Weiden
Ein Zirkus war in der Stadt
Widersprechen sich Zirkus und Tierschutz wirklich?
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| Der Zirkus im Hinterhof - Schicksalsgemeinschaft von Mensch und Tier. BIld: Helmut Wolf |
Das Foto vom Zirkus in seiner Außenansicht zeigt mir ein wenig die schwere Arbeit im Alltag der Zirkusleute. Ein „Zigeunerleben“ ist es sowieso. Schubkarren, zwei Kübel, einen Wasserschlauch sieht man vorne. Am rechten Bildrand ein ganzer Haufen lederner Garnituren (Geschirre) für den Auftritt der Pferde, Kamele und Elefanten in der festlichen Manege.
Und, wie gesagt, diese vier Dickhäuter, die da so beschaulich in den Tag hinein leben. Nach einigem Herumstehen vor dem Zaun sehe ich einen Arbeiter, der sich den langen Schlauch heranzieht, und einem Elefanten nach dem anderen eine länger anhaltende, wirklich kräftige Wasserdusche zur Reinigung und zur Erfrischung verpasst. Sie halten hin und wieder auch ihr Maul hinterm Rüssel offen, um auch den großen oder kleinen Elefantendurst zu löschen.
Auf einmal sehe ich die vier Kolosse nicht mehr nur als „nützliche Zirkusarbeiter“ – nein, das hier hat etwas von gelebter Menschlichkeit und Verbundenheit von Mensch und Tier in einer Schicksalsgemeinschaft. Man weiß ja: Die Tierschutzbewegung der neueren Zeit macht den Zirkusbetreibern das Leben schwer. Im Eingangsbereich hängt nämlich so eine Art Aufruf, in dem die Sorgen des Zirkusdirektors rund um die Wildtiere und die Tierschützer beschrieben werden.
Die ganz andere Seite ist ja: Die meisten Familien mit kleinen Kindern möchten mit ihnen in den Zirkus, nicht nur um über einen „dummen August“ lachen zu können. In Wirklichkeit sind es die Tiere, derentwegen die Massen in die Zirkuszelte eilen. Vielleicht ist es dem Elefanten gar nicht so unangenehm, in der Manege so eine zierliche Grazie im funkelnden Kostüm vom Boden in die Höhe zu heben. Wer weiß, „denkt dann der graue Bulle“, das was ich kann, macht mir so schnell keiner nach?
Angenommen, die Tiere könnten logisch denken wie wir, und würden ihre ganzen Lebensumstände nüchtern betrachten. Was sagten sie über die ständigen
Transporte von einem Ort zum anderen? Was sagten sie über das permanente Hineintreiben in die nächtliche Manege? Was würden sie sagen zu dem allemal schlimmen Lärm durch Musik, Klatschen, Pfeifen und Johlen der „Zweibeiner“.
Was über die grellen Scheinwerfer? Doch, Nutztiere in der Landwirtschaft und anderswo haben es manchmal auch nicht besser, ausgenommen die glücklichen Kühe auf der Alm. Wildtiere im Zirkus ganz zu verbieten, wäre der falsche Weg.
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