Weiden
Ein Vulkan spielt verrückt
Ein "Opfer" des Flugverbotes erzählt
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| Bild aus der Türkei-Rundreise: Tuffsteinhügel bestimmen die Landschaft Kapadokiens. Bild: Helmut Wolf |
Alles hatte so schön begonnen: „Auf den Spuren der Apostel durch Kappadokien“ titelte die Reiseagentur diese günstige Flugreise nach Antalya in der Türkei. Die Busreisen verliefen planmäßig, so wie man es sich wirklich vorgestellt hatte. Bis auf diesen schwarzen Freitag (16. April), dem der Rückflug nach Nürnberg am Samstag darauf (17. April) folgen sollte.
Die „entsetzliche Nachricht“ kam, dass wir Samstagvormittag nicht mit dem Bus zum Flughafen nach Antalya gefahren werden – es gibt keinen Flug. Das kann doch nicht wahr sein, meinen da viele. Es folgen einige nicht gerade schöne Tage, an denen oft und viel diskutiert wird. „Höhere Gewalt – Unabwendbares Ereignis“ - da zahlt kein Reiseveranstalter oder irgendeine Versicherung. Jeder hat aus eigener Tasche zu bestreiten, was die kommenden Tage kosten werden. Ach – war der vorherige Reisepreis doch so günstig und preiswert!
Höhere Gewalt – Unabwendbares Ereignis. Ein Vulkan im fernen Island spinnt.
Mischt sich in unser Leben ein. In unser aller Leben! Hunderttausende verlieren nun Geld wegen Island. Dabei wollten sie doch nur schöne Ferien – sonst nichts.
Durch den abrupt beendeten Flugverkehr sind es nicht wir allein, denen Finanz-schaden zugefügt wird. Überall hängen sie nun herum. Die Feriengäste, die abreisen wollten. Aber nicht können. Fernsehen im Urlaub ist jetzt angesagt.
Meist auf NTV oder ZDF. Das gibt´s auch in der Türkei - nicht nur Gedudel.
Mit dem Reiseleiter gibt es mehrmals am Tag Besprechungen. Wünsche und Vorschläge und Sonstiges. Jeder bekommt ein Schreiben der Agentur aus Deutschland. Darin steht natürlich auch "Höhere Gewalt". Und es steht auch drin:„Für die kommende Zeit, die Sie in der Türkei verbleiben, bieten Ihnen die Hotels einen günstigeren Preis an.“ Die kommenden Tage sollten uns aber trotzdem teuer zu stehen kommen.
Der Vulkan in Island hört derweil nicht auf, verrückt zu spielen – ja, er pustet sogar immer stärker. Das gibt wenig Hoffnung. Jetzt sollen wir gleich eine Woche im Voraus buchen, heißt es. Die ersten zwei Tage machten schon 100 Euro aus, für weitere vier Tage sind zusätzlich cirka 250 Euro fällig. Die Agentur hatte sogar die Kosten der ersten Nacht übernommen. Die Reisekasse reichte manchen natürlich nicht mehr aus. Auch ich habe mit der EC-Karte weitere Geldmittel locker gemacht.
Dann die für uns unerwartete Meldung: Es soll morgen (21. April) einen Flug ins österreichische Salzburg geben. Aber dies nicht für alle aus der Reisegruppe. Es erinnerte mich unwillkürlich an den Kriegsfilm „Stalingrad“, in dem nur ein Teil der halb erfrorenen deutschen Soldaten ausfliegen durfte.
Der Flug nach Salzburg mit anschließender Busfahrt nach Nürnberg macht dann noch einmal 200 Euro, die von der Reiseleitung am Tag zuvor einkassiert worden waren.
Damit endet die Geschichte, die auch mit unserem standhaften Verkehrsminister Ramsauer zu tun hat, und auch mit dem flugerprobten Niki Lauda mit dessen Zitat: „Das ganze Flugverbot ist eine Farce.“ Hatte er denn nicht recht?
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