Amberg
Grauer Star - Der getrübte Blick
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Medikamente können gegen die Katarakt nichts ausrichten. Eine Staroperation ist die einzig effektive Therapie. Der Mehrzahl der Patienten verhilft sie zu einer Verbesserung der Sehleistung um 50 bis 100 Prozent.
Die Operation ist ein Routineeingriff, ernsthafte Komplikationen kommen bei einem von 1000 Patienten vor. „Das Hauptrisiko ist die bakterielle Entzündung nach der OP. Dann bildet sich Eiter im Auge. Falls die Infektion nicht rechtzeitig bemerkt und behandelt wird, droht Erblinden“, erklären Prof. Prof. Dr. med. Dieter Dausch und Axel Fehn, Belegärzte an der Augenklinik am Klinikum St. Marien.
Zwischen ca. 50 und 65 Jahren weisen bereits etwa 50 Prozent aller Senioren bereits leichte Eintrübungen der Augenlinsen auf. Anfangs bemerken sie meist noch keine Beeinträchtigung des Sehvermögens. Ab Mitte 60 sind sogar 90 Prozent vom Grauen Star (Katarakt) betroffen, die Hälfte davon nimmt die Beeinträchtigung des Sehvermögens dann auch wahr: Sie sehen verschwommen, Farben erscheinen verwaschen, das Auge wird lichtempfindlich, der Patient fühlt sich schnell geblendet, weil durch die trübe Linse eine diffuse Lichtbrechung stattfindet.
In einigen Fällen sind auch Krankheiten wie Diabetes mellitus oder eine Schilddrü-senunterfunktion Ursache für die Katarakt. Schließlich können auch Einflüsse von außen, z. B. schwere Prellungen des Auges, Stichverletzungen, Elektrounfälle, Überhitzung und starke Unterkühlung, Bestrahlungen (etwa zur Krebstherapie), Augenentzündungen oder Behandlungen mit hoch dosiertem Kortison die Linse trüben.
In seltenen Fällen ist der Graue Star auch angeboren, etwa durch eine genetisch bedingte dominant vererbte Linsenveränderung. Auch Infektionen wie Röteln oder Toxoplasmose während des ersten Schwangerschaftsdrittels können die Augenlinse des Ungeborenen schädigen.
Die Katarakt kann die ganze Augenlinse oder auch Teile und bestimmte Schichten davon treffen. Eine Trübung der Augenlinse ist nur im fortgeschrittenen Stadium mit bloßem Auge sichtbar.
Um zu einer Diagnose zu kommen, untersucht der Arzt die Augen mit der Spaltlampe, einem flexiblen Mikroskop mit spezieller Beleuchtung auf das Stadium des Grauen Stars, auf mögliche andere Erkrankungen und beurteilt das verbliebene Sehvermögen. Es gibt keine Medikamente, die die Eintrübung der Linse aufhalten oder gar rückgängig machen können.
Die einzige Form der Therapie ist die Staroperation, bei der der Augenarzt die trübe Linse gegen eine Kunststofflinse (z. B. aus Acrylaten oder Silikonen) austauscht. Diese weltweit häufigste OP wird in Deutschland rund 600 000 Mal pro Jahr durchgeführt.
Vor der Operation führt der Augenarzt eine gründliche Untersuchung und Vermessung des Auges durch, um den Brechwert der Kunstlinse zu bestimmen. Je genauer er ermittelt wird, desto besser kann nach der OP eine Brille angepasst werden.
Der Eingriff findet meistens unter Lokalanästhesie statt. Der Augenarzt entfernt nicht die gesamte trübe Linse aus dem Auge. Er öffnet vielmehr den Linsenkapselsack an der Vorderseite durch einen kleinen kreisförmigen Schnitt, verflüssigt den freigelegten härteren Linsenkern mittels Ultraschall und saugt ihn mitsamt der weicheren Linsenrinde ab. Anschließend setzt er die Kunststofflinse ein. Der Arzt verschließt nun die Wunde mit sehr feinen Nähten. Oftmals ist der Schnitt selbstdichtend, und er muss die Wunde dann nicht einmal nähen.
Rund 90 Prozent der Patienten erreichen durch die Staroperation eine Verbesserung der Sehleistung um 50 bis 100 Prozent. Meist werden die Linsen so eingestellt, dass der Patient in der Ferne scharf sehen kann und etwa zum Lesen eine Brille tragen muss.
Darüber hinaus gibt es verschiedene moderne Kunstlinsen, die weitere Möglichkeiten für ein besseres Sehen bieten. So schützen Blaufilterlinsen etwa die Netzhaut vor blauem Licht, was bei Makulaerkrankungen sinnvoll sein kann. So genannte asphärische Linsen ermöglichen zum Beispiel gutes Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen. Multifokallinsen erlauben dem Patienten in vielen Fällen, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne scharf zu sehen.
Bei der Wahl der richtigen Linse und des Behandlungsverfahrens sollten sich Betroffene von einem Facharzt gut beraten lassen, so der Ratschlag von Prof. Prof. Dr. Dausch.
Dem Grauen Altersstar können weder ein gesunder Lebensstil noch Medikamente vorbeugen. Unfälle oder Verletzungen des Auges, die die Linse schädigen könnten, verhindern Arbeitsschutz- und Sonnenbrillen.
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