Von Bürgerreporter/in Evi Steiner-Böhm  |  09.03.2011  | Netzcode: 2717256  |  799 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg-Sulzbach

Nachhaltig unterwegs auf dem Erdchartaweg Amberg-Sulzbach

Bild zu Nachhaltig unterwegs auf dem Erdchartaweg Amberg-Sulzbach
Eine Schulklasse auf dem dem WasserWanderWeg in Amberg.
Im Leitbild des Landkreises Amberg-Sulzbach ist der „Erdchartaweg“ als Schlüsselprojekt ausgewiesen. Dort werden Privatpersonen, Einrichtungen und Organisationen exponiert, die sich darum bemühen, die Prinzipien der Nachhaltigkeit in ihrem Leben umzusetzen. Basis ist die im Jahr 2000 veröffentlichte Erdcharta, die 16 ethische Leitlinien beinhaltet und die auch Referenzdokument der UN Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist.

Die wichtigsten Ziele, die man sich dort für eine lokale und weltweite Entwicklung zugleich gesetzt hat, sind „Achtung vor dem Leben, ökologische Ganzheit, soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden.“ Im Landkreis Amberg-Sulzbach und in der Stadt Amberg gibt es bereits eine Reihe von nachahmenswerten Beispielen, wie man diese Leitlinien umsetzen kann. Der Erdchartaweg Amberg-Sulzbach e.V. hat dazu eine Webseite erstellt, in der nun wieder eine Reihe neuer Projekte vorgestellt werden.

DONUM VITAE in Amberg ist eine bekannte Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Frauen in besonderen Konfliktsituationen zur Seite zu stehen und repräsentiert damit den Art. 2 der Erdcharta: „Für die Gemeinschaft des Lebens in Verständnis, Mitgefühl und Liebe sorgen.“

Der Bienenlehrpfad in Edelsfeld und der Biohof Heldrich in Frechetsfeld stehen für den Art. 15 „Alle Lebewesen rücksichtsvoll und mit Liebe behandeln.“

Für den Art. 5 „Die Ganzheit der Ökosysteme der Erde schützen und wiederherstellen, vor allem die biologische Vielfalt und die natürlichen Prozesse, die das Leben erhalten“ setzen sich die Gemeinde Birgland mit dem Birglandrundwanderweg, die Kreisgruppe Amberg-Sulzbach des LBV mit den Grubenfeldern Leonie in Auerbach, die Gemeinde Ammerthal mit dem Tal der blauen Blumen bei Pürschläg, der Obst- und Gartenbauverein Illschwang mit dem Hopfenmuseum und die Stadtwerke Amberg mit dem WasserWanderweg ein.

Der Generationenladen in Holnstein und der Werkhof Amberg-Sulzbach mit seinem Gebrauchtwarenmarkt in Sulzbach-Rosenberg und die Keramikwerkstatt Grüner Baum in Mittelreinbach achten besonders auf den Art. 7 „Produktion, Konsum und Reproduktion so gestalten, dass sie die Erneuerungskräfte der Erde, die Menschenrechte und das Gemeinwohl sichern.“

Der Treffpunkt Grün in Ensdorf, ebenfalls zum Werkhof Amberg-Sulzbach gehörig, sieht seine Arbeit besonders unter dem Aspekt des Art. 3: „Gerechte, partizipatorische, nachhaltige und friedliche demokratische Gesellschaften aufbauen.“

Den Art. 14 haben sich Sabine Palesch mit ihren Kirchenführungen in der Klosterkirche Kastl, und die Gemeinde Neukirchen mit dem Traumpfad Magische Natur als Motto ausgewählt: „In die formale Bildung und in das lebenslange Lernen, das Wissen, die Werte und Fähigkeiten integrieren, die für eine nachhaltige Lebensweise nötig sind.“

Neben den neuen Projekten gibt es für 2011 auch verschiedenen Bildungsangebote wie Führungen, Vorträge oder Seminare für Interessierte BesucherInnen. Für Kindergärten, Schulen, Vereine, oder andere Besuchergruppen gibt es bei vielen der Projekte auch die Möglichkeit, individuelle Führungen oder Veranstaltungen zu buchen. Sie können so vor Ort erfahren, dass eine nachhaltige Lebensweise nicht unbedingt Verzicht heißen muss, sondern im Gegenteil einen großen Gewinn an Lebensqualität mit sich bringt.

Der Erdchartaweg Amberg-Sulzbach ist auch ein ermutigendes Beispiel dafür, dass Privat- und Gemeinde-Initiativen Hand in Hand gehen können. Wer selber ein interessantes Projekt hat und in die Liste mit aufgenommen werden möchte, kann sich weitere Informationen unter www.erdchartaweg-as.de holen, oder mit einer der dort angegebenen AnsprechpartnerInnen Kontakt aufnehmen.

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