Regensburg
Oberpfälzer Pflichtfilme (Folge 14)
Filmtipps für Oberpfälzer Kinos in der Woche vom 10. bis 16. August 2009
Regensburg. (Christian Vogl) Besser spät als nie: die Filmempfehlungen der laufenden Woche, hauptsächlich für die 27. Regensburger Stummfilmwoche. Es ist zwar eine Frechheit, die Zuschauer/innen schutzlos den Fluginsekten zum Fraß vorzusetzen, aber wenn man die Filme sonst nicht zu sehen kriegt ...
Bernardo Bertolucci: Ultimo Tango a Parigi (1973)
Zu manieriert, um ein guter Film sein zu können: die Einstellungen wirken fast alle wie Filmhochschulseminars-Bebilderungen von Erläuterungen zu Kamera-Einstellungen. Aber Brando und Schneider füllen die Leinwand beeindruckend aus. Die besten Szenen sind die beiläufigen, weniger affektierten, wenn Brando mehr er selbst ist als in der Rolle und wenn die Schneider ihn ganz offensichtlich bei Laune zu halten versucht. Sowas gab es unlängst ja auch in Deutschland, mit Bierbichler und Karoline Herfurth. (Filmgalerie im Leeren Beutel, Bertoldstr. 9, Regensburg, bis Montag immer um 20 Uhr)
Ewald Andreas Dupont: Varieté (1925)
Seinerzeit ein gewaltiger Erfolg für Erich Pommers UFA und Hauptdarsteller Emil Jannings, v.a. im Ausland. Abgesehen von Karl Freunds Kamera aber doch arg pomadig geraten. (27. Regensburger Stummfilmwoche im Palmengarten des Fürstlichen Brauhauses, Waffnergasse 6/8, Donnerstag 21 Uhr)
Ernst Lubitsch: Die Austernprinzessin (1919)
Lubitsch mit einem Paradebeispiel des jewish slapstick, Situationskomik pur, aber kein Ausblick auf die bevorstehende Hyperinflation. Trotz dieses gewichtigen Abers: kaum zu glauben, wie anarchisch es in Kunst und Kultur nach dem Großen Krieg zugegangen war. (27. Regensburger Stummfilmwoche im Palmengarten des Fürstlichen Brauhauses, Waffnergasse 6/8, Freitag 21 Uhr)
Robert Wiene: Das Cabinet des Dr. Caligari (1919)
Kernarbeit des deutschen Expressionismus im Film, stilistisch und thematisch. (27. Regensburger Stummfilmwoche im Palmengarten des Fürstlichen Brauhauses, Waffnergasse 6/8, Samstag 21 Uhr)
Sehenswerte Neuproduktionen
Meines Wissens keine, insbesondere nicht Almodovars Zerrissene Umarmungen. Aber ich hoffe auf die viel gelobte Ursula Maier und ihren Film Home (ab Donnerstag im Wintergarten im Andreasstadl, Andreasstr. 28, Regensburg, jeweils 20.30 Uhr.
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