Von Bürgerreporter/in Helmut Wolf  |  19.07.2010  | Netzcode: 2415835 Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Weiden

"Griaßde(God)"

Ein kleines Gruß-Einmaleins

Bild zu "Griaßde(God)"
Zwei treffen sich hier auf der Steinernen Brücke - nicht in Regensburg. Bild: Helmut Wolf
Die banalsten Dinge kann man zum Problem hochstilisieren. Es hapert nämlich manchmal doch mit dem „richtigen Grüßen“. Aber echt. Grüßen an sich ist gar nicht anstrengend, Dutzende Mal am Tag bewusst oder unbewusst, geschieht es. Manchmal heißt der Gruß auch Mahlzeit, Mahlzeit. Idiotisch, wer das erfunden hat.

Leider gibt es auch Zeitgenossen, die sich lieber erst grüßen lassen, es nicht spontan tun. Erst mal sehen, ob der/die mich überhaupt grüßt. Das tut der vorsichtige Grüß-August. Doch nichts geht über das spontane Grüßen.

„Grüß euch Gott, alle miteinander“, heißt es in der Operette vom Vogelhändler.
Goethe sagte „Den Gruß des Unbekannten ehre ja!!“

Also, wie ist das nun wirklich?

Wikipedia weiß wieder mal alles. Besser gesagt, dieses virtuelle Lexikon im Internet, weiß es ja auch nur vom guten alten „Knigge“.
Der sagt: „In der Regel beginnt jede Begegnung mit einem Gruß. Mit dem Gruß geben wir zu erkennen, dass wir jemanden gesehen und erkannt haben.“ Der Knigge stellte anno dazumal folgende Reihenfolge auf:

- Der Jüngere grüßt den Älteren
- Der Herr grüßt die Dame (nach alter Schule mit gelüftetem Hut usw.)
- Der Rangniedere grüßt den Ranghöheren (geschäftlich)
-
Aber – das war einmal! Wir sind inzwischen etwas moderner geworden und deshalb hat der gute alte Knigge die zeitgemäßere Form gewählt.

„Die zeitgemäße Form besteht nun darin, dass derjenige zuerst grüßt, der den anderen zuerst sieht. Wer als erster grüßt, hat zudem die Wahl der Grußformel.“ (Servus, Griaßde, guten Tag, Grüß Gott, schönen Tag noch) Sehr verständlich.

Wie sagt es der Nieder- oder Oberbayer?
Griaßde sougt ma, wann ma wen griaßd. Griaßde is de Kurzform von Griaß Di God. Griaßt oana mehra Leid, sogd a „Griaß Eich“ oda “Griaß Enk”. Bei a na Respektsperson, wo ma ned per Du is, ko ma “Griaß Eana, Herr/Frau Sowieso soung. Statt Griaß God sogt ma in Norddeutschland „Guten Tag“. De kenna unsern Gruaß net, ja do blamierst de sogoa mit dem bairischn Griaß God.

Is ja grüßlich genüsslich!


Zum Artikel: Kinospecial 300 Pixel