Weiden
Die Geschichte eines Autos
Wie Autos in Deutschland wirklich leben
Sie kennen doch sicherlich diese Hollywood-Filme bei denen es im Abspann heißt „Dieser Film beruht auf einer wahren Geschichte!“. So könnte ich meinen Artikel heute auch überschreiben. Vor einigen Monaten dachte ich mir: "Es hilft nichts, du brauchst einen neuen fahrbaren Untersatz, denn wer weiß, wie lange dein bisheriger durchhält."Nach langem Überlegen entschied ich mich für eine Marke, die nach eigener Definition „Das Auto“ und von jeher schon ein Wagen für das Volk sein will. Um das Paket für mich noch perfekt zu machen, dachte ich: "Gut, dann nehme ich noch ein Autohaus meines Vertrauens, dann dürfte eigentlich nichts mehr schief gehen." Das war ein klarer Fall von „denkste“, wie es so schön heißt.
Die Probleme fingen schon bei der Bestellung an, denn nach zwei Monaten nach Unterschrift des Vertrages hieß es auf einmal, das Fahrzeug sei nicht lieferbar. Ich dachte mir zuerst, es handle sich um einen Scherz des stets gut gelaunten Verkäufers. Nein, es war die Wahrheit, nichts als die Wahrheit. Aber nachdem ich mich beim Hersteller beschwerte, ging auf einmal alles ganz unproblematisch vonstatten und mein Auto wurde produziert und am 1. Oktober 2008 auch wunschgemäß geliefert.
Die Freude sollte nicht lange währen, denn nach einigen Tagen blinkte immer auf längeren Strecken auf einmal die Handbremsleuchte auf, also einmal im Bordbuch nachschlagen. Hier stand zu lesen, dass dieser Fehler entweder zu wenig Bremsflüssigkeit oder einen Defekt an der Bremsanlage bedeuten könnte. Da ich selbst ungefähr so viel handwerkliches Geschick besitze, wie ein Elefant im Porzellanladen, suchte ich vertrauensvoll meine Vertragswerkstatt auf.
Was nun in Gang kam, werde ich kurz in Zeitraffer zusammenfassen, denn sonst könnte ich schon einen kleinen Roman schreiben. Es wurde der Computer angeschlossen, die Kontakte gesäubert, die Bremsflüssigkeiten kontrolliert, das Kombiinstrument und der Handbremsknopf getauscht. Dies war die Kurzzusammenfassung von einigen Werkstattaufenthalten und das Schulterzucken der Mechaniker wurde immer größer.
Ich hatte natürlich gehofft, dass dieser Fehler die Mechaniker bei ihrem Ehrgeiz gepackt hätte und sie alles daran setzen würden, den Fehler zu finden. Auf meine bescheidene Nachfrage, was wir jetzt machen könnten (Kabelbaum tauschen, Kfz tauschen) kam erst einmal nur Schulterzucken. Mittlerweile kannte ich ja den Lämpchenfehler schon und ließ mich dadurch nicht beunruhigen. Am 28. Februar 2009 wollte ich nun eine kleine Reise nach München unternehmen, aber als ich ungefähr auf der Höhe von Wernberg war, tauchte im Display auf einmal die Meldung „STOP Kühlmittel prüfen“ auf.
Ich dachte: „Oh weiha und nun?“ Nachdem ich den Motor sofort abgestellt hatte und guter Rat nun teuer war, habe ich das Auto nach zehn Minuten wieder gestartet und siehe da, die Meldung war verschwunden. Das Risiko, nun nach München zu fahren war mir deutlich zu groß und ich fuhr über die Landstraße im Schneckentempo nach Hause. Dort angekommen, war ich erst einmal richtig sauer und verfasste an die verschiedensten Abteilungen des Autohersteller, der seine Autos als Autos für das Volk anpreist, einige E-Mails.
Am 2. März 2009 brachte ich mein Auto in die Werkstatt und schilderte das Problem. Nach einem Blick unter das Blechkleid war klar, der Kühler war komplett leer, Ursache unbekannt. Am Dienstag gab es denn eine Onlinediagnose und einige weitere Tests bei denen der Fehler mit der Handbremsleuchte angeblich gefunden wurde.
Am 6. März 2009 stellte mir das Autohaus dann endlich auch einmal einen Leihwagen zur Verfügung, da es ja noch etwas dauern könnte. Jetzt denken sie sicherlich, dass ich mein Auto schon wieder habe. Aber nichts da, denn ein Teil (von dem ich ehrlich gesagt nicht mal weiß welches) ist nicht lieferbar und so steht mein Auto noch immer in der Werkstatt und wartet auf seine Reparatur.
Aber gut, damit es nicht ganz so alleine ist, fahre ich jeden Tag einmal beim Autohaus vorbei. Denn von der Straße aus kann ich es vor der Werkstatt stehen sehen und jeden Abend wird es dann auch wieder in sein neues Zuhause, die Werkstatthalle, gebracht. Wann das Auto wieder den Heimweg antreten kann, scheint ungewiss, denn am 17. März 2009 werden es zwei Wochen, seit denen es sich in der Obhut der Kfz-Meister befindet.
Nachtrag: Am 16. März 2009 um 16.36 Uhr erreichte mich der Anruf, dass mein Auto repariert wäre. Na, dann wollen wir mal sehen, wie es ihm nun geht.



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