Weiden
Menschen mit psychischen Einschränkungen eine Chance geben
Da haben wir als Gesellschaft noch jede Menge zu lernen
Sie werden mir sicherlich zustimmen wenn ich sage, dass das Wetter im Moment im Großen und Ganzen Spaß macht. Man kann die Zeit (so man sie denn hat) draußen verbringen und die Wärme der Sonne genießen. Aber dennoch gibt es Menschen unter uns, die können das vielleicht nicht und wir, die wir uns als „normal“ bezeichnen, fragen uns warum das so ist.Vielleicht weil die Person eine Depression hat. Ich erlebe es leider in meiner täglichen Arbeit immer wieder, dass Menschen mit derartigen Einschränkungen nicht das Verständnis und die Unterstützung erfahren, die sie eigentlich bräuchten. Obwohl unsere Gesellschaft bzw. Teile daraus z. B. nach dem Tod von Robert Enke (10.11.2009) gesagt hat, es muss sich etwas ändern, sieht die Realität leider anders aus. Da wird immer noch schnell pauschalisiert schon mal der Satz verwendet: „Der/Die soll sich nicht so anstellen!“ und viele andere Dinge mehr.
Menschen mit psychischen Einschränkungen haben nicht immer den Platz in unserem Zusammenleben, der ihnen eigentlich zusteht. Derweil sind Menschen mit psychischen Einschränkungen doch sehr besondere Menschen, von denen wir noch viel lernen können. Vor allem über Willenskraft, Mut und Selbstdisziplin. Denn für sie ist es oft sehr schwer in unserer stressigen und schnelllebigen Alltagswelt zu bestehen. Für uns müssen Menschen oft nur funktionieren und zwar genauso wie sich das der Arbeitgeber, das persönliche Umfeld etc. vorstellen und wenn da jemand nicht in das „Schema F“ passt, wird er gleich an den Rand gedrängt. Aber vielleicht passiert dies alles auch, weil wir gar nicht verstehen, was die Bedürfnisse, Ängste oder Nöte von Menschen mit psychischen Einschränkungen sind.
Genau an diesem Punkt möchte die Ausstellung „Grenzen erleben“ ansetzen, die vom 14.07.2010 bis 18.07.2010 in der Max-Reger-Halle zu sehen, nein sagen wir besser zu erleben ist. An diesen fünf Tagen besteht die Möglichkeit einmal selbst zu erfahren, wie sich Menschen mit Depressionen oder Psychosen fühlen und wie schwer es für Menschen mit diesen Erkrankungen ist den Alltag zu bewältigen.
Meiner persönlichen Meinung nach trägt diese Ausstellung sicherlich dazu bei, Vorurteile gegen psychisch bedingte Krankheitsbilder abzubauen und für ein besseres Verständnis unter den Menschen zu sorgen. Wichtig wäre nur, dass auch viele Menschen kommen, um sich dieser Erfahrung zu stellen, wie gesagt dies ist möglich von 14.07.2010 bis 20.07.2010 in der Zeit von 9 bis 19 Uhr (Einlassende 18.30 Uhr). Denn nur wenn wir alle verstehen, wie die Problemlagen bei psychischen Erkrankungen geartet sind, können wir auch angemessen mit diesen Menschen umgehen.
Dem Anspruch adäquat mit all unseren Mitmenschen umgehen zu können und zu wollen sollten wir uns als sog. „Sozialgesellschaft“ stellen und diesen Anspruch gibt es nun einmal nicht zum Nulltarif - also lassen Sie uns einen „kleinen“ Ausstellungsbesuch investieren. Lassen Sie mich zum Schluss Neil Armstrong zitieren der bei der Mondlandung damals treffend sagte: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer für die Menschheit." Diesen Satz sollten wir uns auch hier zum Beispiel nehmen.
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