Von Bürgerreporter/in Alexander Grundler  |  25.03.2009  | Netzcode: 1766248  |  207 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Weiden

Wie geht es unseren Ärzten wirklich?

Eine Entwicklung nimmt ihren Lauf

Die Leserinnen und Leser meiner Artikel werden es schon festgestellt haben: Ich schreibe oft Dinge die ich in meinem kleinen bescheidenen Alltag erlebe, so auch die heutige Geschichte. Dieser Tage suchte ich den Arzt meines Vertrauens auf, im Wartezimmer sah ich bereits ein Plakat auf dem zur Unterstützung durch die Patienten aufgefordert wurde. Ungefährer Tenor: „Wechseln Sie als Patient zu einer Krankenkasse die Sie und uns unterstützt.“

Das brachte bei mir einige Gedanken ins Rollen zur aktuellen Gesundheitsentwicklung, denn das es mit dieser wohl nicht zum Besten steht, da sind Sie mit mir sicher einer Meinung oder? Ich dachte mir, gut ich würde wahrscheinlich als Arzt auch nicht für eine Unterbezahlung arbeiten wollen und kann somit den Frust der Haus- und Fachärzte schon verstehen. Nach einiger Zeit wurde ich dann in das Behandlungszimmer gebeten.

Da saß ich nun mit meinen kreisenden Gedanken um das Gesundheitswesen. Als ich gerade darüber nachdachte, wie man den Ärzten als Patient am besten helfen konnte, viel mein Blick auf den Tisch vor mir, da lag genau in meine Richtung gedreht, ein Schreiben einer Bank (es lag wirklich ganz offen da und war für Jedermann sichtbar): „Sehr geehrter ... anbei übersenden wir Ihnen wie besprochen den Antrag für Ihr neues Topzinskonto ...“.

Also fragte ich mich natürlich, wie schlecht es nun wirklich um die Ärzte bestellt sei, oder war alles nur eine Luftblase? Ich glaube schon, dass es vielen Ärzten gerade auf dem Land und vor allem auch den Allgemeinmedizinern wirklich nicht sehr gut geht, was ihre Honorare betrifft. Auch bei den Fachärzten liegt im gesamten System sicherlich einiges im Argen. Aber wenn man dann auf der anderen Seite wieder betrachtet, mit welchen Autos zum Beispiel mancher Mediziner durch die Gegend fährt (es geht hier nicht um Neid, sondern nur um die Feststellung an sich), dann kann es so schlecht nicht bestellt sein. Denn sonst müsste man sicherlich beim Fortbewegungsmittel, beim Lebensstandard etcetera Abstriche machen. Diese sind für mich, allerdings so auch nicht sichtbar.

Die andere Seite der Medaille ist, dass das Arztstudium sicherlich einiges der umfangreichsten und aufwendigsten seiner Art ist, und dass für die Leistung, die hier erbracht wird (Nacht-, Not-, Spät- Frühdienst usw.) auch eine entsprechende Entlohnung angebracht ist. Die Wahrheit liegt bestimmt auch hier - wie so oft im Leben - irgendwo in der Mitte. Auf der einen Seite gibt es Ärzte, die ums Üüberleben kämpfen müssen, auf der anderen Seite welche, die um ihren Lebensstandard und liebgewonnene Dinge fürchten.

Meine persönliche Lösungsvorstellung wäre die Bürgerversicherung. Jeder Bürger bezahlt den selben Beitrag, egal ob jung oder alt, gesund oder krank. Dafür werden bestimmte Leistungen abgedeckt und alles andere müsste der Einzelne dann noch privat versichern. Wobei natürlich der genaue Leistungskatalog einer solchen Bürgerversicherung entscheidend für deren Funktionieren wäre.

Vielleicht könnte man mit einem solchen Schritt endlich den Weg hin zur gleichen Versorgung für alle machen, weg von der Zweiklassenmedizin von gesetzlichen und privat Versicherten. Für welche Erkenntnisse so ein Arztbesuch und so ein Kontoeröffnungsantrag nicht manchmal gut sind, meinen Sie nicht auch?

Zum Artikel: Kinospecial 300 Pixel