Weiden/Bad Gögging
Ich bin behindert - Holt uns hier raus!
Im Dschungel der Hilfsmittelversorgung
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| 37 kommunale Behindertenbeauftragte aus ganz Bayern trafen sich zur Jahrestagung in Bad Gögging. Bild: Alexander Grundler |
Im Vordergrund der Veranstaltung standen die zahlreichen Probleme und Schwierigkeiten bei der Bewilligung von Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderung, die Rollstühle, Kommunikationshilfen, Hör-, Seh- oder Gehilfen benötigen. Die Irrungen und Wirrungen des Genehmigungsverfahrens sind dabei undurchdringlich und schwierig. Hier braucht es dringend Verbesserungen!
Landauf, landab berichten z. B. Eltern von schwer behinderten Kindern, chronischkranke aber auch ältere Menschen von ihrem alltäglichen Kampf mit Behörden, Krankenkassen und der Pflegekasse.
Die Mutter eines 18jährigen Sohnes berichtete von ihren Erfahrungen aus dieser Zeit. Dabei betonte sie, die Problematik, dass Entscheidungen von Sachbearbeitern ohne medizinische oder therapeutische Kenntnisse getroffen werden. Die langen Wege zwischen dem Antragsteller, dessen Arzt, Therapeuten, Techniker, der Krankenkasse oder dem Medizinischen Dienst scheinen unendlich und voller Mühen. Macheten wurden von vielen Teilnehmern als das geeignete Werkzeug benannt.
Wie kann es sein, dass ein Kleinkind mit einer Fehlstellung 3 Monate und länger auf eine notwendige Beinschiene warten muss? Eine schwer an Asthma erkrankte Frau das Sauerstoffgerät nicht mehr erleben darf? Die 80jährige Frau 3x/Nacht ihren Mann windeln muss, weil das Inkontinenzmaterial von mäßiger Qualität ist?
Als ein Sonnenstrahl im Dunkel erscheint daher das gemeinsame Projekt von AOK Bayern und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Bayern. Sie haben ein Konzept auf den Weg gebracht, das mit definierten Standards sowohl die Qualität der Verordnungen als auch des Genehmigungsverfahrens bei der Hilfsmittelversorgung behinderter Kinder deutlich verbessern soll. Im Vordergrund steht dabei eine verbesserte Kommunikation zwischen den am Versorgungsprozess beteiligten Parteien, aber auch Elemente zur Prüfung des Versorgungsergebnisses sind eingearbeitet. Die Verordnung von Hilfsmitteln soll damit erleichtert und individuelle Erfordernisse besser berücksichtigt werden.
Die Beauftragten kamen zu dem Ergebnis, dass damit nur ein kleiner Schritt getan ist. Umfassende zielführende Versorgung mit Hilfsmitteln ist nur gegeben, wenn Mediziner, Techniker, Therapeuten und auch die Eltern sowie die Betroffenen selbst im Verfahren gleichberechtigte Partner sind. Bis dahin ist es noch ein schwieriger Weg, den die kommunalen Behindertenbeauftragten gemeinsam mit der Landesbeauftragten begleiten werden.
Den Beauftragten dient das Treffen einerseits zum Austausch untereinander, gleichzeitig werden Projekte aus den Kommunen vorgestellt die als Best-Praktice-Beispiele in Bayern wirken. So wurde der Krisendienst Bayreuth/Kulmbach, das Internetportal „hürdenlos“ aus dem Landkreis Neustadt a. d. Aisch sowie das Bustraining für Senioren aus dem Landkreis Berchtesgadener Land vorgestellt. Die Ärgernisse mit der Deutschen Bundesbahn im Bezug auf den Mobilitätsservice begleiteten die Veranstaltung, eine Teilnehmerin berichtete über den aktuellen Sachstand.
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