Von Bürgerreporter/in Nicole Koller  |  18.05.2010  | Netzcode: 2327724  |  1241 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Hahnbach

Neues aus meinem Familienleben

"Kleine Putzgeister"

Wenn unser kleiner Sohn mit seinem besten Freund spielt, kann es schon mal vorkommen, dass da ein bisschen Unsinn gemacht wird…
Kürzlich war es dann mal wieder soweit. Sein ebenfalls vier Jahre alter Freund war bei uns zu Besuch, und die beiden Jungs spielten erst unten, wo ich sie immer unter visueller Kontrolle hatte, und gingen dann nach einer Weile nach oben in das Zimmer unseres Jüngsten. Nebenan ist gleich unser Büro, welches wir erst kürzlich neu gestrichen haben, in dem mein lieber Mann gerade für seinen Arbeitgeber tätig war.

Während ich nun im Wohnzimmer zusammen mit unserem zurzeit spanisch sprechenden Scanner hart am Computer arbeitete, und gleichzeitig die beiden Kleinen unter guter akustischer Kontrolle wusste, kam es nun wie es kommen musste…

Nach ein paar Minuten hörte ich lautes Kindergetrappel auf dem Balkon, der ans Zimmer unseres kleinen Sohnes angrenzt. Ich ging dann gleich mal nach oben, um nach dem Rechten – und gleich auch nach dem Linken – zu sehen, da man zwei vierjährige Schlitzöhrchen nicht alleine auf einen Balkon lassen sollte. Die beiden waren ganz eifrig mit unserem großen Besen zugange, weil der Freund unseres Sohnes Erde aus dem Blumentopf mit einer großen Palme rausgeworfen hat, die eigentlich nur „Urlaub“ im Zimmer unseres Jüngsten macht, bis sie wieder zurück ins noch nicht ganz fertiggestellte Büro darf.

Das bisschen Erde neben dem Blumentopf habe ich dann schnell selber weggekehrt und den beiden bei der Gelegenheit gleich ihr „Werkzeug“ weggenommen. Ich wunderte mich da nur, warum die beiden auf dem Balkon gekehrt hatten…

Später dann klärte sich auch das… Die heraus geworfene Erde wurde erst mal über den Balkon getragen, um sie dann mit Schwung übers Geländer auf unsere Terrasse zu werfen. Die erfreulicherweise geringe Menge, die sich direkt neben dem Blumentopf befand, war nur der Kollateralschaden. Die „Terrassenerde“ habe ich erst nach meiner Rückkehr ins Erdgeschoss entdeckt, was den beiden eine Rüge erspart hat, da ich nur deswegen nicht mehr die Treppe hochgehen wollte. Mittlerweile hat der Regen einen Teil der Erde weggewaschen – den Rest habe ich dem angrenzenden Rasen gespendet.

Übrigens saß mein Mann gleich im Zimmer daneben. Die Türen von Kinderzimmer und Büro waren weit geöffnet, was darauf schließen lassen könnte, dass man durchaus die von den Kindern stammenden verdächtigen Geräusche auf einem benachbarten Balkon und dem Kinderzimmer mitbekommt. Falsch gedacht. Das – und auch viele weitere Begebenheiten – sind Geräusche, die in einer für das männliche Ohr nicht wahrnehmbaren Frequenz ausgesendet werden und somit für die meisten Väter einfach nicht hörbar sind.

Die beiden Lausbuben haben außerdem vorher beim Papa um eben jenen Besen gebeten, welchen sie auch als freundliche Leihgabe ohne vorherige Auskunftseinholung bei der „Kinderkontrollbehörde“, bei welcher mein Mann ja selbst tätig ist, erhalten haben.

Wenn die lieben Kleinen schon mal was „Vernünftiges“ tun, wie „Putzen“, dann soll man sie auch am besten in Ruhe lassen, bevor sie stattdessen wieder was dreckig machen.

Das ist eine vernünftige, männliche Einstellung in solchen Situationen, welche auch viel entspannter ist, als die überwiegend weibliche Form, die gerne kontrolliert und aus diesem Grund ja auch alles mitbekommt und dann immer so gestresst und verärgert wirkt. Da können wir Frauen uns noch so manche Scheibe bei unseren Männern abschneiden finde ich – oder?

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