Weiden
Sterben gehört zum Leben, oder?
Gedanken zum Thema Sterben anlässlich der Ausstellung „GEMEINSAM GEHEN“
Das Thema Tod gehört zwar zu unserem menschlichen Dasein ganz klar dazu, aber darüber reden das kommt für die meisten von uns nur selten in Frage. Es fallen so Sätze wie „...hast ghört der ... is a gschdorm...“ Aber das war es dann meist auch schon wieder. Viele von uns tun sich auch schwer erkrankte Freunde oder Bekannte im Krankenhaus zu besuchen vor allem dann wenn sie wissen das es ihnen sehr schlecht geht.Steckt hier vielleicht auch die Angst vor der Auseinandersetzung mit dem Thema Erkrankung und Tod dahinter? Was tue ich in Situationen wo ich oder ein naher Angehöriger mit dem Thema Tod befasst bin? Oftmals plötzlich von heute auf morgen? Hier setzt die Arbeit der bayerischen Hospizvereine an, um Betroffenen Wege aufzuzeigen mit diesem, für die meisten Menschen, schwerem Thema umzugehen. Zu diesem Themenbereich gibt es in Weiden eine Ausstellung.
Zu sehen ist die Ausstellung „Gemeinsam Gehen“ noch bis zum 5.11.2010 im Foyer des Neuen Rathauses in Weiden. Die Ausstellung ist auch im Rahmen der Veranstaltung „Kunstgenuss bis Mitternacht“ am 5.11.2010 geöffnet.
Sie stellt die Arbeit der Hospizarbeit in Bayern dar, deren vordringliches Ziel es ist, den Sterbeprozess menschenwürdig zu gestalten. Dieses große Anliegen der Hospizarbeit ist etwas, was uns früher oder später selbst betrifft. Für mich war diese Ausstellung vor allem auch deshalb sehr eindrucksvoll, da sie mir auch gezeigt hat, dass das Sterben eben kein Tabuthema mehr sein darf. Denn nur wenn man auch damit offen umgeht kann man nach meiner Meinung als Gesellschaft weiter wachsen und das meine ich jetzt sicherlich eher auf die innere Größe einer Gesellschaft bezogen. Die Audiointerviews der Ausstellung zeigten mir auch, dass es nicht immer nach dem Motto „Höher, schneller, weiter“ in unserer Gesellschaft gehen darf und kann, sondern vielleicht auch einmal nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“.
Die Hospizarbeit, so meine Erkenntnis, gibt den Betroffenen Halt, Unterstützung und Stärke. Mir hat diese Ausstellung eindrücklich gezeigt, dass es das Leben wert ist, dass man jeden Tag den man auf Erden verbringen kann, genießt und das Leben eben nicht vorwiegend aus Stress, Ärger und Anspannung bestehen darf. Mir ist auch klar, dass dies nicht immer gelingen wird. Aber ich weiß jetzt auch, dass ich, wenn meine Stunde gekommen sein wird, nicht alleine bin. Denn hier in der Region gibt es den Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst Weiden/Neustadt unter dem Dach der Malteser der sich dann um mich kümmert und auch Angehörige unterstützt.
Um die Idee der Hospizarbeit weiter zu tragen ist es allerdings auch nötig, dass viele Menschen davon wissen und daher kann ich Ihnen nur den Besuch der Ausstellung ans Herz legen. Während der Ausstellungstage finden Sie vor Ort auch versierte Ansprechpartner, die Ihnen für Fragen zur Verfügung stehen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch viele wunderschöne Tage in diesem Leben.



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