Von Bürgerreporter/in Nicole Koller  |  03.08.2010  | Netzcode: 2436989  |  1038 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Hahnbach

Neues aus meinem Familienleben

Ein Restaurantbesuch

„Mit Euch kann man wirklich nirgends hingehen…!“ Das sagen wir oft zu unseren Söhnen, da sie keine besonders hervorzuhebenden Tischmanieren haben, gerne mit vollem Mund sprechen – und das vorzugsweise, wenn grade ein anderer etwas sagt – und wenn sie selbst aufgegessen haben, am liebsten gleich auf und davon laufen…

Vorletzten Freitag allerdings, da wagten wir es wieder einmal: Wir beschlossen, die Pizzeria neben dem MusiKomm zu besuchen, da wir ein paar gute Erinnerungen an das Benehmen unserer Jungs im letzten Winter dort hatten. Nachdem wir damals stundenlang durch Tiefschnee gestapft und über verschneite Wege rund um den Mariahilfberg gewandert waren, waren die beiden so brav im Restaurant…

Seither waren wir nur mal beim Schnellimbiss oder haben uns öfters mal ne Pizza mitgenommen. Nun – der jüngste Gaststättenbesuch hinterließ nun folgende Erinnerungen bei uns Eltern:
Bereits vor dem Essen fielen wir unangenehm auf, da mein Mann mal wieder lustige Bemerkungen zur momentanen Frisur unseres Großen machte. Der trägt die Haare wie die meisten Teenies im Moment – alles was geht, von hinten nach vorne geklatscht. Sieht gar nicht so übel aus, wenn man sich mal daran gewöhnt hat…

Nun – unser Sohn ist aber da sehr empfindlich und fing deshalb gleich an, mit seinem neben ihm sitzenden Papa herumzuraufen. Währenddessen hüpfte unser Kleiner auf seinem Stuhl auf und ab, um dann kurz darauf zu beschließen, mit mir Platz tauschen zu wollen. Danach las ich ihm die für Kindergartenkinder infrage kommenden Speisen vor, damit er sich was Leckeres aussuchen konnte. Zwischendurch rief er dann immer wieder laut: „WAS?“, weil er halt nicht richtig zugehört hatte, da er sich wieder mehr dem Hopsen auf dem Stuhl gewidmet hatte. Nach mehrmaligem Vorlesen entschied er sich dann für ein Nudelgericht, was ich mir zur Sicherheit noch mehrmals von ihm bestätigen ließ.

Ich selbst bestellte mir einen italienischen Salat. Zu diesem Gericht kamen dann noch nahezu alle Nudeln meines kleinen Tischnachbarn, der beim Erhalt seines Essens nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte.

Nachdem er sich bereits ein ganzes Glas kalten Apfelsaft durch einen Strohhalm rein gesaugt hatte, jammerte er dann auch noch über Bauchweh. Ich jubelte ihm dann ein paar seiner Nüdelchen unter, mit der Erklärung, dass die ja wie eine Wärmflasche von innen wären. Dann nötigte ich ihn noch zum Verzehr zweier Scheibchen Weißbrote, die er dann – wie üblich – ausbohrte und zwischendurch auch mal durch den Schlitz der Glastrennwand auf die andere Seite hielt – für den Fall, dass da jemand Lust auf ausgebohrte Weißbrotscheiben haben könnte. Nachdem er mir noch drei meiner hartgekochten Eier aus dem Salat gemopst hatte, war er dann auch schon satt.

Zwischendurch fiel meinem Mann und mir auf, wie geschickt unser Elfjähriger mit Messer und Gabel umgehen kann. Er zerschnitt seine Pizza vorbildlich zur Freude seiner Eltern – um sie anschließend dann doch mit den Händen zu essen…

Außer einem „Wackeltest“, wie schnell sich denn die Straßenlaterne, mitsamt der Trennwand, die sich zwischen den Tischreihen befand, mit bewegt, wenn man da rumruckelt, hat unser Großer sich soweit unauffällig benommen…

Nach der Rückkehr zum Auto erinnerten wir uns daran, dass beim letzten Mal ein Riesenschneebatzen hinter unserem Auto lag, den unser großer Sohn als „Andenken“ vom Mariahilfbergspaziergang mitgenommen hatte. Den nahmen wir damals mit nach Hause, wo er dann noch tagelang vor unserer Haustür dekorativ dahin schmolz, bis nur noch der Dreck aus dem Batzen vor unserer Türe lag…

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