Weiden
Wie steht es mit unserer Toleranz?
Das Thema Toleranz am Beispiel der Vuvuzela
Zur Einführung erst einmal die Definition des Begriffs Vuvuzela aus dem Lexikon: Die Vuvuzela (auf Setswana manchmal auch Lepatata genannt) ist ein Blasinstrument und ein Symbol des südafrikanischen Fußballs. Genau das sind diese Instrumente, die nach meiner Erkenntnis bis zu 120 dB Lautstärke erreichen können und somit in etwa genauso laut sind wie ein Düsenjet beim Start. Soweit erst einmal zu den Fakten.Politiker und Gesellschaftskritiker sprechen immer wieder von der Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Ländern, Sitten und Bräuchen und auch in der Gesellschaft ist das Wort Toleranz mittlerweile fast zu einem geflügelten Begriff geworden. Wir wollen tolerant gegenüber anderen sein und vergessen das in der Regel auch nicht immer wieder zu betonen oder in alltägliche Gesprächsituationen einzuflechten, wie wichtig uns dieser Standpunkt ist.
Nun kommen aber die Vuvuzelas ins Spiel, die beim südafrikanischen Fußball eine große Tradition genießen, welche aber auch den Fußballgenuss eines normalen mitteleuropäischen Fußballfans empfindlich stören - man hört keine Fangesänge mehr nur noch ein Brummen wie in einem Bienenschwarm. Die Spieler können sich auf dem Platz nicht mehr unterhalten und überhaupt sind doch diese Vuvuzelas total unmöglich und gehören verboten! Das sind die Aussagen, die mir dieser Tage verstärkt begegnen.
Da darf aber schon einmal die Frage erlaubt sein, wie sieht es denn hier mit unserer Toleranz aus? Wo ist hier das Verständnis für andere Völker, Länder, Sitten und Bräuche? Meiner Meinung nach steht es uns hier nicht zu, „den Stab“ über dieses Instrument und dem Brauch, es beim Fußball zu verwenden zu brechen. Wir sind in Südafrika zu Gast und haben uns den Sitten und Gebräuchen anzupassen und auch bei TV-Übertragungen die „Melodie“ der Vuvuzela zu akzeptieren.
Denn mich würde schon interessieren, was der eine oder andere Fußballfan sagen würde, wenn die WM z. B. wieder hier in Deutschland wäre, und die Südafrikaner würden dann sagen, die Fans sollen bitte ihre grölenden Fangesänge unterlassen? Wären wir erbaut über so etwas? Ich denke, mit Sicherheit nicht. Wir würden sagen, was erlauben sich diese Südafrikaner, kommen hier in unser Land und kritisieren uns für unsere (Fußball)-Kultur.
Wir sollten also nicht nur von Toleranz gegenüber anderen sprechen, nein wir sollten sie auch leben, selbst in so kleinen Dingen wie der Akzeptanz der Vuvuzela als südafrikanisches Instrument. In diesem Sinne uns allen eine schöne und vor allem tolerante Fußballweltmeisterschaft.
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