Weiden
Jugendliche pöbeln am ZOB und alle schauen zu
Richard Weiß beweist Zivilcourage und hilft Behindertem
Erinnern Sie sich noch an die schrecklichen Ereignisse, die in der Münchner U-Bahn passiert waren im Dezember 2007? Als ein Rentner gegen den Kopf getreten wurde und Gott sei Dank diesen schweren Angriff überlebte. Ja genau ich spreche von jenen schrecklichen Bildern, die auch immer wieder im Fernsehen zu sehen waren, als eine auf dem Boden liegende Person gegen den Kopf getreten wurde.Man ist ja immer gleich dabei zu sagen: „Na ja, so was passiert in der Großstadt, aber nicht bei uns.“ Dem ist aber nicht so. Nehmen wir den Mittwoch, den 3. Juni 2009, den Zentralen Omnibusbahnhof um kurz nach 17 Uhr in Weiden. Dort pöbelten Jugendliche immer wieder Menschen mit Behinderung an und gaben deutliche Zeichen von sich. Ein Jugendlicher bedrohte den Mann dann noch massiver. Das geht nach Aussage des Betroffenen schon seit einiger Zeit so, dass er immer wieder angepöbelt wird, vor allem beim ZOB und beim Park.
Nur dem beherzten Eingreifen von Richard Weiß (Haustechniker im Kulturzentrum) war es zuerst zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passierte. Als Herr Weiß dann in den Bus stieg, um nach Hause zu fahren, wurde ihm durch verschiedene Gesten gedroht und erneut versuchte ein Jugendlicher auf den behinderten Mann loszugehen. Herr Weiß forderte denn den Busfahrer auf sofort anzuhalten, was dieser auch sofort tat und stürmte auf den Randalierer zu und forderte ihn auf das jetzt sofort zu unterlassen und er werde jetzt die Polizei rufen. Darauf hin ging der Jugendliche erst einmal stiften.
Als die Polizei eintraf, wurden die Jugendlichen, die auf dem ZOB rumstanden vernommen. Sie behaupteten erst, den Jugendlichen, der geflüchtet war nicht zu kennen, nach massivem Druck durch die Polizeibeamten gaben sie zu, ihn zu kennen und gaben seine Personalien bekannt. Der behinderte Mann war Richard Weiß unendlich dankbar und sagte „Danke Herr Weiß, dass Sie mir geholfen haben.“ Darauf antwortete Herr Weiß: „Aber das ist doch selbstverständlich.“
So selbstverständlich scheint es dann aber auch wieder nicht zu sein, wenn zehn Umstehende nichts unternehmen und es nur einem zu verdanken ist, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Wo ist sie da, die viel zitierte Zivilcourage, das Einschreiten bei Unrecht und körperlicher Gewalt? Nein, wir stehen alle lieber dabei und (entschuldigen Sie den Ausdruck) glotzen uns die Augen aus dem Leib, bevor wir selbst tätig werden. Oder wir schauen gar verschämt weg, ganz nach dem Motto "Hauptsache ich werde in Ruhe gelassen."
Wie sollen denn Jugendliche heutzutage Respekt und Zivilcourage lernen, wenn wir sie ihnen nicht vorleben? Vielleicht denken wir alle einmal in Ruhe darüber nach, was jeder Einzelne von uns selbst dazu beiträgt, damit Jugendliche Respekt und Hilfsbereitschaft lernen. Auch ein Sachverhalt über den man abschließend noch nachdenken sollte ist der Hinweis eines Busfahrers: „Seitdem die Stadt die Aufsichten am ZOB abgezogen hat, nehmen solche Situationen wieder mehr zu.“
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