Wiesbaden/Weiden
Promi sein, das ist nicht schwer - Reporter sein dagegen sehr
Erlebnisse am Rande des "Balls des Sports 2009" in Wiesbaden
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| Ralf Schumacher (links) im Gespräch mit Alexander Grundler. |
Tja, aber wie läuft so ein Tag eigentlich ab? Das ist eine Frage, die sich sicherlich viele stellen. Los ging es um 11 Uhr mit der Redaktionskonferenz. Dort werden Fragen abgesprochen. Wer versucht wen zu interviewen? Welche Fragen sind wichtig? Wo wird später in der Berichterstattung der Schwerpunkt gesetzt? Das sind die Fragestellungen, mit denen man sich befasst. Nach einer Stunde ist die Sitzung beendet und man zieht sich zurück, um seinen Fragenkatalog auszuarbeiten, das technische Equipment genauestens auf Funktionsfähigkeit zu überprüfen und für den Abendeinsatz vorzubereiten. Denn nichts wäre peinlicher, als wenn ein Interview aufgrund von technischen Problemen nicht durchführbar wäre.
Um 16.45 Uhr ist dann Treffpunkt im Pressezentrum. Hier noch eine kurze Lagebesprechung und dann beginnt um 17.30 Uhr auch schon der Einlass der Gäste. Nun heißt es Augen offen halten und äußerste Konzentration, denn wer einen Promi zuerst erspäht, hat auch die besten Interviewmöglichkeiten. Es bildet sich nämlich um die prominente Person immer sofort eine Menschentraube und wenn man da keine gute Position ergattern kann, schaut es oft schlecht aus mit guten O-Tönen.
Nach einer Stunde ist dann erst einmal Warten angesagt, denn es geht für die Gäste des Balls zum Dinner, für die Presse heißt es hier draußen bleiben. Warten ist bei solchen Veranstaltungen ein zentrales Thema, denn man muss sich immer an sogenannte Ablaufpläne halten. Einmal darf man zum Beispiel für fünf Minuten in den Ballsaal, um Interviews zu führen, dann muss man den Saal wieder verlassen. Das wollen natürlich alle anderen Medienvertreter auch und so kann es bei Interviews schon einmal zu großen Menschentrauben kommen.
Ab und an braucht man natürlich auch eine Portion Glück, um genau zum richigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu stehen. Im Endeffekt ist so ein Abend, wie die Jagd nach einem "Schatz". Man ist immer auf dem Sprung und hält die Augen offen. So schafft man es dann auch, Gespräche zum Beispiel mit Boris Becker, Ralf Schumacher, Mirko Slomka und vielen anderen zu führen.
Normalerweise hat man in etwa zwei Minuten Zeit, in denen man die einzelnen am Vormittag vorbereiteten Fragen für jeden Prominenten abrufen muss und das natürlich aus dem Kopf und ohne Zettel und doppelten Boden. Das Ganze dauert dann bis Mitternacht, ehe dann durch den Veranstalter Interviews nicht mehr erlaubt sind und man mit seinen O-Tönen den Heimweg antreten kann.
Um sofort im Hotel oder im Pressezentrum des Veranstaltungsortes die O-Töne zu schneiden und in Beiträge zu verpacken, um sie dann schnellstmöglich an die Redaktion zu schicken, welche die Beiträge dann in den Sendeplan einarbeitet und so die Ergebnisse den Hörern präsentiert. Nach drei Stunden ist auch das geschafft und man darf erschöpft ins Bett fallen und ins Land der Träume reisen.
Interessierte erhalten weitere Infos zur Veranstaltung unter: www.radio4humans.de



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