Vohenstrauß
Das Schloss, das "Burg" heißt
Schloss Friedrichsburg gewährt Einblicke
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| Als stolz befestigtes Landschloss präsentiert sich die "Friedrichsburg" heute wieder. Die vielen Dachböden dienten der Vorratshaltung. Bild: Harald Mohr |
Von 1586 bis 1593 wurde das Schloss von Pfalzgraf Friedrich aus dem Hause Pfalz-Neuburg erbaut. Als Vorbild wählte der Blaublüter das Jagdschloss Grünau in der Nähe seines Stammsitzes Neuburg an der Donau. Das Schloss ist gut befestigt und zeitlich am Übergang zwischen der Tradition des Burgenbaues und der späteren Schlösser angesiedelt, was ihm den seltsamen Namen „Schloss Friedrichsburg“ einbrachte. Nur wenige Jahre lebte der Pfalzgraf auf Friedrichsburg: Schon 1597 starb er im Alter von „nur“ 40 Jahren, einem für damalige Verhältnisse aber durchaus stattlichen Alter.
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| Gästeführer Alois Pelzl berichtet von den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen. Bild: Harald Mohr |
Zusammen mit Gemahlin Katharina Sophia (die Wappen der beiden sind über dem Eingang der Friedrichsburg zu sehen) und einem etwa 60-köpfigen Hofstaat nutzte er das Prunkschloss nicht durchgehend: „Sie waren viel auf Reisen“, berichtete Alois Pelzl. Schon im Jahr 1608 starb auch die Pfalzgräfin Katharina Sophia, so dass Vohenstrauß nicht länger pfalzgräfliche Residenzstadt der Wittelsbacher war. Die Gräber der einstigen Schlossherren befinden sich leider nicht in Vohenstrauß, sondern in der schwäbischen Residenzstadt Lauingen an der Donau.
Die Friedrichsburg wurde jetzt Wohnsitz des fürstlichen Pflegers von Vohenstrauß. Seit 1809 war das Schloss Sitz von Bayerischen Behörden. Zuerst zog das „Landgericht“ von Burgtreswitz nach Vohenstrauß um. Im Jahr 1842 wurde das „Rentamt“ daraus, und im Jahr 1862 schließlich das „Bezirksamt“, der Vorgänger des späteren Landratsamtes, das bis zur Gebietsreform im Jahr 1972 in dem Schloss untergebracht war.
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| Stahlstangen verankern marode Holzbalken im Obergeschoss im gleichfalls sanierten Dachtragwerk. Bild: Harald Mohr |
Seither verfiel der Bau zusehends. Erst im Jahr 1989 entschloss man sich zu einer Generalsanierung. Dabei stellte sich heraus, dass das Gebäude durch marode Balken und diverse unfachmännische Umbauten statisch instabil geworden war. Die bereits begonnene Sanierung wurde aus Kostengründen auf Eis gelegt. Zeitweise stand sogar ein Abriss des Gebäudes im Raum. Im April 1995 gründete sich daraufhin das „Kuratorium Schloss Friedrichsburg e.V.“, welches das Schloss mit kulturellen Ausstellungen und Veranstaltungen wieder beleben wollte. Im Jahr 2004 war es endlich soweit: In den frisch sanierten Räumen fand eine erste Kunstausstellung statt.
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| Bayerischer Löwe und schlesischer Adler erinnern noch heute an die Herkunft der Schlossherren. 1862 wurde das Schloss Königlich-Bayerisches Bezirksamt, später Landratsamt. Bild: Harald Mohr |
Der Aufwand für die Sanierung lässt sich heute nur noch erahnen. So konnten im Kreuzgratgewölbe des Erdgeschosses einige der Mittelsäulen aus Granit die Last des Gebäudes nicht mehr tragen, so dass diese mit einer Stahlkonstruktion in den Untergrund eingeleitet werden musste. Tragende Holzbalken in den oberen Geschossen hingen durch, mittels Stahlstangen mussten sie deshalb im gleichfalls sanierten Dachtragwerk verankert werden, wodurch die Last letztlich in die Außenmauern abgeleitet wird.
In der Friedrichsburg ist heute auch die Infostelle der Tourismusgemeinschaft Naturparkland Oberpfälzer Wald (der Altlandkreis Vohenstrauß sowie Floß und Flossenbürg) untergebracht, in der sich Monika Schedl auf Gäste freut.
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| Im ersten Obergeschoss ist wieder die originale, mit Schiffskehlenprofilen ornamentierte Bohlenbalkendecke zu sehen. Bild: Harald Mohr |
Die nächste kostenlose Führung durch das Schloss ist am Mittwoch, 20. Oktober, um 10 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.






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