Weiden
Wie uns das Mobiltelefon beherrscht
Welche Chancen haben wir dieser Dauerkommunikation zu entkommen und was können wir für unsere Umwelt tun?
„Ich war grad im Drogeriemarkt und habe mir einen neuen Büstenhalter gekauft. Die sind da im Sonderangebot.“ Dieser kleine unbedeutende Satz drang am Zentralen Omnibusbahnhof an mein Ohr und warf folgende Frage auf: Wie viel Mobiltelefon braucht der Mensch?Heutzutage sind wir immer und überall erreichbar, egal ob im Büro, in der Freizeit, auf Reisen - wir befinden uns im „Dauerkommunikationsstress“. Wenn wir nicht telefonieren dann sms’en wir und wenn wir nicht sms’en dann sind wir am mailen. Da stellt sich natürlich die Frage: Wann entspannen wir, genießen die Ruhe, die Landschaft oder einfach nur den Moment?
Solche Momente gibt es in der heutigen Zeit anscheinend sehr selten, weil man immer für jedermann zu jederzeit erreichbar sein will oder muss. Aber sind wir es uns nicht selbst schuldig, dass wir kleine Oasen in unserem Tages- beziehungsweise Wochenablauf schaffen? Denn das Wichtigste ist sicherlich unsere Gesundheit, denn die ist ja wie wir alle wissen, auch nicht mit Geld zu kaufen.
Denn ein Gutes haben nämlich auch Mobiltelefone, das wird nur sehr oft vergessen: Sie besitzen alle einen Knopf, wo man sie abschalten kann, wenn man nicht erreicht werden möchte. So kann man sich ganz unproblematisch einfach einmal eine Auszeit aus der Kommunikationswelt mit immerwährender Erreichbarkeit nehmen und wenn man das regelmäßig tut, stellt man fest, wie toll die neue gewonnene Nichterreichbarkeit manchmal auch sein kann.
Der zweite Aspekt, der mich wieder zu dem eingangs genannten Satz zurück bringt, ist die Rücksichtnahme beziehungsweise deren Nicht-Vorhanden-Sein. Müssen wir wirklich zu jeder Zeit an jedem Ort telefonieren und oft auch noch sehr lautstark mitteilen, was wir gerade machen, wo wir gerade sind oder was es heute Abend zu essen gibt? Sind wir es nicht auch unserer Umgebung schuldig hin und wieder unsere Telefongewohnheiten zugunsten der Allgemeinheit etwas zurück zu schrauben? Denn oftmals wird man, egal ob gewünscht oder ungewünscht, Zeuge von Gesprächsinhalten, die einen eigentlich nur noch stören. Sei es das laute Gespräch im Bus, Zug, im Supermarkt usw.
Also meine Aufforderung an alle Dauertelefonierer (und hier nehme ich auch mich nicht aus), lassen Sie uns ab und an in den Tages- und Wochenabläufen sogenannte „Telefoniepausen“ schaffen, um selbst zur Ruhe zu kommen und unserer Umwelt ein paar ruhige Minuten zu bescheren. Denn wie sagt ein altes Sprichwort: „In der Ruhe liegt die Kraft.“



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