Tännesberg
Wenn es für Bürger immer teurer wird
Unmut bei Bürgerversammlung über Entwicklung bei Kläranlage Tännesberg
Am Mittwoch im Sporthotel Post informierte 1. Bürgermeister Max Völkl die anwesende Öffentlichkeit über das Gemeindegeschehen seit der letzten Bürgerversammlung. Er zeigte verschiedene Beschlüsse des Marktgemeinderates auf und ging vor allem auf das zentrale Thema Neubau der Kläranlage in Tännesberg ein.Hierzu übergab er das Wort an Ingenieur Stefan Steinbacher, der mit seinem Büro die Planung und Umsetzung betreut. Steinbacher zeigte den Ablauf seit 2006 bei diesem Projekt bis hin zum jetzigen Baubeginn. Er räumte nochmals ein, dass er die Entwicklung bei den Kosten bedauere und er sich den Fehler der Nichtfortschreibung der Kostendarstellung, auch bei der Information des Marktgemeinderates, anlasten müsse.
Bei der anschließenden Diskussion stellte SPD-Ortsvorsitzender Richard Krichenbauer die neue Sachlage bei der Kläranlage und das Verhalten des Ingenieurbüros an den Pranger. „Uns wurde bei der Entscheidung 2006 durch Herrn Steinbacher auch gegenüber den mitbewerbenden Ingenieurbüros immer eine funktionelle, langfristige und kostengünstige Lösung versprochen. Auf dieser Basis ist damit der Zuschlag an das Ingenieurbüro gefallen.“ Wenn man die jetzige Kostenschätzung sich anschaut, fühlt man sich über den Tisch gezogen und nicht ehrlich informiert.
Marktrat Michael Bäumler stellte die Frage, ob nicht letztendlich durch die falsche Kostendarstellung als Beschlussgrundlage dem Entscheidungsgremium die notwendige Suche nach Alternativen und Einsparungen durch Information erst im April 2010 genommen wurde. Auch durch zeitlichen Druck und dem Auslaufen der wasserrechtlichen Erlaubnis und der vorangeschrittenen Planung werden die Mehrkosten nunmehr einfach an die Bürger weitergegeben. Ferner wollte er von Steinbacher wissen, inwiefern er durch das Eingeständnis des Fehlers z.B. bei seinem Honorar der Gemeinde und damit der Bevölkerung wenigstens entgegen komme. Diese Frage blieb auch durch Nachfragen weiterer Anwesender bis zum Schluss offen, da der Ingenieur keine konkreten Zusagen machen wollte, sondern hier sich etwas überlegen will. Dies war für viele Zuhörer unbefriedigend, so dass dieses Thema längere hitzige Diskussionen erzeugte. Vor allem auch, weil gegenüber dem letzten Jahr nunmehr keine zu erwartenden Kosten für Geschoss- und Grundstücksflächen mehr genannt wurden und diese Größen nicht mehr gelten.
Eine Frage bezog sich auch auf die Abwesenheit mehrere Gemeinderäte (vier von der CSU-Fraktion), hier wollte ein Bürger wissen, ob eine Bürgerversammlung nicht die Anwesenheit erfordere.
Weitere Teilnehmer wollten wissen, was der Bürgermeister gegen die immer steigenden Gebühren für Bürger in Kleinschwand durch die dortige Abwasserentsorgung zu tun gedenkt. Ferner ging es dabei um weitere Belastungen bei Änderungen in Zukunft durch Minderentnahmen im Bereich der Wasserversorgung Tännesberg und immer mehr geschaffene Ausnahmen in Woppenrieth. Man wollte wissen, welche Gründe dies rechtfertigen und wer die Kosten bei Verkeimung durch Minderabnahmen bzw. Kosten für Leitungsspülungen trägt, nachdem man eine teure Wasserleitung in diesen Ortsteil gebaut hat.
Warum der Gemeinderat sich keine Gedanken über Photovoltaik macht, um auch einmal Einnahmen zu erzielen war ein weiteres Thema, genauso welchen Sinn der neue Einbau von Holzfenstern bei der energetischen Gebäudesanierung im Rathaus haben soll, wenn man die Pflege und Reinigung berücksichtigt, vor allem die Folgekosten durch Streichen. Zum Sachstand, ob Planungen zu Windenergie und einem Windrad nach den bisherigen Informationen durch Bürgermeister und CSU-Marktrat Walter weiterverfolgt werden, machte Völkl wenig Hoffnungen.
Es wurde angefragt, ob gemeindliche Gerätschaften des Bauhofs durch Vereine genutzt werden können, da es hier für den Sportverein durch den neuen Kleintraktor wohl Ausnahmen gäbe und dies erst durch Nachfragen bekannt wurde.
Bezüglich des Schlossbergs antwortete Völkl, dass es zur Beweidung hier einen neuen Pächter gäbe. Namen wollte er keinen nennen. Der dortige Kinderspielplatz und die Instandsetzungen wird erneut um ein Jahr verschoben.
Zur Städtebausanierung Tännesberg wird eine eigene Bürgerversammlung im Herbst abgehalten, hier wird dann auch vorgestellt, wer dann eigentlich vorrangig Begünstigte sind und welche Bereiche man im Auge hat. In diesem Zusammenhang nannte der Bürgermeister den Vorschlag von Richard Krichenbauer eine gute Idee, einen Fragebogen zur künftigen Nutzung der Häuser im Ortsbereich herauszugeben, um eine vorausschauende Bebauung und Entwicklung zu ermöglichen.
Beim Friedhof Tännesberg soll eine Urnenwand errichtet werden, hierzu hat man sich bereits vor Ort informiert. Die nicht abgeschlossene Leichenhausdacheindeckung wird Ende der Woche angegangen, das immer noch stehende Gerüst ist eine Spende und muss nicht bezahlt werden.
Die Anfrage des OWV Tännesberg, wie der Markt nunmehr hinsichtlich des Fundaments für die Wiederaufstellung des Zunftbaumes vorgeht, will der Bürgermeister in den nächsten Sitzungen beraten lassen.
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