Weiden
Mutbürger wollen die beste Lösung
Bürgerinitiative will bei Planung des Einkaufszentrums mitwirken
|
| Im Falle des geplanten Einkaufszentrums spielt die Größe eine wichtige Rolle. Das rote "Lasso" umfängt alle Grundstücke, die "Sonae Sierra" sicher (oder fast sicher) in Händen hat. Gelb markiert ist das Evangelische Vereinshaus, die Pfarrei hat über einen Verkauf noch nicht entschieden. Grafik: Michael Ascherl |
„Das am ,Dännereck‘ geplante Einkaufszentrum soll die Attraktivität der Stadt erhöhen, darf sie jedoch keinesfalls beeinträchtigen,“ nannte BI-Vorsitzender und Sprecher Prof. Dr. Fritz-Dieter Doenitz als Kernpunkt des Vereinszwecks. Die BI befürwortet ausdrücklich das Vorhaben des Investors, nicht zuletzt weil es die Lösung für die Problemzone „leerstehender Hertie und Schandfleck Dännereck“ bedeutet. Aber, betont die BI, es geht um mehr: Nicht nur die Einkaufs-attraktivität, sondern auch die „Aufenthalts- und Wohnqualität des Oberzentrums Weiden muss nachhaltig, das heißt auch für die nachfolgenden Generationen“ gestärkt werden. Deshalb ist es der Initiative als „Zusammenschluss von Bürgern ein tiefes Anliegen, mitzuhelfen, dafür nicht die erstbeste, sondern die bestmögliche Lösung zu finden.“
|
| Die Bürgerinitiative mit Vorsitzendem Prof. Dr. Fritz-Dieter Doenitz macht sich Gedanken über "unsere Stadt". |
Immobilienmanager Andreas Schmid vom City-Center Weiden verwies auf wissenschaftliche Untersuchungen zur Dimension bzw. Verträglichkeit von Einkaufszentren mit vorhandenen Innenstadtstrukturen. Demnach dürften nicht mehr als 15 Prozent der vorhandenen Innenstadtverkaufsflächen dazukommen. Ohne Hertie gerechnet käme man da auf 5850 Quadratmeter für das neue Center, Hertie miteinbezogen auf 11 850 Quadratmeter. Zudem forderte er neutrale Gutachter, da vom Bauherrn bezahlte Gutachter stets unrealistische Einschätzungen liefern würden.
|
| Karlheinz Beer (links) will Alternativen aufzeigen und Rahmenbedingungen für den Investor. Dr. Herbert Klein wünscht sich einen "Runden Tisch". Bilder: Luger |
Bert Roscher vom „Team Roscher“ warb für ein vernetztes Stadtmarketing und sah durchaus Nachholbedarf am Erscheinungsbild mancher Gebäude: „Auch wenn Weiden attraktiv ist, wir haben auch miserable Hausfassaden und Ladeneingänge.“
Um all diese Aspekte in einem dafür erforderlichen Gestaltungskonzept umsetzen zu können, „sehen wir es als unsere Aufgabe an, die Öffentlichkeit durch Vorträge qualifizierter Fachleute, Diskussionsveranstaltungen und die Beschaffung einschlägiger Informationen über die Problematik in Kenntnis zu setzen.“ In Analogie zum Wort des Jahres 2010 – „Wutbürger“ – charakterisierte Professor Doenitz die BI-Mitglieder als Mutbürger: „Sie finden sich nicht damit ab, einmal innerhalb einer Wahlperiode in der Kabine ein Kreuz zu machen, sondern sie wollen lebendige Demokratie leben und selbst Verantwortung dort übernehmen, wo es nötig erscheint.“





versenden
drucken
Leserbrief























