Weiden
Die Paralympics in Vancouver
Genug oder zu wenig Berichterstattung?
In Vancouver haben jetzt wieder die Paralympics stattgefunden und jedes Jahr flammt sie wieder auf, die Diskussion, ob die Berichterstattung der Medien ausreichend ist, ja oder nein? Es gibt die unterschiedlichsten Ansichten und auch Überlegungen und ich möchte heute hier einmal meine ganz persönlich Meinung schildern.Wir sprechen mittlerweile immer mehr von der inklusiven Gesellschaft, in der Behinderung keine Rolle spielen soll. Dazu gehört für mich auch die vollumfängliche Berichterstattung der Paralympics im gleichen Umfang, wie bei den Olympischen Spielen. Gleiche Sendezeiten im TV, Radio und diesselbe Seitenanzahl in den Printmedien.
Ich finde allerdings, auch hier sind wir schon auf einem akzeptablen Weg, denn die Berichterstattung und mediale Beachtung hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Sicherlich wäre auch noch mehr möglich, aber ich glaube auch, bis wir amerikanischen Standard erreicht haben, brauchen wir noch einige Jahre. Denn leider, so kommt es zumindest mir manchmal vor, hat die Wirtschaft die Menschen mit Handicap noch nicht flächendeckend als Kundengruppe erkannt.
Aber hier spielt die Zeit ganz klar für die Menschen mit Handicap, denn in einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter und damit leider auch oft eingeschränkter werden, wird sich auch das wirtschaftliche Angebot von Dienstleistungen und Produkten weiter ändern. In den letzen Jahren hat sich dadurch auch die Berichterstattung über die Paralympics immer mehr erweitert.
Auch die Ehrung der Rollstuhlbasketballer bei der Sportlerwahl durch die Zeitung „Der neue Tag“ zeigt eine ganz klare Tendenz zur inklusiven Gesellschaft auf. Diese Dinge sind es, die eine Gesellschaft auszeichnen. Ich denke, die deutschen Behindertensportler haben tolle Erfolge erzielt, die der Beachtung würdig sind und wir als Konsumenten können, dürfen und sollen von den Medienmacher einfordern was wir sehen, hören und lesen wollen und hier sage ich: Berichten Sie noch mehr über den tollen Sport, denn ob Menschen Einschränkungen haben oder nicht ist doch hier wirklich völlig unerheblich.
Für mich sind die paralympischen Sportlerinnen und Sportler auch Vorbilder, die immer wieder zeigen, dass eine Einschränkung nicht gleich das Ende des Lebens bedeutet. Sicherlich ist es nicht ganz einfach, sich aus einer derartigen Situation mental zu befreien, aber diese Menschen zeigen, dass es gelingen kann.
Hier noch ein paar eindrucksvolle Zahlen zu den Paralympics: Die deutsch-kanadische Paralympics-Zeitung war mit einer Auflage von über zwei Millionen die größte unabhängige Zeitung zum Thema Behindertensport weltweit. Die Winterspiele brachten mit 13 Goldmedaillen, Doppel- und Mehrfachgold den bejubelten Platz 1 in der Nationenwertung für die Deutsche Paralympics-Mannschaft.
Leider sind die Prämien, die es für die Medaillen gibt, noch nicht auf dem Niveau der Olympischen Spiele, aber auch hier sollte das Deutsche Paralympische Komitee einmal darüber nachdenken, die Prämien anzupassen, denn gleiche Leistungen sind doch gleiches Wert, sowohl geldlich als auch medial oder?
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