Weiden
Das Musical-Erlebnis "Mamma Mia" in Nürnberg
Der Mythos ABBA lebt!
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| Das Plakat der Deutschland-Tournee von "Mamma Mia". Bild: Helmut Wolf |
In den Musikcharts waren sie bis weit in die 1980er Jahre vertreten. Benny Andersson und Björn Ulvaeus komponierten eine geniale Erfolgsmelodie nach der anderen. Doch die Zeit ging dahin und mit ihr unsere besten Jahre – diese ohrwurmfähigen Melodien sind geblieben.
Ich zähle mich auch zu den eingangs beschriebenen Jahrgängen. Und als ich vom Musical „Mamma Mia“ hörte bzw. die Plakatwerbung las, besorgte ich mir schnell im Internet eine schon etwas kostspielige Karte für den Auftritt der 30-köpfigen Musicaltruppe in der Arena von Nürnberg.
Um was es dabei geht? Natürlich um diese unsterblichen ABBA-Melodien! Es ist die englische Originalversion live, mit den schwedischen Urheberrechten. Da strömten die Menschen massenhaft (an die 3000?) an einem regnerischen Samstagnachmittag in die ausverkaufte Nürnberg-Arena. Besucher im Alter von siebzehn bis siebzig! Alles da.
Wer da Musiker mit Instrumenten oben auf der Bühne erwartet hatte, ging fehl in dieser Annahme. Musiker samt Technik und Lautsprechern befanden sich in einer Art Orchestergraben abgeschirmt vor unseren Blicken unterhalb der Bühne. Sprachlich begnügte man sich mit Englisch (leider), Monitore zeigten den deutschen Text an. Folglich: ständiges Kopf hin und her drehen. In etwa zweieinhalb Stunden erlebte man dann aber wirklich Großartiges!
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| Tausende wollten in Nürnberg die ABBA-Lieder hören. Die Musical-Truppe gab nur vier Vorstellungen. Bild: Helmut Wolf |
Die Handlung auf der Bühne lebt von Anfang bis Ende von den Liedern aus der ABBA-Zeit. Bei viel Lautstärke und dröhnenden Bässen lassen wir uns durch diese pseudo-amerikanische "Sentimentlgeschichte" auf einer griechischen Insel führen. Es ist die von Donna (Sheridan) und ihrer unehelichen Tochter Sophie, die auf dieser Insel ein Gästehaus betreiben und ein glückliches Leben führen. Bis Sophie ihre „drei möglichen Väter“ zu ihrer eigenen Hochzeit einlädt. Denn sie hat dem Tagebuch ihrer Mutter entnommen, dass es gleich DREI!! Liebhaber bei ihrer Mom damals gab. Sie will aber nun unbedingt ihren echten Daddy kennenlernen. "But the winner takes it all." Ein Fischerboot mit Namen "Waterloo" sieht man auf der Bühne. Drei junge Männer beweisen nun Sangeskraft. Einer davon der Erzeuger von Sophie.
Irrungen, Verwicklungen, Tränen und Melancholie, Glück und Unglück ziehen sich so dahin bei Songs wie „Honey Honey" oder "Money Money“ bis sich alles mit einer großartigen Hochzeit zum Happy End findet. Dass sich das Bühnenbild, der Hintergrund, über die ganze Zeit fast nicht verändert, wird hingenommen. Was uns die Bühnendarsteller samt Orchester hier mit dem Gesang der Original-Titel, wie "What´s the name of the game", "Fernando", "Super Trouper", "I have a dream", "S.O.S" und einigen anderen präsentieren, ist überragend. Bühnenprofis eben. Vielleicht haben es fachkundige Kritiker nicht ganz so gesehen – kann sein.
Wenn Füße und Hände bis jetzt schon im Takt mitmachten, so bildet der Schlussauftritt der mehr als dreißig Köpfe zählenden Sangescrew die Krönung: In silber- und goldglänzenden Original ABBA-Kostümen tanzen sie im Lichterwirbel der Scheinwerfer da oben und „Donna“ fragt sogar noch das längst stehende Publikum, ob Zugabe erwünscht ist. Dann gibt es noch „Thank you for the music" und "Waterloo", das weckt abermals Begeisterungsstürme. Das schon tobende Publikum liefert den besten Beweis: der Mythos lebt und ist nicht totzukriegen.
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