Von Bürgerreporter/in Christian Vogl  |  04.05.2009  | Netzcode: 1815660  |  1286 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Regensburg

Oberpfälzer Pflichtfilme (Folge 4)

Filmtipps für Oberpfälzer Kinos in der Woche vom 4. bis 9. Mai

Regensburg. (Christian Vogl) Die Veranstalter/innen der 7. Französischen Film- und Kulturwoche in Regensburg bescheren den Oberpfälzer Cinephilen ein volles Programm. Außerdem Fritz Lang in der "Film noir"-Reihe der Regensburger Medienwissenschaftler/innen.


Fritz Lang: The Woman in the Window (1944)


Der zweite Film in Sascha Keilholz' film-noir-Seminar. Sehenswert trotz einiger flachgründiger Auflösungen und trotz des Bobby-Ewing-Effekts, der zur Zensur-Prophylaxe angehängt wurde. (Dienstag, 20 Uhr, Akademiesalon Regensburg)


Philippe Claudel: Il y a longtemps que je t'aime


Ein Manifest gegen Operetten, gegen den Boulevard, gegen's "das Große" Theater wie Kino - denn Gefühle springen paradoxerweise dann am sichersten aufs Publikum über, wenn sie droben auf der Leinwand ausgespart werden. Das Ensemble kann für sein zurückhaltendes Spiel kaum hinreichend gelobt werden. Welche Freude, auch mal eine neuere Produktion empfehlen zu können: erst letztes Jahr in unseren Kinos war Philippe Claudels Debutfilm (dt. Titel "So viele Jahre liebe ich dich"). Mittwoch + Donnerstag, 21 Uhr, Filmgalerie Regensburg.


Francois Truffaut: Antoine Doinel


Drei der vier langen Doinel-Filme im Rahmen der 7. Französischen Film- und Kulturwoche in Regensburg:

Les Quatre Cents Coups, 1959: Der allzu oberflächliche Erstling von Truffaut verdeutlicht, was ein "Kino der Unmittelbarkeit" kann - und was es nicht kann. Bei allem Treibenlassen kommt die Zuseher/in ebenso wenig zum Denken wie der junge Antoine. (Donnerstag, Orphée, 19 Uhr)

Baiser volés, 1968: Zehn Jahre später hatte Truffaut gelernt, wie ein Film von Literatur, Filmgeschichte und von sich selbst sprechen kann, ohne an drive einzubüßen. Und er hatte gelernt, wenn Doinel schon eine Frau brauche, dann solch ein Wundertier wie Claude Jade in der Rolle der Christine. (Freitag, Orphée, 19 Uhr)

Aber anscheinend konnte Truffaut nur sporadisch eine Balance zwischen Kunst und Quas einhalten: Domicile conjugal von 1970 scheitert an seinem Eifern nach postmoderner Statik. Immerhin brennen sich Doinels gefärbte Blumen für ewig in das Hirn der cinephilen Zuseher/in. (Samstag, Orphée, 19 Uhr)


Die beiden Filme von Alain Resnais am Sonntag bzw. Montag werden in der nächsten Folge der Oberpfälzer Pflichtfilme empfohlen.

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