Von Bürgerreporter/in Brigitte Kohl  |  23.11.2010  | Netzcode: 2582382  |  899 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Sulzbach-Rosenberg

Physiotherapeutin besucht Stillcafé im St. Anna Krankenhaus

Bild zu Physiotherapeutin besucht Stillcafé im St. Anna Krankenhaus
Das Still-Café im St. Anna Krankenhaus. Bild: Brigitte Kohl
Am 22.11.2010 begrüßte die Laktationsberaterin Sr. Michaela Herrmann die Physiotherapeutin Gertrud Siegert im Still-Café am St. Anna Krankenhaus. Gertrud Siegert hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, den zahlreich anwesenden Müttern ihre Fragen rund um das Thema „Die Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr“ zu beantworten.

Zu Beginn erläuterte Frau Siegert einige der sogenannten „Meilensteine der Entwicklung“:

- mit drei Monaten kann sich ein Kind in der Bauchlage auf die Ellbogen aufstützen und den Kopf selbst halten.

- mit sechs Monaten kann sich das Kind dann in der Bauchlage auf die Hände aufstützen.

- mit neun Monaten lernt es das Krabbeln.

- mit zwölf Monaten kann das Kind selbst stehen.

Besonderen Wert legte die Physiotherapeutin auf die Tatsache, dass das „Sitzen“ nicht als Meilenstein vorkommt, sondern sich die Kinder diese Fähigkeit automatisch durch das Trainieren der Bauchmuskulatur in der Bauchlage selbst aneignen. Dies passiert meist mit eineinviertel Jahren.

Daraus resultierte natürlich die Frage, ob man sich sein Kind auf den Schoß hinsetzen darf. Frau Siegert gab den Tipp, sich das Kind vor diesem Entwicklungsstadium einfach mit Blickkontakt auf den Schoß zu legen. In dieser Position kann das Kind seine Bauchmuskulatur wieder trainieren. Für einen kurzen Zeitraum kann das Kind natürlich in der sonst üblichen Position gehalten werden.

Die beste Trainingsposition für die spätere Entwicklung einer guten Rücken- und Bauchmuskulatur beginnt ab dem dritten/vierten Lebensmonat. Die Kinder liegen in Rückenlage, Beinchen werden nach oben gestreckt, Fußsohlen aneinandergelegt. Diese Position fördert besonders die Ausbildung des Fußgewölbes für das spätere Laufen. Gleichzeitig werden die Arme auch mit nach oben gestreckt, dies hat einen guten Effekt für die Feinmotorik. In dieser Lage lastet die gesamte Körpermasse auf den Schulterblättern, die Kinder können sich entspannt selbst beschäftigen und gleichzeitig für die Zukunft trainieren.

Wird ein Kind hingegen häufig hingesetzt, lastet die gesamte Masse des Körpers auf den Hüften, das Kind hat somit keine Stabilität beim Spielen mit den Armen. Ebenso wurden das sogenannte „Gehfrei“, die „Wippe“ und das „Tragetuch“ angesprochen. Ein Kind sollte auf keinem Fall im Gehfrei laufen lernen, da zum einen die Unfallgefahr einfach zu hoch ist und zum anderen wiederum die Körpermasse auf den Hüften auflastet. Für kurze Zeit kann hingegen ein Kind in eine Wippe gelegt werden, diese kann eventuell in eine fast liegende Position (Rückenlage) gebracht werden. Wenn ein Kind im Tragetuch gehalten wird, sollte dies, wenn möglich, seitlich passieren, damit man wiederum eine Entlastung der Hüfte garantieren kann.

Mit einem kleinen Präsent verabschiedeten die anwesenden Mütter und Sr. Michaela Herrmann die Physiotherapeutin Gertrud Siegert und bedankten sich für die ausführliche Beantwortung ihrer Fragen.

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