Weiden
„Hertiekomplex“ und die Innenstadt
Ideen sind gefragt
Als ich in einer der Zeitungen der letzten Woche den Bericht über die Innenstadt und den Einzelhandel gelesen habe, musste ich an einigen Stellen verwundert den Kopf schütteln. Da wird zum einen gefordert, dass im ehemaligen Hertiegebäude wieder ein Magnet rein müsste und auch beim Dänner Eck müsste unbedingt etwas passieren.Also ein Fakt ist doch, dass hier die Grundstücks- und Gebäudebesitzer gefordert sind, etwas zu tun und was sie tun, bleibt doch ihnen überlassen. Selbst wenn die Besitzer des „Hertiekomplexes“ jetzt sagen würden: „Komm wir reißen es ab (was nach meiner Meinung eher unwahrscheinlich ist) und bauen eine schöne Wohnanlage dahin“, mitten in der Stadt, müssten wir damit leben.
Oder würden Sie sich drein reden lassen, was Sie auf Ihr Grundstück bauen? Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass es ein Grundstück in zentraler Lage ist und wir als Bürger dieser Stadt ein Interesse daran haben, dass hier etwas hin kommt, von dem jeder etwas hat. Das ist ja erst einmal ein frommer Wunsch, aber wer zahlt, schafft an oder - wie in diesem Fall - wer besitzt, der entscheidet. Vorstellbar wäre hier sicherlich vieles, z. B. ein Einzelhandelszentrum, ein Kaufhaus, eine Kombination aus Handel und Wohnen, sicherlich hängt das auch davon ab, ob und wie viel die Gebäudebesitzer investieren möchten.
In dem Artikel wurde auch wieder der Ruf nach der Stadt laut, aber ganz ehrlich, was kann und soll die Stadt hier tun? Gespräche kann sie führen und Hilfe anbieten, aber mehr auch nicht, denn die Entscheidungen, „wer wie was wo wie“ obliegt ganz allein den Eigentümern. Vielmehr geht es meiner Meinung nach darum, dass der Einzelhandel in Weidens Innenstadt sich für alle Eventualitäten gut aufstellt und hier gibt es für mich als Bürger und Kunde dieser Stadt und der Einzelhändler schon ein zentrales Problem.
Seit Jahren (so meine Wahrnehmung) schafft es der Einzelhandel nicht, in der Innenstadt einheitliche Öffnungszeiten anzubieten. Ja sicher, Kritiker werden jetzt sagen, wie stellt er sich das vor und was das kostet. Auf der anderen Seite muss man sagen, um in der heutigen Zeit wettbewerbsfähig zu bleiben, muss man hier an dieser Stellschraube drehen. Denn die Abwanderung der Kunden in die Märkte im Außenbereich resultiert, aus meiner eigenen Erfahrung, oftmals aus folgendem Sachverhalt:
Jetzt bin ich schon einmal in der Innenstadt und kaufe in Laden A etwas ein, jetzt fällt mir ein, ich bräuchte auch noch etwas aus Laden B und begebe mich dorthin, um dann festzustellen, dass Laden B von 12:30 Uhr bis 14:00 Uhr geschlossen hat. Also ärgere ich mich und sage mir, das nächste Mal gehe ich in den Markt XY, denn da bekomme ich alles, was ich benötige sofort und weiß, dass hier durchgehend geöffnet ist. Also sollten sich die Einzelhändler der Innenstadt einmal überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, einheitliche Öffnungszeiten anzubieten, damit auch jeder Kunde weiß, also ich bekomme von z. B. 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr alles.
Das wäre eine klare Botschaft für alle Kundinnen und Kunden. Auch fällt mir als Bürger dieser Stadt auf, dass die Einzelhändler sich immer dann zusammen tun, wenn es darum geht, etwas für sie Negatives abzuwenden (was auch vollkommen korrekt und legitim ist), aber leider tun sie sich nur selten zusammen, um eine gemeinsame Marschroute im Sinne der Kundenorientierung festzulegen, um die Kunden für den Einzelhandel in der Stadt zu begeistern und eventuell wieder zu gewinnen. So dass ich als Bürger sagen kann, hier kaufe ich gerne ein, denn in Weidens Innenstadt stimmt das Gesamtpaket und hier ist der „Hertiekomplex“ nur ein Baustein (wenn auch ein größerer) unter vielen.
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