Amberg
Glaub an dich und sei das Salz der Erde
Bonifatius - Das Musical in Fulda
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| Der Brief mit Dirk Johnston, Reinhard Brussmann, Sabrina Weckerlin und Mara Dorn. Bild: spotlight-musical.de |
Das Musical behandelt das Leben des englischen Missionars Wynfried von Crediton aus dem achten Jahrhundert der als Bischof Bonifatius, gespielt von Reinhard Brussmann, zur Missionierung der Heiden nach Germanien geschickt wurde. Er fällt die Donar Eiche und manche Heiden lassen sich taufen. Dabei merkt er erst später, dass die Heiden dies aus Angst tun. Für den schlechten Ruf des Christentums sorgt vor allem der Bischof von Mainz, Gewilip, dargestellt von Christian Schöne, der ein ausschweifendes Leben führt und die Armen ausgebeutet.
Zu Bonifatius Unterstützung reist die Cousine Lioba, gespielt von Maria Dorn, an. Gemeinsam gelingt es Bonifatius schließlich den Papst (Frank Lang) zu überzeugen, den Mainzer Bischof abzusetzen. Dieser schmiedet dafür gemeinsam mit dem heidnischen König (Daniel Dodd-Ellis) einen Racheplan.
Bonifatius bereut inzwischen, dass er die Heilige Eiche des Donargottes gefällt. Er wollte die Heiden aus den Fesseln der Götter befreien, doch war das der richtige Weg? Als sein Schüler Sturmius, gespielt von Dirk Johnston, zwischen dem Zölibat und der Liebe zur Wirtstochter Alrun, dargestellt von Sabrina Weckerlin, schwankt, rät er ihm zugunsten der Liebe. Selbst zerrieben von den Machtkämpfen der Kirche, macht sich Bonifatius nochmals zur Missionierung auf. Er weiß, dass der Klosterbau, den er von seinem Schüler Sturmius in Fulda bauen ließ, in guten Händen ist. Zum Abschied und in weiser Voraussicht schreibt er seinen Schüler noch einen letzten Brief. Durch den Racheplan von Gewilip wird Bonifatius in einen Hinterhalt gelockt und in Dokkum schließlich getötet. Sturmius wird sich schließlich gegen die Liebe und für die Kirche entscheiden.
Als Erzähler fungiert der Mönch Willibald, den es auch in Wirklichkeit gegeben hat. Alles beginnt aber mit einem Prolog in der Jetztzeit. In der gezeigt wird, wie wir Menschen mit kirchlichen Themen umgehen, wenn man damit konfrontiert wird und wie sehr man mit sich selbst beschäftigt ist. Das traurige Ende der Geschichte wird wieder in der Jetztzeit mit einem Schuss Hoffnung versehen.
Mit starken Stimmen und präzisem Schauspiel überzeugten die Hauptakteure bei der Wiederaufnahme im Schlosstheater. Enorme Präsenz zeigte vor allem Reinhard Brussmann in der Titelrolle des Bonifatius. Keinesfalls unerwähnt bleiben darf Dirk Johnston als Sturmius. Die Rolle ist die erste große Rolle für ihn, jedoch steht er den anderen in nichts nach. Eine fantastische Stimme und eine grandiose Bühnenpräsens hat er jetzt schon. Das Lied „Wenn das wirklich Liebe ist“ wird zusammen mit Sabrina Weckerlin, die mehr den je mit ihrer kraftvollen und ausdrucksstarken Stimme überzeugen kann, zu einem der Höhepunkte.
Das Highlight dieses Stückes bringt aber das neue Lied, Starke Frauen, das Maria Dorn mit ihrer kraftstarken Stimme zum Besten gibt. Diese Stück ist eine Gospel-Nummer, die wie für Frau Dorn geschrieben wurde.
Auch die anderen Lieder wie das Salz der Erde, Gib mir Kraft, Der Brief, machen dieses Musical sehenswert. Mann nimmt den Darstellern auf der Bühne alles ab. Sie singen und spielen mit voller Leidenschaft. Sie überzeugen alle ausnahmslos mit ihrer Stimmgewalt und Bühnenpräsenz. Die Choreografien von Julia Poulet werden vom Ensemble in hervorragender Weise dargestellt und sind ein zusätzlicher Pluspunkt. Das Bühnenbild ist einfach gehalten, aber ausreichend: Drei große, farbig bespannte Quader werden von als Mönchen verkleideten Technikern in den Szenenwechseln verschoben und deuten neue Räume an. Einziger Kritikpunkt ist, dass kein Liveorchester vorhanden ist. Man merkt dies allerdings kaum.
Dieses hervorragende Musical ist bis zum 8. August zweimal täglich noch in Fulda zu sehen und zieht dann nach Erfurt weiter, wo es vom 19. bis 22. August gezeigt wird. Die günstigen Preise sind ein weiterer Pluspunkt und machen diese Produktionen sehenswert. Wer noch Karten haben will, sollte die Anfahrt nach Fulda oder Erfurt nicht scheuen. Noch ein Hinweis: wenn man schon in Fulda ist, der Heilige Bonifatius, der «Apostel der Deutschen», ist in der Gruft des Fuldaer Doms begraben.
Man kann man nur gespannt sein, was Spotlight-Musicalproduktion noch so auf dem Markt bringen wird. Die nächste Produktion für 2011 steht schon. „Die Päpstin“ wird als Uraufführung nach Fulda gebracht. Hoffen wir, das dieses Stück an die beiden Erfolge von Bonifatius und Elisabeth auch weiter anknüpfen kann.



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