Von Bürgerreporter/in Nicole Koller  |  21.09.2010  | Netzcode: 2501017  |  898 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Hahnbach

Neues aus meinem Familienleben

Ein Sonntagsausflug nach Kallmünz

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Kallmünz - im Hintergrund die Burganlage. Bild: Nicole Koller
Letzten Sonntag beschlossen wir, einen Ausflug zu unternehmen. Das Wetter war sonnig – also wollten wir was draußen unternehmen. Unsere Jungs hatten Lust auf Burg anschauen, wobei kurz vor der Abfahrt unser Großer dann nochmal kurzfristig wieder nicht wollte, aber dann von uns Eltern dazu „gezwungen“ wurde ...

Eigentlich wollten wir schon am frühen Vormittag los, aber nach der Suche im Internet nach dem passenden Ausflugsziel, ein paar Anrufen, die letztendlich nur dazu führten, dass die Angerufenen dann doch nicht mitwollten, dem Ausdrucken des Wanderweges zwischen unseren beiden favorisierten Burgen, wurde es dann schon sehr, sehr später Vormittag. Übrigens, wenn man das Wort „Burg“ googelt, und nach dem Wort noch kein Leerzeichen eingegeben hat, dann kommt ganz oben gleich eine Fastfood-Kette ...

Zuerst war ja geplant, nach dem Besuch der ersten Burg mit dem Fahrrad zur zweiten zu radeln, und dann diese zu besichtigen. Zwecks bereits erwähnter Zeitverschiebung strichen wir den zweiten Ausflugspunkt und ließen die Fahrräder dann zuhause. Der Große moserte zwar bei der Abfahrt noch ein bisschen herum, als er mitbekam, dass wir erst mal essen und dann zur Burg aufbrechen würden, aber in Kallmünz hing ihm dann der Magen auch schon halb bis zum Knie – mir bereits ganz!

Dieser Ort ist wirklich malerisch mit seinen vielen kleinen Gässchen. Wir fanden bald einen Parkplatz, in den auch unser Van hineinpasste und machten uns auf den Weg zu einem Gasthaus, an dem wir bereits vorbeigefahren waren. Mein Mann erzählte mir, dass wir da schon mal mit meinen Eltern waren. Mir ist das aufgrund meiner von mir schon länger vermuteten beginnenden Alzheimererkrankung auch beim Betreten des schönen Biergartens nicht wieder eingefallen. Meine Mama bestätigte mir diesen Gaststättenbesuch auch einen Tag später am Telefon. Von ihr kann ich also diesen partiellen Gedächtnisverlust nicht haben. Es muss sich wohl bei mir eher um eine „Neumutation“ handeln.

Leider war in besagtem Wirtshaus alles besetzt und wir streiften weiter durch den Ort bei Sonnenschein und wachsendem Hunger. Nachdem wir fast alle Gaststätten von außen begutachtet und aufgrund der für unsere „verzogenen Kinder“ unpassenden Speisekarten abgelehnt hatten, gingen wir dann den ganzen langen Weg wieder zurück, nachdem uns unser elfjähriger Sohn mitteilte, er hätte da vorher eine Pizzeria entdeckt. Wäre praktisch gewesen, wenn er das gleich erwähnt hätte, als wir direkt dran vorbeigegangen sind.

Dort war dann wenig los, aber das lässt sich damit erklären, dass Pizzerien wohl eher zur Kategorie „Abendgaststätten“ zählen… Neben uns war nur noch ein Tisch im Garten besetzt – mit zwei Damen, die mein Mann als „Künstlerfrauen“ bezeichnete und ein schätzungsweise elf- bis zwölfjähriger Junge. Die beiden Frauen waren uns gleich unsympathisch und wurden es dann noch viel mehr, als uns eine von ihnen dann noch, ohne uns vorher zu fragen, eine Handvoll von ihren am Vortag selbst gemachten Popcorn auf die Tischdecke legte. Sie meinte noch, dass sie nicht gezuckert seien und lachte künstlich dabei (ah – daher meinte wohl mein Mann sie sei ne Künstlerin), worauf ich dann erwiderte, dass wir ja unser Cola drauf schütten können, dann sind sie süß genug.

Als die drei verschwunden waren, haben wir die ungebetenen und ungezuckerten Teilchen zurück auf deren Tisch gelegt. Unser Vierjähriger versuchte noch, einen Spatz damit zu füttern – der wollte sie aber auch nicht haben.

Unser Essen war sehr lecker und reichlich – am Montag gab es den Pizzarest noch zum Mittagessen. Nach einem philosophischen Vortrag des italienischen Wirts machten wir uns dann auf den Weg zur Burgruine.

Die Anlage ist recht weitläufig und es macht viel Spaß alles zu erkunden, auf den Mauerresten herumzuklettern, vom sehr gut erhaltenen Turm von ganz weit oben runterzuwinken, andere Leute zu beobachten und die tolle Aussicht auf das Umland zu genießen. Ich sah eine Frau, die sich sogar die Mühe gemacht hatte, bis zur Burgruine zu gehen, um dann eine Schüssel voller Brennesselblätter von dort oben mitzunehmen

Wer mag, bekommt dort oben auch Kaffee und Kuchen. Wir mochten nicht. Nach dem Abstieg fanden wir noch eine Trinkwasserstelle zum Wasserpritscheln und Flasche auffüllen, was unheimlich wichtig war, da wir ja nur noch drei weitere volle Exemplare durch die Gegend schleppten und unser Auto wahnsinnig weit entfernt stand – geschätzte 5 Minuten zu Fuß.

Nun – es war schön und beim nächsten Burgenausflug kommt dann die „verschobene“ Burg Wolfsegg an die Reihe.

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