Amberg/Stuttgart
Träume und Sehnsüchte - Wer hat die nicht?
Musical-Premiere von "Ich war noch niemals in New York" in Stuttgart
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| Eine Darstellung des Bühnenbildes. Bild: stage-entertainment |
Dieses Musical beinhaltet außer den Songs von Udo Jürgens auch Träume und Sehnsüchte nach einem erfüllten Leben. Diese werden auf einem Kreuzfahrtschiff a la Queen Mary 2 auf Reisen geschickt. Natürlich geht die Reise nach New York, wie der Titel bereits verrät. Im Mittelpunkt steht die erfolgreiche Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg gespielt von Sabine Mayer. Ihre Mutter hat sie in einem Altersheim untergebracht und vernachlässigt diese auch. Die lebenslustige alte Dame (Regina Venus) fühlt sich abgeschoben und beschließt zusammen mit ihrem Freund und ihrer großen Liebe Otto Staudach (Erns Wilhelm Lenik) sich einen ihrer Träume zu erfüllen und nach New York abzuhauen, um unter der Freiheitsstatue zu heiraten. Heimlich besteigen beide ein Kreuzfahrtschiff. Damit beginnt für die Kinder der beiden erst recht die Aufregung.
Lisa will ihre Mutter unbedingt davon abhalten, auf dieses Schiff zu steigen und trifft dabei auf den Sohn von Staudach, Axel Staudach, gespielt von Karim Khawatmi, und dessen Sohn Florian (Felix Hoppmann). Auch Axel will seinen Senior davon abhalten und zurückholen. Sein Sohn findet „Opa“ nur „voll cool“. Sie beschließen gemeinsam, die beiden zurückzuholen, möglichst noch vor der Abreise. Dies gelingt jedoch nicht, denn sie verpassen das Schiff knapp und so steigen sie bei der nächsten Gelegenheit an Bord zu.
Mit an Bord holt sich die Fernsehmoderatorin auch noch ihren Stylisten und Freund Fred Hoffmann, gespielt von Uli Scherbel mit dessen Freund Costa Antonidis (Marco A. Billep). An Bord nimmt die Geschichte einen turbulenten Verlauf, denn die beiden „Jungen“ verlieben sich ineinander und können sich auch mit ihren Eltern aussprechen. Als Lisa den Fernsehpreis bekommt, wird sie wieder die alte. Setzt sie damit ihre neue Liebe aufs Spiel, zerplatzt damit das gerade aufgebaute Verhältnis zu ihrer Mutter wieder? Wer das rausfinden will, muss nach Stuttgart fahren.
Diese ganze Geschichte wird mit Liedern wie „Vielen Dank für die Blumen“, „Ein ehrenwertes Haus“, "Aber bitte mit Sahne“, "Mit 66 Jahren“ und natürlich mit dem Titelsong „Ich war noch niemals in New York“ umrahmt. Die Texte von Udo Jürgens, in dieser Vorstellung dirigiert von Bernd Steixner, sind, wie er selbst sagt, „mitten aus dem Leben“. So werden diese Songs gekonnt in die Geschichte integriert.
Ein besonderer Augenschmaus ist allerdings das Bühnenbild von David Gallo. Das auf der Bühne dargestellte Kreuzfahrtschiff lässt den Eindruck entstehen, man sei selbst mit an Bord. Es fährt während der Vorstellung an einem vorbei. Mal ist man am Sonnendeck, dann in der Hochzeitssuite oder auf der Kommandobrücke. Auch der Hafen, an dem die beiden Jungen das Schiff verpassen, ist mit Containern und Matrosen dargestellt und wirkt daher sehr real. Auch das vom Ensemble dargestellte Matrosen-Lied passt sehr gut. Auf gar keinen Fall darf man die gute Choreographie von Kim Duddy und das gute Ensemble vergessen.
Die Darsteller, vor allem Sabine Mayer und Karim Khawatmi, setzten durch ihre hervorragenden Stimmen und gutem Schauspiel einige Höhepunkte mit ihrer Interpretation der Udo-Jürgens-Lieder. Zu bemängeln gibt es an diesem Musical, dass manche bekannte Lieder in das Stück hineingepresst wurden, um die Identifikation für alle, die nur bestimmte Udo-Jürgens-Lieder kennen, gewährleistet zu haben.
Dass man das Stück durch ein paar witzige Gags aufwerten will, kann man nachvollziehen, ist aber teilweise zu übertrieben. Schöner wäre es, wenn man noch etwas mehr auf den Zwiespalt von Alt und Jung eingehen würde. Auch die Kostüme sind bei manchen Szenen zu übertrieben.
Hingegen hat man der Aufseherin im Altersheim einen Stuttgarter Dialekt verpasst, das war ein wirklich guter Schachzug, passt hervorragend in das Stück und sorgt für ausreichend und genügend Lacher.
Zum Abschluss kann man sagen: Die Eigenproduktion der Stage Entertaiment beinhaltet eine passable Story, die durchaus noch ausbaufähig ist, mit guter Cast und einem hervorragendem Bühnenbild. Alle, die Udo Jürgens mögen und ein Stück guter Laune mit Schwachstellen sehen wollen, sollten nach Stuttgart ins Apollo Theater fahren.



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