Weiden
Erste Hilfe für alle Nestlinge
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| In schützenden Händen. Bild: Geyer |
1. Fass mich nicht an!
Auch wenn ich scheinbar hilflos am Boden sitze, muss ich nicht verlassen sein. Oft sind meine Eltern in der Nähe und füttern mich.
2. Beobachte mich!
Wenn ich munter bin, egal ob still oder nach meinen Eltern rufend, warte etwa eine Stunde, ob sie zu mir kommen. Natürlich, wenn ich in Gefahr bin, setze mich auf einen höhergelegenen und geschützten Standort. Wenn meine Eltern kommen, werden sie mich schon finden. Pass auf wohin du trittst! Es könnte sein, dass auch meine Geschwister in der Nähe sind. Wenn du aber siehst, dass ich die Augen geschlossen habe, still und aufgeplustert am Boden sitze, handle sofort! Rette mich!
Ein unbehandelter Katzenbiss ist für einen Vogel durch eine Pasteurella Infektion, die fast jede Katze haben könnte, im Allgemeinen tödlich. Nur sofortige Handlung kann mein Leben retten!
Allgemeinbehandlung:
Wärme: zirka 40° Celsius
Flüssigkeit
Eventuell zusätzlich: Vitamin B12 (Cyanocobalamin)
Therapie durch eines der drei folgenden Mittel möglich:
Chloramphenicol, Baytril, Amoxizillin oder Chloromycetin Palmitat.
3. Versorge mich!
Gibt mir Wasser, tropfe es seitlich an meinen Schnabel. Wenn ich sperre, gibt mir was zum Essen. Auch die Jungen unserer heimischen Körnerfresser bekommen zunächst Insekten, also musst du für den Anfang keinen Unterschied machen. Das Beste für mich ist Tartar, magerer Rinderhack, kleine Mehlwürmer und Insekten. In der Not nehme ich auch Katzenfutter. Das Futter musst du mir vorsichtig und weit in meinen Schnabel stecken. Am besten nimmst du eine Kunststoffpinzette, die aber nicht spitzig sein darf. Regenwürmer sind für mich, wegen dem Schleim, nicht geeignet.
Wenn ich nicht sperre, lass lieber die Finger von mir. Zwangsfütterung muss richtig gelernt sein, denn mein Schnabel ist sehr weich und kann sich verbiegen oder sogar brechen.
4. Untersuche mich!
Halte mich ganz zart und untersuche mich ganz vorsichtig. Wenn du siehst, dass mit mir etwas nicht stimmt, dann lass mich fachmännisch untersuchen. Nimm Kontakt zum Naturschutzbund oder zur einen Vogelschutzstation auf. Manche Tierärzte behandeln Wildvögel ohne Berechnung.
5. Halte mich warm!
Wenn ich nackt bin oder noch wenig Federn habe, benötige ich auch nachts eine konstante Temperatur (Brutkasten) mit 34 bis 38° Celsius, abhängig davon, ob ich alleine oder mit Geschwistern bin. Wenn ich schon Federn habe, brauche ich am Anfang eine Temperatur von 28 bis 30° Celsius. Auch wenn ich schon groß, aber verletzt bin, brauche ich für die ersten Tage eine höhere Temperatur von 25 bis 28° Celsius.
Wenn ich aber mein Schnabel offen habe und nach Luft schnappe, ist mir zu warm. Senke dann sofort die Temperatur, ich kann sonst ersticken oder ausdörren.
6. Treffe die Entscheidung!
Wenn du mit mir nichts anfangen kannst, gibt mich so schnell wie möglich in erfahrene Hände. Behalte mich nur dann, wenn du sicher bist, dass du mich großziehen kannst. Überlege es dir gut, denn ich brauche viel Zeit und Liebe, und ein paar Euro musst du für mich auch opfern.
7. Sorge um mich!
Füttere mich regelmäßig. Wenn ich noch nackt oder sehr schwach bin, brauche ich für den Anfang jede halbe Stunde einen Bissen. Dann jede Stunde, so bis maximal 23 Uhr. Auch wenn ich ganz klein bin, brauche ich am ersten Tag jede Stunde mein Futter, dann alle zwei Stunden. Füttern sollst du mich, so oft und wie viel ich mag. Die erste Fütterung soll kurz nach 6 Uhr am Morgen, und die Letzte nach 21 Uhr am Abend sein. (siehe Futtertabelle)
Mein Käfig darf weder klein, noch zu groß sein und muss an einer ruhigen Stelle stehen. Ich mag weder pralle Sonne, noch Zugluft. Mein Käfig musst du immer sauber halten (für den Boden Zeitungspapier verwenden). Ich mag nicht im Dreck zu sitzen. Sorge dafür, dass auch ich immer sauber bin, von Futterresten keine verstopfte Nase habe und mein Gefieder immer schön sauber ist. Sorge immer für sauberes Wasser zum Trinken. Viele von uns baden gern, also gibt mir eine Badewanne. Meine Sitzstange soll so stark sein, dass die Zehen sie nicht ganz umgreifen können.
