Weiher-Idylle vor der Haustür
Mit Gästeführer Rudolf Ehstand durch die Heusterz - Rückzugsraum für Edelkrebs und Moderlieschen
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| Gästeführer Rudolf Ehstand weiß viel über die Teichlandschaft zu erzählen. Bild: Harald Mohr |
Im Falle der Orientierungslosigkeit rät er: "Immer bergab laufen." Bergab landet man nämlich irgendwann an der Waldnaab, denn sie ist der Vorfluter des Entwässerungssystems der Teiche. Sie sind alle terrassenartig angeordnet. Zwei Bäche speisen die ersten im Osten. Über ein raffiniertes System aus Überläufen durchfließt das Wasser, der Schwerkraft folgend, alle Teiche, so dass das Wasser darin ständig ausgetauscht wird. Daran hat sich seit 1000 Jahren nichts geändert.
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| Im Bundes-Naturschutz-Großprojekt Waldnaabaue überlässt man die Natur wieder sich selbst. Bild: Harald Mohr |
Obwohl es früher noch viel mehr Weiher hier gab, kommt immer noch die Hälfte der bayerischen Karpfenproduktion aus dem Landkreis mit den drei Zentren Tirschenreuth, Kemnath und Wiesau. 2500 Tonnen sind das im Jahr. Zu sehen ist von den Fischen nichts. Nur ab und zu schnappt sich einer eine Mücke, die sich zu nahe an die Wasseroberfläche gewagt hat. Fast nur Karpfen gibt es hier, nur fünf Prozent der Teiche sind mit Forellen besetzt. Dafür gibt es jede Menge Arten von "Beifischen": Schleien, Rotaugen, Rotfedern, sogar Raubfische wie Hecht, Barsch und Zander hat man eingesetzt. Auch selten gewordene Arten wie Moderlieschen, Schlammpeitzger, Gründling oder sogar der Edelkrebs haben hier einen Rückzugsraum gefunden.
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| Der Paulus-Schwamm-Weiher ist mit 16 Hektar der größte Weiher der Tirschenreuther Teichpfanne. Bild: Harald Mohr |
An den stillen, sonnenbeschienenen Dämmen zwischen den Teichen soll es die Kreuzotter geben, das angrenzende Bundes-Naturschutz-Großprojekt Waldnaabaue ist sogar eines der größten zusammenhängenden Kreuzottergebiete von ganz Bayern.
Sehen kann man die scheuen Tiere nicht. Im Projektraum werden 300 der 650 Hektar stillgelegter Weiher wieder geflutet und dann sich selbst überlassen, eine große Chance für die Natur. Das große Weihersterben in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts war eine Folge des gestiegenen Getreidepreises. "Anstatt das Getreide als Fischfutter zu verwenden, machte man lieber gleich Brot daraus", erklärt Rudolf Ehstand das Phänomen.
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| Idyllisch: Hier könnte ein Maler seine Staffelei aufbauen. Bild: Harald Mohr |
Wir haben den Paulus-Schwamm-Weiher erreicht, mit 16 Hektar der größte Weiher hier. Wenn man nicht weiß, dass auch er zu dem künstlich angelegten Weihersystem gehört, erkennt man es nicht. Ein natürlicher Schilfgürtel umgibt den Weiher, der Wald reicht bis fast ans Ufer. Drei Stunden dauert die Tour mit Rudolf Ehstand, obwohl wir nur einen Teil der Weiher gesehen haben. Wer mitgehen will: Die nächste Wanderung "Kreuz und quer durch die Heusterz" mit Rudolf Ehstand findet am Donnerstag, 7.Oktober, statt. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Volksfestplatz Tirschenreuth. Harald Mohr
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