Von Bürgerreporter/in Christian Vogl  |  08.02.2010  | Netzcode: 2187707  |  1217 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Furth im Wald

Oberpfälzer Pflichtfilme (Folge 24)

Sehenswerte Filme in den Oberpfälzer Kinos vom 8. bis 15. Februar 2010

Furth im Wald. (Christian Vogl) Man hat mir nahegelegt, lieber die "Oberpfälzer Pflicht zum Draußen-Bleiben" zu schreiben: meine Empfehlungen seien sonnenklar, Geld sparen ließe sich aber mit Warnungen vor "Avatar" & Co. Ich denke darüber nach, einstweilen weiter im Programm mit den Pflichtfilmen.


Orson Welles: Macbeth (1948)


Aus den Programm-Notizen von Dr. Helmut Hein: "Bei Orson Welles ist alles roh, archaisch, nah am Theater. Seine wüste Reduktion zeigt die Erregung und den Wahn seiner Protagonisten in ihrer reinsten Form: als das psychische Material, das die entfesselte Neuzeit hervorbrachte und in dessen Bann wir noch immer stehen." (Nur Montag, 19:30 Uhr im Regina Regensburg, Holzgartenstr. 22)


Werner Herzog: Jeder für sich und Gott gegen alle - Kaspar Hauser (1974)


Der Berliner Straßenmusikant und Gelegenheitsarbeiter Bruno S. in der Rolle des Kaspar Hauser - sowas hat's "gar nie noch nirgends nicht" gegeben, möchte man Herzogs Aguirre-Einleitung bei der Kölner Uraufführung von "Aguirre" Ende 1972 zitieren. (Nur Montag, 20 Uhr im Akademiesalon Regensburg, Andreasstr. 28)


Clint Eastwood: Unforgiven (1992)


Clint Eastwood ein letztes Mal in der Rolle als "lone rider": ein Abgesang auf alles was Western sein wollte und dessen Destruktion. Eastwoods Nicht-Western geraten seit 15 Jahren - Oscars hin oder her - derart pomadig, dass man sich mit Unforgiven gerne in Erinnerung ruft, wie souverän der Mann ein Filmteam zu leiten vermag. (Nur Dienstag, 20 Uhr im Akademiesalon Regensburg, Andreasstr. 28)


Henri Verneuil: Der Clan der Sizilianer (1969)


Heist-Movie kreuzt Western, beides in klassischer Machart, technisch perfekt, mit solider Besetzung (Delon, Gabin, Ventura) und Musik von Morricone. (Nur Dienstag, 21:15 Uhr im Garbo, Weissgerbergraben 11, Regensburg)


Fritz Lang: Dr. Mabuse, der Spieler (1921/22)


Der Kriminal-Plot ist ganz nett, aber die Großstadt-Impressionen sind gewaltig. Berlin hatte nach dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 auch schon 4 Mio. Einwohner auf ungefähr der heutigen Fläche - das Gewusel wird in jeder Außenaufnahme deutlich. (Nur Mittwoch, 20 Uhr im Akademiesalon Regensburg, Andreasstr. 28)



Sehenswerte Neuproduktionen



Rudi Gaul, Das Zimmer im Spiegel (2008): Eine Jüdin versteckt sich in einer Dachwohnung vor der Gestapo, ihr arischer Ehemann wird festgenommen. In der Isolation reduziert sich ihr Erleben auf akustische Eindrücke, die Grenzen zwischen Hirngespinst und Wirklichkeit verschwimmen. Mit kleinem Budget gedrehtes Kammerspiel, das mindestens die erste Hälfte das Prädikat "sehenswert" verdient. Das Drehbuch lässt insbesondere in der zweiten Hälfte stark nach, aber technisch ist der Film erstklassig gelungen.

Michael Haneke, Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte (2009): Wenn der Terror von Kindern ausgeht, denkt man im historischen Film zwangsläufig an die Nationalsozialisten. (Regina Regensburg, Holzgartenstr. 22, nur Mittwoch, 20:50 Uhr)

Quentin Tarantino, Inglourious Basterds (2009): In der gefühlten 73. Spielwoche erhält Tarantino den "Oberpfälzer Oscar" für die "besten Film-Dialoge 2009". (Nur Mittwoch, 21:15 Uhr im Garbo, Weissgerbergraben 11, Regensburg)

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