8. Spiele nicht mit mir!
Denke immer daran, dass ich dir nicht gehöre. Ich muss nur ein Gast in deinem Leben bleiben. Ich bin sehr empfindlich und schreckhaft. Mach bitte keine lauten Geräusche, klopfe nicht an meinen Käfig, pfeife nicht, bewege dich stets ruhig und spreche nicht zu laut, wenn du bei mir bist. Du musst dafür sorgen, dass ich mich an Menschen nicht gewöhne. Lass mich nicht von Fremden füttern, dass könnte nach dem Freilassen mein Todesurteil sein. Ich soll nur eine Bezugsperson, eine Mama oder Papa haben. Nur die dürfen mich verwöhnen. Ich mag nicht, wenn man mich streichelt oder festhält, du kannst mich aber am Kopf oder am Schnabel kraulen. Das mag ich sehr! Aber das darfst wirklich nur du machen, mein Pflegemensch.
9. Bereite mich für die Natur vor!
Auch wenn du mich liebst und sehr gut pflegst, bist du nicht so gut wie meine Eltern. Bei dir dauert es länger, bis ich flügge werde. Bevor du mich freilässt, muss ich selbständig essen können und meine Flügel und Schwanzfedern müssen voll ausgewachsen sein. Es wäre schön, wenn ich bei dir Flugübungen machen könnte und die Umgebung, wo ich später freigelassen werde, ein paar Mal sehen könnte.
10. Lass mich frei!
Wähle sorgfältig den Tag meiner Freilassung. Es muss genügend Futter in der Natur für mich vorhanden sein. Das Wetter muss stimmen, Amseln mögen feuchtes, Schwalben wieder trockenes Wetter. Du darfst mich nie nach 17 Uhr freilassen. Ich muss genügend Zeit haben, um meine neue Umgebung erforschen und eine Schlafstelle finden zu können.
Manche von uns kommen noch einige Zeit gerne zurück und möchten Futter. Lasse nicht zu, dass ich zu sehr zutraulich werde. Wenn ich auch einige Tage nach dem Freilassen sehr zutraulich bin, sperre mich über Nacht in einen Käfig. Ich würde mir das dann gut überlegen, dir beim nächsten Mal zu nah zu kommen. Manche von uns werden aber so zahm und anhänglich, so dass eine Freilassung einfach nicht in Frage kommt. Ein Erzwingen der Freilassung könnte mein Todesurteil sein. Dann musst du mich behalten, oder zum Abgewöhnen in erfahrene Hände geben.
Futtertabelle:
Als erste Hilfe für alle Nestlinge:
Rinderhackfleisch, gehacktes Herz oder mageres Schweinefleisch,
Katzenfutter. Alles als Brei! Keine Milch, kein Quark und keinen Brei aus Haferflocken!
Tägliches Essen für Nestlinge alle Arten und alles als Brei!
Tartar, Rinderhackfleisch, gemischt mit Fett-Alleinfutter mit vielen Insekten, Insektenlarven aus dem Handel, geriebenes Obst und Nüsse, Honig, Vitamine, Kalk.
Amseln, Drosseln:
Mehlwürmer, gehacktes Herz, Fettfutter und Insekten aus dem Handel, Obst, Nüsse, Eierbiskuit, Vitamine, Kalk.
Kernbeißer:
Körner aller Arten, Nüsse, Obst.
Mauersegler, Schwalben:
Tartar mit Insektenfutter, Mehlwürmer, Grillen und Insektenlarven aus dem Handel, gehacktes Herz.
Mauersegler sperren nicht, man muss sie immer mit Brei füttern!
Rotschwanz:
Fett-Alleinfutter, Insektenlarven aus dem Handel, Mehlwürmer, Beeren.
Meisen, Spatzen:
Mehlwürmer, geriebenes Obst, Mandeln und Nüsse, Fett- Alleinfutter, Rosinen, Sonnenblumen Kerne.
Man soll immer für Abwechslung sorgen.
Stieglitz, Grün- und Buchfink:
Gequollene feine Sämereien, (auch halb bis fast reife), Körner, Beeren, Blumenknospen, geriebene Mandeln und Nüsse, Rosinen, Sonnenblumen Kerne.
Tauben:
Weiß- oder Graubrot, Korn- Mischung, gekochte Eier, Eierbiskuit, alles als Brei in Kropf füllen.
Samen, feine Körner, Mehlwürmer, Tartar, Eierbiskuit, Brot, gekochte Eier. Mit einem Schlauch direkt in Kropf füllen. Tauben sperren nicht!!!
Wendehals, Grün- Grauspecht:
Mehlwürmer, Ameiseneier und Larven aus dem Handel.
Täglich Vitamine und Mineralstoffe hinzufügen.
Füttern: alle ein bis zwei Stunden so viel sie wollen. Letzte Fütterung gegen 9 Uhr Abend, nackte Vögel ab 7 Uhr morgens bis 10 Uhr abends.
Hilfe in Rat und Tat finden Sie außerdem im Notfall unter: vogelpflege@freenet.de
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Eva Maier
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Petra Scharf
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Ich habe gerade meinen ersten Beitrag verfasst! -
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Karin Siegel
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Ich habe gerade meinen ersten Beitrag verfasst! -
Maria Meier
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Klaus Meyer
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Ich habe gerade meinen ersten Beitrag verfasst!
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Renate Buchfelder
St.Michael-Zentrum, Diakonie Weiden
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Ich habe gerade meinen ersten Beitrag verfasst!



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