Von Bürgerreporter/in Christian Vogl  |  15.06.2009  | Netzcode: 1870401  |  1282 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Regensburg

Oberpfälzer Pflichtfilme (Folge 10)

Filmtipps für Oberpfälzer Kinos in der Woche vom 15. bis 21. Juni 2009


Billy Wilder: Sunset Blvd. (1950)


Ein "noir" kraft Subjektivität und wegen des Regens, nicht aber wegen des nebensächlichen Verbrechens, das Anfang und Ende markiert. Der Erklär-Bär im Off nervt mit der Dauer des Films zunehmend, doch die Dialoge sind bewundernswert. Wie Wilder, Cutter Arthur Schmidt und Kameraleiter John Seitz es geschafft haben, diesen wortlastigen Film durch Schnitt und eine statische Kamera streckenweise mit einer Stummfilm-Aura zu versehen, ist ein mir schleierhafter Höhepunkt der Filmtechnik. Am Alter der drei liegt's vermutlich nicht: Schmidt hatte gar nicht, Wilder nur kurz - als Autor - im stummen Film gearbeitet; immerhin hatte aber Seitz in etlichen Spitzenproduktionen der 20er mitgewirkt, unter anderem unter der Regie des bedeutenden Rex Ingram. (Akademiesalon Regensburg, Dienstag 20 Uhr)


Werner Herzog: Herz aus Glas (1976)


Bierbichler in seiner ersten "großen" Rolle, denn zu den Qualitätsmerkmalen von Achternbuschs Filmen gehört, dass sie sich gegen das Große und die Größe und andere Großkaliber aus Platons Himmel spreizeln. Anders als Herzogs Filme, von denen jeder einzelne aufs große Ganze hinzielt. (Akademiesalon Regensburg, Samstag 20 Uhr)


Michael Curtiz: Casablanca (1942)


Jeder Film mit Peter Lorre ist sehenswert. (Akademiesalon Regensburg, Sonntag 20 Uhr)


Sehenswerte Neuproduktionen


Woody Allen: Vicky Cristina Barcelona (2008): Was der Jazz für seine New-York-Filme ist, ist die Flamenco-Gitarre für seinen Katalonien-Film: essentiell für Stil und Wirkung. (Neue Welt Kino-Center Weiden, Mittwoch, 20:15 Uhr)

Jim Jarmush: The Limits of Control (2009): Wenn als Qualitätsmerkmal eines Films gelten darf, dass man seine Mängel mit der Zeit vergisst und sich nur noch an seine Vorzüge erinnert, dann ist Jarmushs neuer Film gut. Hätte Jarmush doch nur ein bisschen mehr Substanz verarbeitet. So aber schwebt Christopher Doyles bewegliche Kamera über einer Leerstelle und um sie herum. Bin ich als Kritiker altmodisch, wenn ich das Auffüllen dieser Leerstelle einfordere? (Kino am Ostentor Regensburg, Montag bis Mittwoch, 19:15 Uhr)

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