Von Bürgerreporter/in Christiane Stubenvoll  |  07.11.2009  | Netzcode: 2073609  |  422 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Ein wunderschönes Buch, das alle lesen sollten

Buchbesprechung: "Die Hütte" von William Paul Young

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Ich war sehr gespannt, ob sich meine Fragen, die sich aufgrund der Leseprobe ergaben, vielleicht klären ließen. Gleich am Anfang heißt es, vielleicht verändert Sie das Buch, wie es auch Mack verändert hat. Mack ist hier die Hauptperson, die eine Einladung für ein Wochenende mit Gott erhält. Ich jedoch war davon eher weniger beeindruckt und dachte nur: Ein Buch kann einen doch gar nicht so verändern. Doch nachdem ich dieses Buch gelesen habe, muss ich gestehen, dass genau das passiert ist - es hat mich verändert.

Bevor ich nun die Geschichte kurz erkläre, muss ich mich gleich noch entschuldigen, dass ich erst jetzt die Rezession schreibe. Ich konnte dieses Buch nur auf Etappen lesen, Sie fragen sich sicher warum. Ich hab aufgrund der realitätsnahen Erzählweise Weinkrämpfe bekommen und musste manchmal - nein oft - Seiten, ja ganze Kapitel neu lesen, damit ich auch wirklich eine Rezession schreiben kann. Am Ende heißt es, seien Sie nicht überrascht, wenn beim Lesen etwas Unerwartetes passiert. Doch nun zur Geschichte.

Mack bekommt eine Einladung von Gott, ein Wochenende mit ihm zu verbringen. Er weiß nicht, ob er dran glauben soll oder nicht. Er würde Gott gerne einige Fragen stellen. Warum er in der Kindheit einen Vater hatte, der ihn verprügelte. Warum ausgerechnet Mack ihn, nur um seine Mutter zu beschützen, umgebracht hat. Warum ausgerechnet Mack, nachdem er seine große Liebe gefunden, wunderbare Kinder hatte, zuerst eines seiner Kinder gerettet und dann wieder eines verloren hat.

Warum ist Gott so grausam? Es wird in dem Buch ein Einblick in Macks Leben geschildert, damit man alles andere, was folgt, noch leichter verstehen kann. Diese Fragen werden auf eine besondere Art in der Hütte auch geklärt, aber nicht so, wie Mack es sich vorgestellt hat. Es erscheint ihm nicht eine Person in der Hütte, sondern gleich drei. Diese drei sind allesam Gott oder wie er in dem Buch auch Papa genannt wird.

Der Autor schreibt so realitätsnah, dass man beim Ausflug, den Mack mit seinen Kindern auf den Champingplatz macht, meint, wirklich dabei zu sein. Die Angst, die Mack hat, als das Boot, in dem seine Kinder sind, kippt, spürt man richtig. Auch die Freude darüber, dass er sein Kind retten konnte ist greifbar. Richtig mitfühlen und emotional wird es, als er seine kleinste Tochter nicht mehr findet und erfährt, dass sie entführt und wahrscheinlich ermordet wurde.

Später, als bei einem der vielen Ausflüge, die er mit Gott unternimmt, und den vielen Gesprächen, die geführt werden, seine Tochter noch mal sehen darf und sie ihn sieht, meint man wieder, direkt vor Ort zu sein. Dieses Buch macht es möglich, durch die Augen von Mack in die Geschichte einzutauchen. Eine weitere - wirklich entscheidende - Stelle ist, als Mack Richter sein soll. Hier bekommt man ein Gefühl dafür, wie schwer es ist, dass man uns Menschen alles recht machen kann, und wie sehr wir mit uns selber beschäftigt sind. Die Gespräche die in der Hütte geführt werden, sind manchmal allerdings etwas sehr schwer verständlich, manchmal auch sehr theologisch.

Am Ende des Wochenendes steht für Mack ein schwerer Autounfall. Jedoch hat das Wochenende bei Mack bewirkt, dass seine große Traurigkeit, die er hatte, verschwand. Er konnte mit seinem Vater Frieden schließen, er konnte mit dem Leben, dass er eine seiner Töchter verloren hat, aber auch noch weiter Kinder hat, um die er sich kümmern kann und vor allem eine Frau, die er liebt, auch viel besser klarkommen. Abschließend gesagt, eine wundervolle Geschichte über einen Mann der viel durchmachen musste und an einem Wochenende viel erfahren hat: über die Liebe zu Gott und vor allem über das Verzeihen und Vergeben anderen gegenüber, ein Vertrauensverhältnis zu Gott noch mehr auszubauen und sich zu freuen, was danach alles kommt.

Wenn ich das Buch in der Buchhandlung gesehen hätte, hätte ich es mir vermutlich nicht gekauft. Gott - wer beschäftigt sich schon mit Gott. Auch ich musste feststellen, dass man mit dem Buch mit anderen über diese Themen besser ins Gespräch kommt. Wer sich jetzt denkt, wie ich am Anfang, naja könnte gut sein, muss aber nicht unbedingt sein, dem kann ich nur sagen: Lest es, lasst Euch darauf ein. Genau solche Bücher brauchen wir mehr. Leiden haben Menschen doch so viele und keiner traut sich darüber zu reden. Stattdessen verstecken wir uns damit und jeder hat Angst zu versagen, weil andere alles besser hinbekommen als man selbst.

Dieses Buch beweist, dass man über alles reden muss, um wirklich damit klar zu kommen. Hier geht es zwar auch um Gott, in Wirklichkeit spricht diese Buch nur das an, was wir Menschen uns eigentlich nicht trauen auszusprechen – die Wahrheit.


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