Von Bürgerreporter/in Brigitte Wiendl  |  27.01.2011  | Netzcode: 2655151  |  905 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Kassel/Schwandorf

Traumstart in der 3. Bundesliga

Bridge-Club Schwandorf gewinnt gleich zwei Kämpfe

Bridge-Club Schwandorf
Im "Gartensaal" des Ramada-Hotels in Kassel messen sich an drei Wochenenden die besten Bridgeclubs Deutschlands in der 1., 2. und 3. Bundesliga.
Damit hatte der Bridge-Club bei seinem Debüt in der neugeschaffenen 3. Bundesliga nicht gerechnet: Zwar unterlag man am ersten Spiel-Wochenende in Kassel dem Absteiger und Liga-Favoriten Böblingen, aber mit Siegen gegen Kiel und Berlin sorgten die tapfer kämpfenden sechs Schwandorfer für eine angenehme Überraschung. Kein Wunder, dass die drei Paare Sylvia Türk/Anselm Kiessling, Gabi Schmelter/Dr. Johann Wempen und Wolfgang Demleitner/Hans Luger am Sonntagabend auf Wolke sieben schwebten: Platz 7 mit 40,5 Siegpunkten bedeutet einen nicht erwarteten Grundstock für den Klassenerhalt - zwei der zehn Mannschaften steigen am Saisonende in die Regionalliga ab.

Der Erfolg der Schwandorfer begeistert umso mehr, weil sie sich nicht nur mit versierten Spielern aus ganz Deutschland messen, sondern auch mit völlig neuen Gegebenheiten fertig werden mussten. Seit 30 Jahren spielen Mannschaften des Bridge-Clubs Schwandorf in der Bezirks-, Landes- und Regionalliga des Bezirks Franken, zu dem auch Ostbayern gehört. Als Regionalliga-Zweiter der vergangenen Saison stieg man in die neu geschaffene dreigeteilte 3. Bundesliga (je zehn Mannschaften) auf. Und diese spielt zusammen mit der 1. und 2. Bundesliga an drei Wochenenden (Samstag und Sonntag) zentral in Kassel je drei Kämpfe. Am Samstag sind von 13 Uhr bis 0.30 Uhr 64 sogenannte Boards zu spielen, am Sonntag von 10.30 Uhr bis 15.30 Uhr 32 Boards. Vier der sechs Spieler reisten deshalb schon am Freitag an, um nicht am Samstag morgen ganz früh den ICE nehmen zu müssen.

Die zweite Umstellung betrifft das Spielen selbst. Denn in den drei Bundesligen wird hinter Screens gespielt - Trennwände quer über den Spieltisch sollen verhindern, dass die jeweiligen Partner nicht ungewollt durch Mimik oder Gesten unerlaubte Informationen während der Reizung übermitteln. Nach der Reizung wird ein kleines Türchen geöffnet, durch das aber nur der Tisch zum Spielen der Karten zu sehen ist - der Partner bleibt weiterhin unsichtbar. Die Schwandorfer haben sich - offensichtlich erfolgreich - auf diese ungewohnte Situation durch gezieltes privates Training mit selbstgebauten Trennwänden vorbereitet.

Gleichwohl war das ständige Öffnen und Schließen der Türen sowie das Hin- und Herschieben der Bietkarten auf einem "Schlitten" unter der Trennwand während der zwei Tage eine anstrengende Premiere. Dafür hat man aber auch eine für einen Saal mit über 100 Spielern ungewohnte, fantastische Stille. Angenehm war auch der vom Deutschen Bridge-Verband organisierte Aufenthalt zu finanziellen Sonderkonditionen im Ramada-Hotel, in dessen "Gartensaal" die Spieler der 50 besten Mannschaften Deutschlands ihre grauen Zellen strapazierten. Die Versorgung mit Getränken während der Spielzeiten und mit Snacks und Mahlzeiten während der Spielpausen war perfekt.

Die Tabelle nach dem ersten Spieltag: 1. Böblingen (68 Siegpunkte), 2. Ulm (58,5), 3. Berlin (54), 4. Bergisch-Gladbach (54), 5. Delmenhorst (49.5), 6. Darmstadt (45), 7. Schwandorf (40,5), 8. Bielefeld (39), 9. Kiel (31,5), 10. Elmshorn (19). Am nächsten Spieltag (12./13. Februar) treten die Schwandorfer gegen Bergisch-Gladbach, Elmshorn und Delmenhorst an. Am dritten Spielwochenende (2./.3. April) stehen die Partien gegen Darmstadt, Ulm und Bielefeld an.

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