Von Bürgerreporter/in Nicole Koller  |  01.02.2011  | Netzcode: 2666754  |  789 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Hahnbach

Neues aus meinem Alltag

Ein Kuchen

Am vorletzten Wochenende habe ich es wieder getan. – Trotz der überdurchschnittlich vielen schlechten Erfahrungen, die ich bereits damit gemacht habe: Ich habe einen Kuchen nach einem Internetrezept gemacht. Allerdings kann jetzt das Rezept – zumindest in diesem speziellen Fall – gar nichts für das, was passierte…

Es war ein Zitronenkuchen, den ich für die Teilnehmer der Tagesskifahrt in unserem Ort beisteuern wollte. Das ging schon damit los, dass ich, als mein Mann am Nachmittag vor besagter Skifahrt danach fragte, feststellte, dass ich ihn noch gar nicht gebacken hatte. Tja – das Alter, oder vielleicht doch eher die Hormone?

Nun, kurz bevor unser Skifahrtübernachtungsbesuch abends an der Tür klingelte, hatten wir bereits fast alle Zutaten vermengt und ich das Rezept aus Zeitmangel vereinfacht (Eier muss man nicht unbedingt „getrennt“ zum Kuchen geben, finde ich…). Der Besuch unternahm eine kurze Hausbesichtigungstour mit allen meinen männlichen Mitbewohnern, während ich den Kuchen ofenfertig machte.

Nachdem die Guglhupfform noch nicht mal zur Hälfte gefüllt war, machte ich mir dann doch ein bisschen Sorgen, ob denn der Kuchen noch auf „Normalgröße“ wachsen würde. Ich versuchte, mich mit meinen physikalischen Kenntnissen zu beruhigen, denn bei Wärme dehnt sich vieles aus. Oder hätte ich das Eiweiß doch extra schlagen sollen? – Hätte sicher schon im Vorfeld das Volumenproblem verkleinert…

Nach dem Abendessen fand ich einen normalgroßen fast fertig gebackenen Guglhupfzitronenkuchen in unserem Ofen vor, und sah meine physikalische Weitsicht bestätigt: Man muss Eier nicht getrennt zufügen – kostet nur unnötige Zeit. Nachdem nun dieser Kuchen so wunderbar gelungen war, schaffte ich es aber dennoch, ihn zu ruinieren… Der Zeitpunkt, das gute Stück aus seiner Silikonform zu befreien, war viel zu früh gewählt. So kam es wie es kommen musste: Die eine Hälfte flutschte vorschriftsmäßig aus der Form, der Rest blieb standhaft und in der Form kleben. Mein Werk sah – schlimm – aus.

Ich ließ den sturen Rest noch ein wenig auskühlen und versuchte, ihn mit dem Zitronenzuckerguss anzukleben, was aber bei der Größe des Schadens nur partiell möglich war. Das End vom Lied – es gab nur einen halben Zitronenkuchen, dafür noch fünf Schokomuffins aus dem Gefrierschrank als Zugabe und Lückenfüller für die Kuchenform. Geschmeckt hat er echt gut. Den verunglückten Rest konnte ich ja selbst mit unserem Jüngsten zum Frühstück genießen. Für alle, die jetzt trotz meiner appetitanregenden Schilderung doch noch Lust auf Zitronenkuchen bekommen haben – hier das Rezept:

Zutaten:
3 Tassen Mehl (Sahnebechergröße 125ml)
2 Tassen Zucker
1 Tasse Milch
125 g Butter oder Margarine
1 Pck. Backpulver
3 Eier getrennt
2 ungespritzte Zitronen
Puderzucker für den Zuckerguss

Zubereitung:
Mehl mit Backpulver mischen, dazu Zucker, Eigelb, Butter und Milch.
Alles zu einem Teig verrühren, abgeriebene Zitronenschale (oder 1 Pck. Zitro-Back) und die geschlagenen Eiweiß zuletzt noch unterrühren.

Teig in eine Guglhupfform geben und im vorgeheizten Backofen zirka 50 bis 55 Minunten bei 175 bis 180 Grad backen. Den Kuchen unbedingt komplett (!) auskühlen lassen und dann erst aus der Form lösen…

Den Saft von 1 bis 2 Zitronen und Puderzucker verrühren und auf den fertigen Kuchen streichen.
Guten Appetit.

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