Hahnbach
Unsere Diözese verbannt Popsongs aus der Kirche
"Kirchliche Trauungen sind kein Wunschkonzert"
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| Ein besonderer Tag darf auch besonders sein ... |
Woher kommt das? Wurden da zuhauf Heavy-Metal-Songs oder Techno-Lieder gespielt? Wenn Rainhard Fendrichs „Weilsd a Herz hast wia a Bergwerk“ erklingt und alle Hochzeitsgäste und das frisch getraute Paar gerührt zum Taschentuch greifen – sind wir dann alle gefährdet, vom Glauben abzufallen?
Wenn zwei Menschen sich so sehr lieben, dass sie beschließen ein ganzes Leben zusammen zu bleiben, alles miteinander zu teilen, dann ist ihnen klar, dass das Leben wirklich kein Wunschkonzert ist. Sie wollen die schweren Stunden miteinander teilen, sich gegenseitig stützen, wenn einer gerade mal zu wenig Kraft hat. Sie wollen sich treu und der unerschütterliche Grundstein einer Familie sein. Das sind zwei Menschen, die diese Entscheidung nicht getroffen haben, weil sie eine Riesenfete veranstalten wollen. Sie erbitten Gottes Schutz und Segen für ihre Liebe und ihr gemeinsames Leben. Sie machen sich viel Mühe und Gedanken, diesen Tag zu einem ganz Besonderen in ihrem Leben zu machen. Und das ist er auch! Auch ich denke gerne an den Tag unserer Hochzeit vor über 12 Jahren zurück.
Warum darf so ein Paar sich nicht ein Liebeslied in der kirchlichen Trauungsfeier wünschen? Liebe ist der Grund, warum diese Feier überhaupt stattfindet. Was ist falsch daran, seine Liebe in diesem Lied zu zeigen? Es ist ein besonderes Symbol, wie die Ringe, die getauscht werden.
Liegt es daran, weil die katholische Kirche ihren Priestern so eine Liebe ja gänzlich versagt? Weil unsere Kirchenoberhäupter selbst nie geheiratet haben? Weil sie diese Partnerschaft nie kennenlernen durften?
Sehr geehrter Herr Bischof Müller, es würde mich sehr freuen, wenn Sie sich einmal die Mühe machen würden, um einmal ein paar von den Gläubigen mitgestalteten Hochzeiten vorurteilsfrei beizuwohnen, um sich einmal ein Bild davon zu machen, mit wie viel Mühe und Freude diese Trauungsgottesdienste vorbereitet und gestaltet werden. Sie werden vermutlich keine „unpassenden“ Lieder in all diesen Feiern finden. Sondern Menschen, die an diesen besonderen Tagen mit ganz viel Liebe und Freude Gottes Segen für ihren gemeinsam begonnenen Lebensweg erhalten und viele andere Menschen, die voller Freude mit ihnen feiern und zur Kirche gehen, da sie an diesen Tagen voller Leben ist.
Und unsere Kirche sollte doch leben – weiterleben. Ich vermute, dass an Weihnachten, Ostern, von der Gemeinde gestalteten Erstkommunionfeiern, Familiengottesdiensten, Kleinkindergottesdiensten, von Kindergärten und Schulen mitgestalteten Messen usw. auch sehr viel mehr Menschen zur Kirche kommen, weil dann unser Glaube wirklich gelebt wird!
Ich glaube nicht, dass es das oberste Gebot aller kirchlichen Würdenträger sein soll, die Kirche möglichst frei von Freude und Leben zu halten. Das wäre sie nämlich, wenn all das verboten wird, was einen Gottesdienst zu etwas Besonderem und Einzigartigem macht. So wie auch jeder von uns etwas ganz Besonderes und Einzigartiges ist. So hat Gott uns gemacht – einzigartig.



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