die Amberger A-cappella-Gruppe "Vocal 5" (18. Mai), den Regensburger Interpreten Richie Necker (1. Juni) und das Weidener "Tangoprojekt 5" (2. November) vertreten. Ebenfalls Lokalmatadoren sind Markus Engelstädter , Steffi Denk und Lisa Wahlandt , die mit "Christmas Classics" am 18. und 19. Dezember ein spannendes Musikjahr abrunden.
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Neuhauser Kulturbühne stellt Programm vor: von Beasley bis Springer - Jam-Session mit Jenny Boneja und Al Jones
"Keine Futura-Konkurrenz"
"Unser Programm soll eine Bereicherung der regionalen Kulturszene darstellen und dabei ein breites Publikum ansprechen", bekräftigt Werner Schick das bewährte Konzept. So besuchten im Vorjahr 25 000 Menschen die rund 40 Konzerte und Großereignisse wie "Kunst & Garten" (heuer am 5./6. Mai), den "Tag der Kommunbrauer" (3. Oktober) und den Adventsmarkt (1./2. Dezember).
"Die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr. Unser Einzugsgebiet hat mittlerweile 100 Kilometer im Umkreis, viele Besucher kommen aus Franken", so Fütterer. Damit gibt er Norbert Neugirg das richtige Stichwort. Mit vielen kleinen Spitzen gegen unsere Nachbarn führt der Kabarettist launig durch den Abend.
Ungewöhnlich satirisch präsentiert sich auch der Schafferhof in der zweiten Jahreshälfte. "Eigentlich ungeplant", erzählt Werner Schick, "aber wenn Künstler wie Christian Springer, Sigi Zimmerschied, Lizzy Aumeier oder Stephan Zinner anfragen, kann man schwer Nein sagen." Dennoch wolle man der traditionellen Kabarettbühne Futura 87 - deren Vertreter ebenfalls anwesend waren - keine Konkurrenz machen, versichert Schick.
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Die heuer etwas schmalere Theatersparte füllen B.O.S.S-Sänger Hubert Treml mit dem Ökobauern-Theater-Musical "Tante Balbina mag's modern" (24. Mai) und das Landestheater Oberpfalz mit "Valentin und Karlstadt" (25. April). Neu präsentiert sich die übersichtlich gestaltete Homepage, die einen zeitnahen Besuch wert ist - besonders, da es bei einigen Auftritten nur noch wenige Karten gibt. Die Couplet-AG im September etwa ist bereits ausverkauft.
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