Von Bürgerreporter/in Alexander Grundler  |  28.09.2010  | Netzcode: 2510931  |  958 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Weiden

Einkaufs-Center in der Innenstadt - ja oder nein?

Persönliche Gedanken eines Bürgers dieser Stadt

Wenn man dieser Tage durch die Stadt geht, dann gibt es für viele nur ein Thema und das heißt Einkaufszentrum. Egal ob am Stammtisch, im Sportverein oder zu Hause in den Familien. Ich habe mir dazu auch einmal so meine ganz persönlichen Gedanken gemacht. Also ich davon zum ersten mal in der Zeitung las, war ich begeistert und dachte mir innerlich „Yes we can.“. Aber dann gab es am 1. August im ZDF in der „ZDF-Reportage“ ein Bericht über das Einkaufszentrum Loop 5 in Weiterstadt.

Dieser hatte zum Thema, wie es dem Einzelhandel hier geht nach der Ansiedlung dieses Centers. Der Erbauer des Centers ist im übrigen der Gleiche, welcher auch in Weiden investieren möchte. In dem Bericht wurde dargestellt, dass eine Buchhandlung in unmittelbarer Nähe des Centers seit dessen Ansiedlung Insolvenz anmelden musste. Jetzt kann man natürlich kritisch sagen, die Medien stellen das so dar, dass es eine ordentliche Schlagzeile gibt. Aber eines haben die Medienmacher bei mir erreicht, einmal über die ganze Sache nachzudenken.

Der Gedanke des Einkaufscenters ist meiner Meinung nach aus Sicht des Kunden erst einmal sicherlich ein sehr guter. Ich bekomme einen Parkplatz, eventuell sogar noch kostenlos. Nun begebe ich mich in die Einkaufswelt und erhalte dort alles, was ich benötige. Vom Lebensmittel, über Kleidung bis zu Elektroartikeln wird es dort vieles, um nicht zu sagen, alles geben. Die Läden im Center haben wahrscheinlich alle die gleichen Öffnungszeiten und wenn ich meine Einkäufe erledigt habe, wieder ab in die Tiefgarage oder zum Parkplatz und schnurstracks nach Hause.

Die andere Seite der Medaille: Es entsteht irgendwie eine kleine Stadt in der Stadt. Einige Magneten, die wir durchaus noch in Weiden haben, gehen vielleicht in ein derartiges Center, um davon zu profitieren. Was betriebswirtschaftlich gesehen absolut der richtige Schritt ist. Aber was passiert dann mit den Immobilien die dann leer stehen? Werden sie verkauft? Sind sie wieder zu vermieten? Oder bauen wie sie alle um und machen innenstadtnahe Wohnungen daraus? Oder bleiben sie leer stehen und wir nageln sie alle mit Brettern zu?

Wenn man sich ein wenig damit befasst, merkt man schon, dass die Beantwortung der Fragen gar nicht so einfach ist. Die Städte, die ein derartiges Center haben, machen zum Teil auch Werbekampagnen für die Innenstadt oder gestalten sie gar um. Auch dies könnte eine Möglichkeit sein, die man schon einmal prüfen könnte und sollte. Für mich persönlich bin ich erst einmal zu dem Schluss gekommen, mit einem derartigen Projekt ist es wie mit Medizin. Die hilft sehr oft gegen etwas, hat aber auch Nebenwirkungen, welche auftreten können, aber nicht müssen. Letztendlich muss auch bei der Medizin immer jeder für sich selbst abwägen, ob er sie nehmen möchte und ob er das Risiko etwaiger Nebenwirkungen in Kauf nimmt.

Bei einem Einkaufs-Center gilt es deshalb genau hinzuschauen und Erkundigungen einzuholen über die verschiedenen Seiten einer Medaille und dann zum Wohle der Stadt zu entscheiden und dazu gibt es in der Stadt erst einmal einen Stadtrat, der für die Stadt und ihre Bürger entscheidet. Aber auch die Bürger müssen sich bei so einem großen Projekt mit einbringen (Bürger sind alle, Kaufleute, Verbände, Rentner usw.), um für die Stadt die hoffentlich beste Lösung zu erreichen.

Ich werde dieses Projekt jedenfalls als Bürger(reporter) gespannt verfolgen. Denn ganz ehrlich, ob ein Center nun das Richtige ist oder nicht und welche Seite der Medaille mir die liebste wäre, weiß ich selbst noch nicht. Aber vielleicht tun Sie es mir gleich und denken darüber auch einfach einmal nach. In diesem Sinne Ihnen allen ein erfolgreiches Nachdenken und viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Einsichten.

Zum Artikel: Kinospecial 300 Pixel